Eile, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Eile · wird nur im Singular verwendet
Aussprache
WorttrennungEi-le
Grundformeilen
eWDG, 1967

Bedeutung

Bemühen, etw. schnell zu erledigen
Beispiele:
in Eile arbeiten, schreiben, essen
sie war in Eile
in großer, größter, erhöhter, nervöser, fieberhafter, fliegender, jagender, rasender Eile
seine Koffer in (aller) Eile packen
das hat sie in der Eile liegenlassen, vergessen
etw. in, mit Eile erledigen, mit Eile betreiben
jmdn. zur Eile (an)treiben
ich habe Eile
immer diese Eile!
wozu eine solche Eile?
umgangssprachlich etw. hat keine Eileetw. eilt nicht, ist nicht eilig
Beispiele:
die Sache hat keine Eile
mit dem Bezahlen, Wiedergeben, damit hat es keine Eile
es war ihm so, als ob es Eile hätte [Ric. HuchConfalonieri416]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

eilen · Eile · eilends · eilig · eilfertig · Eilbote · Eilbrief · Eilzug
eilen Vb. ‘sich rasch fortbewegen, hasten’. Das nur im Dt. und Nl. vorkommende Verb ahd. (um 800), mhd. īlen, asächs. īlian ‘bestrebt sein, sich bemühen, sich beeilen’, mnd. mnl. īlen, nl. ijlen ist wahrscheinlich eine Intensivbildung zur Wurzel ie. *ei- ‘gehen’, zu der aind. ḗti ‘geht’, griech. iénai (ἰέναι), lat. īre, lit. eĩti, aslaw. iti, russ. idtí, ittí (идти, иттии) ‘gehen’ und letztlich auch got. iddja ‘ich ging’ gehören. Eile f. ‘Hast, Bestreben, etw. schnell zu erledigen’, ahd. īla (9. Jh.), mhd. īle ‘Eifer, Eile’. eilends Adv. ‘schnell, in Eile’ (15. Jh.), erstarrter, adverbiell gebrauchter Genitiv des Part.adj. eilende, mhd. īlend ‘eilend’; vgl. ahd. īlento Adv. (um 800). eilig Adj. ‘hastig, schnell, dringlich’, ahd. īlīg, mhd. īlec, mnd. īlich. eilfertig Adj. ‘bereit zur Eile, dienstbeflissen, überstürzt, hastig’ (16. Jh.). Eilbote m. (2. Hälfte 17. Jh.) für gleichbed., dem Frz. entlehntes Courier (s. ↗Kurier); bei Adelung (1774) noch eilender Bote; vgl. bereits ahd. īlaboto (Hs. 13. Jh.). Eilbrief m. (1803), von Jahn (1835) für Expreßbrief vorgeschlagen, 1875 amtlich festgesetzt. Eilzug m. Mitte des 19. Jhs. im Sinne von ‘Schnellzug’; etwa 1930 wird amtlich festgelegt ‘nur an wichtigen Stationen haltender schneller Personenzug’.

Thesaurus

Synonymgruppe
Eile · ↗Eilfertigkeit · ↗Hast · ↗Hastigkeit · ↗Hektik · ↗Rasanz · ↗Tempo · hektisches Gebaren · ↗Übereilung · ↗Überstürzung · überstürztes Vorgehen
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Hast Hektik Mahnung Sorgfalt Ungeduld Weile anspornen antreiben drängen drängend durchpeitschen fieberhaft fiebrig fliegend gebieten geboten gemahnen geschäftig hektisch mahnen panisch rasend ungebührlich unziemlich verdächtig vorwarnen ziemlich übergroß überstürzt übertrieben

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Eile‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Es bestehe kein Zwang zur Eile, da der Betrieb in den 38 deutschen Restaurants in den kommenden Monaten fortgeführt werden könne.
Die Welt, 19.06.2003
In der Eile ließ sie aber viel scharfe Munition zurück.
Der Tagesspiegel, 07.03.2000
Als er einmal seelenvergnügt den Berg hinunterfuhr, verlor er in der Eile das Steuer.
Benz, Carl Friedrich: Lebensfahrt eines deutschen Erfinders, Die Erfindung des Automobils, Erinnerungen eines Achtzigjährigen. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1925], S. 8278
Und wenn wir nicht ehrlich sind, geht es mit uns in doppelter Eile zu Ende!
May, Karl: Winnetou IV, Berlin: Neues Leben 1993 [1910], S. 47
Die dicke Frau reichte ihm, in großer Eile, etwas hin, um die Ecke.
Mann, Heinrich: Professor Unrat, Berlin: Aufbau-Verl. 1958 [1905], S. 81
Zitationshilfe
„Eile“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Eile>, abgerufen am 17.07.2019.

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