Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Eile, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Eile · wird nur im Singular verwendet
Aussprache 
Worttrennung Ei-le
Grundformeilen
Wortbildung  mit ›Eile‹ als Erstglied: Eilanfrage · Eilfrachter · Eilsendung
eWDG

Bedeutung

Bemühen, etw. schnell zu erledigen
Beispiele:
in Eile arbeiten, schreiben, essen
sie war in Eile
in großer, größter, erhöhter, nervöser, fieberhafter, fliegender, jagender, rasender Eile
seine Koffer in (aller) Eile packen
das hat sie in der Eile liegenlassen, vergessen
etw. in, mit Eile erledigen, mit Eile betreiben
jmdn. zur Eile (an)treiben
ich habe Eile
immer diese Eile!
wozu eine solche Eile?
umgangssprachlich etw. hat keine Eileetw. eilt nicht, ist nicht eilig
Beispiele:
die Sache hat keine Eile
mit dem Bezahlen, Wiedergeben, damit hat es keine Eile
es war ihm so, als ob es Eile hätte [ Ric. HuchConfalonieri416]
Dieses Wort ist Teil des Wortschatzes für das Goethe-Zertifikat B1.
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

eilen · Eile · eilends · eilig · eilfertig · Eilbote · Eilbrief · Eilzug
eilen Vb. ‘sich rasch fortbewegen, hasten’. Das nur im Dt. und Nl. vorkommende Verb ahd. (um 800), mhd. īlen, asächs. īlian ‘bestrebt sein, sich bemühen, sich beeilen’, mnd. mnl. īlen, nl. ijlen ist wahrscheinlich eine Intensivbildung zur Wurzel ie. *ei- ‘gehen’, zu der aind. ḗti ‘geht’, griech. iénai (ἰέναι), lat. īre, lit. eĩti, aslaw. iti, russ. idtí, ittí (идти, иттии) ‘gehen’ und letztlich auch got. iddja ‘ich ging’ gehören. – Eile f. ‘Hast, Bestreben, etw. schnell zu erledigen’, ahd. īla (9. Jh.), mhd. īle ‘Eifer, Eile’. eilends Adv. ‘schnell, in Eile’ (15. Jh.), erstarrter, adverbiell gebrauchter Genitiv des Part.adj. eilende, mhd. īlend ‘eilend’; vgl. ahd. īlento Adv. (um 800). eilig Adj. ‘hastig, schnell, dringlich’, ahd. īlīg, mhd. īlec, mnd. īlich. eilfertig Adj. ‘bereit zur Eile, dienstbeflissen, überstürzt, hastig’ (16. Jh.). Eilbote m. (2. Hälfte 17. Jh.) für gleichbed., dem Frz. entlehntes Courier (s. Kurier); bei Adelung (1774) noch eilender Bote; vgl. bereits ahd. īlaboto (Hs. 13. Jh.). Eilbrief m. (1803), von Jahn (1835) für Expreßbrief vorgeschlagen, 1875 amtlich festgesetzt. Eilzug m. Mitte des 19. Jhs. im Sinne von ‘Schnellzug’; etwa 1930 wird amtlich festgelegt ‘nur an wichtigen Stationen haltender schneller Personenzug’.

Thesaurus

Synonymgruppe
Eile · Eilfertigkeit · Hast · Hastigkeit · Hektik · Rasanz · hektisches Gebaren · Überstürzung · überstürztes Vorgehen  ●  (in) Windeseile  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Eile‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Eile‹.

Verwendungsbeispiele für ›Eile‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

In der Eile hat er vergessen, sich einen Mantel anzuziehen. [Schuder, Rosemarie: Agrippa und Das Schiff der Zufriedenen, Berlin u. a.: Aufbau-Verl. 1987 [1977], S. 6]
Der Brief war mit der Hand geschrieben, sehr flüchtig, offenbar in Eile. [Rosendorfer, Herbert: Großes Solo für Anton, Zürich: Diogenes 2000 [1976], S. 106]
Allerdings hatte man in der Eile wohl vergessen, ihn zuzuschrauben. [C’t, 2000, Nr. 25]
Er stößt in seiner Eile zunächst eine Mutter, mit zwei Kindern an der Hand, beiseite. [Die Zeit, 02.03.2000, Nr. 10]
Noch hatte er keine Eile, seine Zucht auf dem Speicher durchzusetzen. [Johnson, Uwe: Jahrestage, Bd. 1, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1970, S. 251]
Zitationshilfe
„Eile“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Eile>.

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