Einäscherung, die

GrammatikSubstantiv (Femininum)
Aussprache
WorttrennungEin-äsche-rung
Wortzerlegungeinäschern-ung
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Asche · einäschern · Einäscherung · Aschenbrödel · Aschenputtel · Aschermittwoch
Asche f. ‘Rückstand eines Brandes’, ahd. asca (8. Jh.), mhd. asche, esche, mnd. asche, mnl. assce, nl. as, aengl. æsce, æxe, engl. (Plur.) ashes, anord. schwed. aska führen auf eine Gutturalerweiterung ie. *azg- der Wurzel ie. *hā̌s- ‘glühen, Herd’, zu der auch nhd.Esse (s. d.) sowie außergerm. aind. ā́saḥ ‘Asche, Staub’, hethit. hašša- ‘Asche’, lat. āra ‘Brandaltar, Opferstätte’, ārēre ‘trocken, dürr sein’, āridus ‘trocken, dürr’, ārea ‘freier Platz, Fläche, Tenne’ (eigentlich ‘ausgebrannte, trockene Stelle’) sowie (über eine Dentalerweiterung) griech. ázein (ἄζειν) ‘trocknen, dörren’, azaléos (ἀζαλέος) ‘dürr, trocken’ (s. ↗Azalee) gehören. einäschern Vb. ‘in Asche legen, niederbrennen’ und Einäscherung f. (beide 16. Jh.; im 16. Jh. auch einäschigen); seit Anfang des 20. Jhs. bezeichnen Verb und Substantiv vornehmlich den Vorgang der Feuerbestattung. Aschenbrödel, landschaftlich Aschenputtel n. ‘wer niedrige Arbeit tut und nicht beachtet wird’, mhd. aschenbrodele m. ‘Küchenjunge’, zu ↗brodeln bzw. putteln, ↗buddeln (s. d.) in der mundartlichen Bedeutung ‘wühlen, stauben’. Aschermittwoch m. ‘Tag nach Fastnacht und Beginn der Fastenzeit’, wo den katholischen Gläubigen Asche als Symbol der Vergänglichkeit und Buße aufs Haupt gestreut oder auf die Stirn gestrichen wird. Die Zusammensetzung bewahrt eine (vorwiegend südd.) Nebenform Ascher m. und tritt im 14. Jh. neben gleichbed. mhd. aschtac, das die Literatursprache im 16. Jh. aufgibt.

Thesaurus

Synonymgruppe
Brandbestattung · Einäscherung · ↗Feuerbestattung · Friedwaldbestattung · ↗Kremation · ↗Kremierung · Urnenbestattung  ●  ↗Leichenverbrennung  veraltet
Oberbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
Abfackelung · Einäscherung · ↗Veraschung · ↗Verbrennung
Unterbegriffe

Typische Verbindungen
computergeneriert

Beisetzung Bestattung Krematorium Leich Leiche Leichnam Sarg Tote Verstorbene atomar billig erfolgen explodieren kosten vornehmen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Einäscherung‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Seit 1994 ist die Einäscherung außerhalb der Stadt erlaubt, das ist billiger.
Bild, 20.02.2002
Beim Bau war man noch von monatlich 1000 Einäscherungen ausgegangen, knapp 500 sind es nun tatsächlich.
Süddeutsche Zeitung, 27.04.2000
Überhaupt ist seit geraumer Zeit die Einäscherung zur einzigen erlaubten Bestattungsform geworden.
Petech, Luciano: Indien bis zur Mitte des 6. Jahrhunderts. In: Propyläen Weltgeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1962], S. 25998
Am nächsten Morgen mußten wir zu seiner Einäscherung nach Offenbach eilen.
Witkowski, Georg: Von Menschen und Büchern, Erinnerungen 1863-1933. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1938], S. 4871
Ich fuhr gestern mittag zur Einäscherung hinüber und war um zehn wieder in Dresden.
Klemperer, Victor: [Tagebuch] 1936. In: ders., Ich will Zeugnis ablegen bis zum letzten, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 1999 [1936], S. 137
Zitationshilfe
„Einäscherung“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Einäscherung>, abgerufen am 15.11.2019.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
einäschern
einarmig
Einarbeitungszeit
Einarbeitung
einarbeiten
einatmen
Einatmung
einatomig
einätzen
einäugig