Eindruck, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Eindruck(e)s · Nominativ Plural: Eindrücke
Aussprache 
Worttrennung Ein-druck
Wortbildung  mit ›Eindruck‹ als Erstglied: Eindruckstelle · eindruckslos · eindrucksstark · eindrucksvoll · eindrücklich
 ·  mit ›Eindruck‹ als Letztglied: Einzeleindruck · Farbeindruck · Gefühlseindruck · Gesamteindruck · Haupteindruck · Jugendeindruck · Kindheitseindruck · Natureindruck · Reiseeindruck · Sinneseindruck · Stiefeleindruck
 ·  mit ›Eindruck‹ als Grundform: beeindrucken
eWDG

Bedeutungen

1.
Wirkung, die etw., jmd. auf jmdn. ausübt, ausgeübt hat
Beispiele:
das Stück hinterließ bei der Premiere einen starken, tiefen, nachhaltigen, bleibenden, unauslöschlichen, mächtigen, unvergesslichen, nur einen oberflächlichen, schwachen Eindruck
auf einer Reise neue, frische, reiche Eindrücke sammeln, empfangen, in sich verarbeiten
bei der ersten Bekanntschaft macht er zunächst einen guten, intelligenten, ausgezeichneten, (un)günstigen, schlechten, ungesunden Eindruck
sie machte auf alle einen angenehmen, zerstreuten, niedergeschlagenen, peinlichen, unordentlichen, fremdartigen Eindruck
der erste Eindruck ist entscheidend
man darf nicht nach dem ersten Eindruck urteilen
welchen Eindruck hast du von dem Stück, von ihm? (= wie hat das Stück, wie hat er auf dich gewirkt?)
etw., jmd. erweckt den Eindruck großer Zuverlässigkeit, ruft den Eindruck der Verlässlichkeit hervor
dieser Eindruck bleibt, wird haften, hat sich im Laufe der Zeit noch verstärkt, vertieft, hat sich allmählich verwischt, abgeschwächt, verbessert, ist langsam verblasst, verschwunden
der Eindruck entstand, er wolle das nicht
seine Worte verfehlten ihren Eindruck auf die Zuhörerschaft nicht
jmd. gewinnt den (bestimmten, überzeugenden) Eindruck, dass …
er konnte den Eindruck nicht loswerden, sie habe gelogen
ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, dass …
wir standen noch lange unter dem Eindruck des schrecklichen Ereignisses
saloppjmd. will (bei jmdm.) Eindruck schinden (= will vor jmdm. vorteilhaft wirken)
ich hoffe, Sie haben keinen falschen Eindruck bekommen [ BrechtGuter Mensch2]
es blieb nicht ohne Eindruck auf sie, daß ein Wesen ihr unter Gefahren Aufmerksamkeiten darbrachte [ MusilMann509]
2.
das Eingedrückte, die hinterlassene Spur
Beispiele:
tiefe Eindrücke im Schnee, Sand, Lehm, auf dem Gartenweg hinterlassen
das Kissen zeigte noch den Eindruck, wo sie ihren Arm gestützt hatte [ Storm4,163]
Dieses Wort ist Teil des Wortschatzes für das Goethe-Zertifikat B1.
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

drücken · Drückeberger · Druck2 · eindrücken · Eindruck · Drücker · ausdrücken · Ausdruck · ausdrücklich · bedrücken · unterdrücken · Unterdrückung · Unterdrücker
drücken Vb. ‘pressen, belasten, bedrängen’. Bis ins 17. Jh. daneben gleichbed. umlautloses obd. drucken (s. d.). Ahd. thrucken ‘pressen, bedrücken, quälen, bedrängen’ (9. Jh.), mhd. drücken, drucken ‘(be)drängen, pressen, auspressen, sich drängen’, mnd. drücken, mnl. drucken, nl. drukken, aengl. þryccan ‘zerdrücken, drängen, beleidigen, unterdrücken’, schwed. trycka ‘drücken, drucken’ sind Intensivbildungen (germ. *þrukkjan) zu einer Weiterbildung der Verbalwurzel germ. *þrūg-, die innerhalb des Germ. auch in anord. þrūga ‘drohen, unterdrücken, nötigen’ überliefert ist. Mit verwandtem lit. trū́kti ‘entzweireißen, zerspringen, bersten’ stellen sich die germ. Formen zu ie. *treuk-, *trū̌k-, einer zweifachen Erweiterung der Wurzel ie. *ter(ə)- ‘reiben, drehend reiben’, auf die auch drehen und drohen zurückgehen (s. d.). Drückeberger m. ‘wer sich heimlich (vor einer Arbeit) davonmacht, eine Aufgabe nicht übernimmt’ (19. Jh.), scherzhafte Bildung nach dem Typ der Herkunftsnamen auf -berger (vgl. Perleberger ‘einer aus Perleberg’, s. auch Schlauberger), zu sich drücken ‘sich heimlich davonmachen’ (13. Jh.). Druck2 m. ‘das Drücken, Zwang, Belastung’, modern als technischer Terminus in Luft-, Wasser-, Überdruck u. a.; ahd. thruc ‘Druck, Einwirkung’ (um 1000), mhd. druc ‘Druck, feindliches Zusammenstoßen’. eindrücken Vb. ‘eine Spur hinterlassen, einprägen, durch Druck zerstören’, ahd. inthrucken ‘etw. mit Druck einprägen, aufdrücken’ (Hs. 12. Jh.), mhd. īndrucken; für geistige Beeinflussung und Wirkung ist heute beeindrucken üblich (seit etwa 1900). Daraus rückgebildet Eindruck m. ‘Druckspur, Einwirkung auf Fühlen und Denken’, mhd. īndruc ‘Empfindung, nachhaltige Wirkung’, bei den Mystikern gebräuchlich, danach häufig seit dem 18. Jh. (einen guten, tiefen Eindruck ‘Wirkung’ machen, hinterlassen). Drücker m. ‘mechanische Vorrichtung, Handhabe zur Ausübung von Druck’ (17. Jh.), dann ‘Bedienungsknopf zur Herstellung eines elektrischen Kontaktes’; vgl. dagegen mhd. drücker ‘Unterdrücker’, so noch im 19. Jh., dann abgelöst von Unterdrücker (s. unten). ausdrücken Vb. ‘auspressen, (in Worten) darstellen’, mhd. ūʒdrücken ‘auspressen’; seit dem 15. Jh. ‘in Worte fassen, aussprechen’ (Luther: mit ausgedruckten Worten für lat. expressis verbis); im 16. Jh. wird das Part. Prät. ausgedruckt häufig für heutiges ausdrücklich (s. unten) verwendet. Das 18. Jh. verbindet ausdrücken (und Ausdruck) mit dem Sichtbarwerden von Gefühl und seelischer Reaktion und bezieht es auf künstlerische Gestaltung und Formgebung. Ausdruck m. ‘äußerliches Zeichen inneren Geschehens, Erlebens’, spätmhd. ūʒdruc, seit dem 18. Jh. ‘die Art zu sprechen’, auch ‘Redensart, Wort, (künstlerische) Gestaltung’. ausdrücklich Adj. ‘betont, deutlich, klar’ (16. Jh.). bedrücken Vb. ‘belasten’, ahd. bithrucken ‘schänden, niederdrücken, unterdrücken’ (10. Jh.), mhd. bedrücken ‘niederdrücken, überwältigen’. unterdrücken Vb. ‘niederhalten, unterjochen, gewaltsam beherrschen’, mhd. underdrücken ‘nach unten drücken, unterjochen, unterwerfen’; Unterdrückung f. ‘Unterwerfung, (gewaltsame) Beherrschung’ (15. Jh.); Unterdrücker m. (15. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Anmutung · Eindruck · Impression
Assoziationen
Synonymgruppe
(einzelner) Fußabdruck · Abdruck · Eindruck · Pfotenabdruck · Trittsiegel
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Eindruck‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Eindruck‹.

Verwendungsbeispiele für ›Eindruck‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Sie alle lassen sich vom ersten Eindruck, den Sie vermitteln, beeinflussen. [Kellner, Hedwig: Das geheime Wissen der Personalchefs, Frankfurt a. M.: Eichborn 1998, S. 1]
Heute bekommt das Kind keinen Eindruck mehr von produktiver Arbeit. [Pilgrim, Volker Elis: Manifest für den freien Mann - Teil 1, Reinbek b. Hamburg: Rowohlt 1983 [1977], S. 121]
In dieser Situation besteht je nach "Güte" des sensorischen Eindrucks eine unterschiedliche Sicherheit über die Qualität des Ereignisses. [Rösler, Frank: Hirnelektrische Korrelate Kognitiver Prozesse, Berlin: Springer 1982, S. 184]
Aber, seltsam genug, er vermittelt anderswo nur selten den Eindruck geschichtlichen Lebens. [Auerbach, Erich: Mimesis, Bern: Francke 1959 [1946], S. 25]
Diesen Eindruck, den wir miterleben konnten, werden wir alle bestimmt nicht vergessen. [o. A.: Amtseinführung des neuen Oberpräsidenten der preußischen Provinz Hannover, Viktor Lutze, 28.03.1933]
Zitationshilfe
„Eindruck“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Eindruck>.

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