Einfalt, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Einfalt · wird nur im Singular verwendet
Aussprache 
Worttrennung Ein-falt
Wortbildung  mit ›Einfalt‹ als Erstglied: Einfaltspinsel · einfältig  ·  mit ›Einfalt‹ als Letztglied: Glaubenseinfalt · Herzenseinfalt · Taubeneinfalt
eWDG

Bedeutungen

1.
leichte Beschränktheit des Geistes
Beispiele:
in ihrer Einfalt konnte sie dem Gespräch nicht ganz folgen
seine Einfalt wurde belächelt
2.
gehoben einfache, reine Beschaffenheit des Gemütes, Schlichtheit
Beispiele:
die Einfalt eines Kindes, des Herzens
kindliche, reine, fromme, begnadete Einfalt
Und was kein Verstand der Verständigen sieht, / Das übet in Einfalt ein kindlich Gemüt [ SchillerWorte des Glaubens]
So viel Einfalt bei so viel Verstand [ GoetheWerther6,147]
Das … Kennzeichen der griechischen Meisterstücke ist endlich eine edle Einfalt und eine stille Größe [ Winckelm.1,31]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Einfalt · einfältig · Einfaltspinsel
Einfalt f. ‘Arglosigkeit, gutmütige Beschränktheit, Schlichtheit’, ahd. einfaltī (8. Jh.), mhd. einvalt(e), einvelte, mnd. ēnvōlt ‘Einfachheit, Einfalt’, got. ainfalþei ‘Einfalt’ sind Abstrakta zum Adjektiv ahd. einfalt ‘einfach, aufrichtig, rechtschaffen’ (8. Jh.), mhd. einvalt, frühnhd. einfalt, asächs. ēnfald, mnd. ēnvōlt, aengl. ānfeald, anord. einfaldr, got. ainfalþs, das im Dt. allmählich ersetzt wird durch die jüngere Weiterbildung einfältig Adj. ‘arglos, beschränkt, töricht’, ahd. einfaltīg (11. Jh.), mhd. einvaltec, einveltic. Die Bedeutungsentwicklung beider Adjektive (der auch das Substantiv folgt) führt von ‘einfach’ (im Gegensatz zu doppelt, vielfältig) zu ‘schlicht, arglos’. Der sich aus der Vorstellung ‘einfach, arglos, leichtgläubig’ ergebende geringschätzige Sinn ‘töricht, dumm’, gelegentlich schon mhd., ist heute vorherrschend. Zur Etymologie des zweiten Kompositionsgliedes s. falten, -falt. Einfaltspinsel m. ‘beschränkter, törichter Mensch’ (1732), bald darauf in der Studentensprache geläufig (s. Pinsel2).

Thesaurus

Synonymgruppe
Dummheit · Einfalt · Einfältigkeit · Unvernunft · Unverstand  ●  Niaiserie  geh., franz. · Torheit  geh.
Oberbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe

Typische Verbindungen zu ›Einfalt‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Einfalt‹.

Verwendungsbeispiele für ›Einfalt‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Seine solide Einfalt hielt den Tod im Feld für eine notwendige Folge kriegerischen Ruhms. [Roth, Joseph: Radetzkymarsch, Köln: Kiepenheuer & Witsch 1978 [1932], S. 12]
Es scheint, als habe die Einfalt der künftigen Programme die Köpfe der Politiker schon erreicht. [Die Zeit, 07.01.1985, Nr. 01]
Trotz alledem haben wir so manches Mal über die Einfalt der Sowjets lachen müssen. [Die Zeit, 29.12.1949, Nr. 52]
Immerhin, die schlichte Einfalt nahm man ihr als authentisch ab. [Süddeutsche Zeitung, 22.12.2004]
Doch wer so argumentiert, macht es sich zu leicht und demonstriert seine eigene Einfalt. [Süddeutsche Zeitung, 03.05.2004]
Zitationshilfe
„Einfalt“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Einfalt>.

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