Eingang, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Eingang(e)s · Nominativ Plural: Eingänge
Aussprache 
Worttrennung Ein-gang
eWDG

Bedeutungen

1.
das Hineingehen
Grammatik: meist im Singular
entsprechend der Bedeutung von eingehen (1 a)
Beispiele:
Religionder Herr segne deinen Eingang und Ausgang!
gehobenWer hätte gedacht, daß Ihr Eingang und Aufenthalt in unserem Hause so wunderbar gesegnet sein werde [ Th. MannBuddenbrooks1,292]
Zutritt
Beispiele:
er suchte, fand Eingang in den Kreisen junger Sportler
sich [Dativ] (den) Eingang zu den höchsten Stellen verschaffen
jmdm. den Eingang verwehren
sich [Dativ] den Eingang erzwingen
bildlich
Beispiele:
das komplizierte Verfahren hat in der Praxis keinen Eingang gefunden
um jener unheilvollen Verweichlichung der Rechtspflege bei uns Eingang zu verschaffen [ MusilMann325]
2.
das Eintreffen
Grammatik: meist im Singular
entsprechend der Bedeutung von eingehen (2)
Beispiele:
der tägliche Eingang vieler Briefe aus dem Ausland
den Eingang des Paketes, der Leserbriefe, Glückwunschtelegramme bestätigen
der Eingang dieser Ware steht noch aus, ist morgen zu erwarten
nach Eingang des Geldes
3.
eingegangene Post, Waren
Grammatik: meist im Plural
in gegensätzlicher Bedeutung zu Ausgang
Beispiele:
die Eingänge buchen, registrieren, weiterleiten, verrechnen
die laufenden Eingänge
4.
Tür, Öffnung, durch die jmd. hineingeht
in gegensätzlicher Bedeutung zu Ausgang
Beispiele:
dem Eingang zustreben
das Publikum drängte sich vor der Vorstellung an den Eingängen
den vorderen, hinteren, seitlichen Eingang eines Gebäudes benutzen
das Haus hat zwei Eingänge
ein verbotener Eingang
am Eingang, vor dem Eingang auf jmdn. warten
der Eingang zur Bühne, zum Saal
die Polizei besetzte, überwachte, kontrollierte, sperrte alle Eingänge zu dem Werk, Bahnhof
der Eingang muss frei bleiben
bitte den Eingang frei halten!
dieser Eingang ist ab 20 Uhr geschlossen
bildlich
Beispiele:
der Eingang zum Darm
das Geschwür sitzt am Eingang des Magens
5.
Anfang, Beginn
Grammatik: meist im Singular
a)
eines Ortes, Gebietes
in gegensätzlicher Bedeutung zu Ausgang
Beispiele:
am Eingang des Dorfes, Gebirges
am Eingang des Waldes, der Allee stand eine Bank
den Eingang in die Schlucht versperrte ein herabgestürzter Felsblock
b)
einer Handlung, Erzählung
Beispiele:
am Eingang der Feier, Veranstaltung wurde ein Streichquartett gespielt, ein Lied gesungen
der düstere Eingang der Erzählung
ich habe schon am Eingang meines Vortrages, Briefes darauf hingewiesen
zu Eingang seines Epos gibt der Dichter einige persönliche Hinweise
Dieses Wort ist Teil des Wortschatzes für das Goethe-Zertifikat A1.
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

gehen · abgehen · Abgang · angehen · aufgehen · Aufgang · ausgehen · Ausgang · begehen · eingehen · Eingang · entgehen · ergehen · hintergehen · übergehen · Übergang · untergehen · Untergang · vergehen · Vergehen · Vergangenheit · vorgehen · Vorgang · Vorgänger
gehen Vb. ‘sich zu Fuß fortbewegen’. Im Paradigma von nhd. gehen sind die Formen von zwei verschiedenen, nicht miteinander verwandten Verben vereinigt. Das gemeingerm. starke Verb ahd. gangan (8. Jh.), mhd. gangen, asächs. aengl. gangan, mnl. ganghen, anord. ganga, got. gaggan gehört zu den reduplizierenden Verben und ist vielleicht als Rückbildung aus einem jan-Verb germ. *gangjan (vgl. ahd. zigengen ‘zergehen machen, vernichten’, um 1000, mhd. gengen ‘gehen machen, losgehen’, aengl. gengan ‘gehen, reisen, reiten’) anzusehen. Es ist verwandt mit Gang1 (s. d.) und außergerm. mit aind. jáṅghā ‘Unterschenkel’, jáṁhaḥ ‘Flügel, Schwinge’, lit. žeñgti ‘schreiten, gehen’ und vielleicht griech. kochṓnē (κοχώνη) ‘Stelle zwischen den Schenkeln, Hinterbacke’. Erschließbar ist ie. *g̑hengh- ‘schreiten, Schritt, Schenkelspreize, Schamgegend’. Auf dieses durch ahd. gangan vertretene Verb gehen das Prät. (ging) und das Part. Prät. (gegangen) von nhd. gehen zurück. Daneben steht gleichbed. ahd. gān (8. Jh.) und (zunächst nur bair. und frk.) gēn (8. Jh.), mhd. gān, gēn, asächs. -gān, mnd. aengl. gān, engl. to go, mnl. gaen, nl. gaan, anord. aschwed. , krimgot. geen, das ahd. nur durch den Infinitiv und athematisch gebildete Präsensformen (gām, gās(t), gāt usw. neben gēm, gēs(t), gēt usw.) belegt ist (vgl. aber aengl. Part. Prät. gegān), die Infinitiv und Präsens des nhd. Verbs gehen ergeben haben. Dieses Verb verbindet sich mit griech. (homerisch) kichā́nein (κιχάνειν) ‘erreichen, erlangen, antreffen’, aind. jíhītē ‘springt auf, begibt sich zu’ und führt auf eine Wurzel ie. *g̑hē-, *g̑hēi- ‘leer sein, fehlen, verlassen, fortgehen’, dann auch ‘gehen’, wobei eine Identität mit ie. *g̑hēi-, *g̑hē- ‘gähnen, klaffen, offenstehen’ erwogen wird (s. gähnen), da sich ‘fortgehen’ aus ‘klaffend abstehen’ entwickelt haben kann. abgehen Vb. ‘sich entfernen, fehlen, sterben, abschreiten’, ahd. abagangan, -gān ‘aufhören, vergehen’ (um 1000), mhd. abegān ‘abnehmen, etw. versagen, fehlen’; Abgang m. ‘Weggang, Tod, Weg nach unten’, mhd. abeganc ‘das Hinabgehen, ein hinabführender Weg, Mangel, Abfall’. angehen Vb. ‘beginnen, betreffen, um etw. bitten’, ahd. anagangan, -gān, -gēn (um 800), mhd. anegān ‘anfangen, hineingehen, folgen, angreifen’. aufgehen Vb. ‘sich öffnen, emporsteigen, sichtbar werden’, ahd. ūfgangan, -gān, -gēn (8. Jh.), mhd. ūfgān, -gēn ‘aufgehen, sich erheben, entstehen, gedeihen’; Aufgang m. ‘Erscheinen, Weg nach oben, Treppe’, ahd. ūfgang (8. Jh.), mhd. ūfganc. ausgehen Vb. ‘fortgehen, sich aufbrauchen, enden, abzielen auf etw.’, ahd. ūʒgangan, -gān, -gēn ‘hinausgehen, aufhören’ (8. Jh.), mhd. ūʒgān, -gēn ‘heraus-, hervorgehen, über die Ufer treten, zu Ende gehen, sich verlieren’; Ausgang m. ‘das Hinausgehen, Schluß, Ende, Weg nach außen’, ahd. ūʒgang (um 800), mhd. ūʒganc ‘das Herausgehen, Ausgang, Ende’. begehen Vb. ‘besichtigen, entlanggehen, feiern’, ahd. bigangan, -gān, -gēn (8. Jh.), mhd. begān, -gēn ‘erreichen, antreffen, sorgen um etw., feiern, zu Grabe geleiten’. eingehen Vb. ‘hineingehen, eintreffen, sich mit etw. oder jmdm. beschäftigen, kleiner werden, schrumpfen, aufhören zu existieren’, ahd. ingangan, -gān, -gēn ‘hineingehen, ein-, betreten, eindringen, überfallen’ (8. Jh.), mhd. īngān, asächs. mnd. ingān, got. inngaggan. Eingang m. ‘Öffnung, Tür, Ankunft, Weg nach innen’, ahd. ingang (8. Jh.), mhd. īn-, inganc. entgehen Vb. ‘entkommen, nicht bemerkt werden’, ahd. intgangan, -gān, -gēn (9. Jh.), mhd. engān, -gēn ‘entkommen, fortgehen, verlorengehen, sich entziehen’. ergehen Vb. ‘angeordnet werden’, reflexiv ‘spazierengehen’, auch unpersönlich mir ergeht es gut, schlecht, ahd. irgangan, -gān, -gēn (9. Jh.), mhd. ergān, -gēn ‘zu gehen beginnen, kommen, geschehen, sich ereignen, einholen, zu Ende gehen’. hintergehen Vb. ‘betrügen, täuschen’, spätmhd. hindergān ‘von hinten herangehen, überfallen, betrügen’. übergehen Vb. ‘nicht beachten, übersehen, überlaufen, überfließen’, ahd. ubargangan, ubar(i)gān ‘überströmen, hinübergehen’ (8. Jh.), mhd. übergān, -gēn ‘übergehen, -fließen, vorübergehen, über etw. gehen, überfallen, übertreten’; Übergang m. ‘überführender Weg, das Überschreiten, Wechsel’, ahd. ubargang ‘das Herausgehen, Abweichung, Verderben, Seuche, Pest’ (8. Jh.), frühnhd. übergang ‘das Hinübergehen, Durchgang, Stelle, wo man hinübergeht’ (15. Jh.). untergehen Vb. ‘zugrunde gehen, versinken’, ahd. untargangan, -gān, -gēn (um 800), mhd. untergān, -gēn ‘dazwischentreten, überkommen, befallen, versperren’; Untergang m. ‘das Zugrundegehen, Scheitern, Sinken’, ahd. untargang (9. Jh.), mhd. underganc ‘Verderben, Sinken (der Sonne), Unterwerfung, Schiedsgericht’. vergehen Vb. ‘aufhören zu existieren, vorbeigehen, verstreichen’, reflexiv ‘gegen eine Norm verstoßen, ein Verbrechen an jmdm. ausführen’, ahd. firgangan, -gān, -gēn ‘vorwärtsgehen, verstreichen’ (9. Jh.), mhd. vergān, -gēn, auch ‘übergehen, meiden, auseinandergehen, sich verirren’; Vergehen n. ‘zu bestrafende Handlung, Verbrechen’ (18. Jh.), vgl. mhd. vergān ‘das Vorübergehen, Hinweggehen’; Vergangenheit f. ‘zurückliegende, verflossene Zeit’ (18. Jh.), in diesem Sinne grammatischer Terminus für Zeitformen des Verbs, die ein Geschehen oder Sein als vergangen darstellen (19. Jh.), vgl. di vergangen zeit (um 1400), die verlauffene Zeit (Anfang 17. Jh.). vorgehen Vb. ‘vorwärtsgehen, nach vorn gehen, den Vorrang haben, sich ereignen’, ahd. foragangan, -gān, -gēn (8. Jh.), mhd. vor-, vürgān ‘vorangehen, übertreffen’; Vorgang m. ‘Ereignis, Ablauf eines Geschehens, in den Akten festgehaltener Fall’, mhd. vor-, vürganc ‘das Vorausgehende, Einleitung, Vortritt, Fortschritt, Erfolg’; Vorgänger m. ‘in Amt oder Stellung Vorangegangener’, spätmhd. vorganger, -genger.

Thesaurus

Synonymgruppe
Einfahrt · Eingang · Eintritt · Zufahrt · Zugang
Assoziationen
Synonymgruppe
Synonymgruppe
Pforte · Portal · Tor  ●  Eingang  Hauptform · Einlass  geh. · Entree  geh.
Assoziationen
Antonyme
Synonymgruppe
(im / am) Eingangsbereich · an der Pforte  ●  (beim / am) Eingang  ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe
Eingang · Eingangstür · Hauseingang · Haustür
Oberbegriffe

Typische Verbindungen zu ›Eingang‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Eingang‹.

Verwendungsbeispiele für ›Eingang‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Diese wiederum findet Eingang in die Erklärung der Menschenrechte der Französischen Revolution. [Schwanitz, Dietrich: Bildung, Frankfurt a. M.: Eichborn 1999, S. 324]
Aus dem roh gemauerten Eingang des Hauses trat ein alter Mann. [Moers, Walter: Die 13 1/2 Leben des Käpt'n Blaubär, Frankfurt a. M.: Eichborn 1999, S. 337]
Während ich dies dachte, stand ich unversehens im Eingang des Hauses. [Hijiya-Kirschnereit, Irmela: Selbstentblößungsrituale, Wiesbaden: Steiner 1981, S. 144]
Und nun haut der kleine Gefreite Granate um Granate vor den Eingang, in den Eingang. [o. A.: PK-Bericht vom Durchbruch an der Aisne, 10.06.1940]
Meist aber sind sie durch einen viertaktigen »Eingang« miteinander verbunden. [Nick, Edmund: Strauß (Familie). In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1965], S. 21087]
Zitationshilfe
„Eingang“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Eingang>.

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