Einigungsvertrag, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Einigungsvertrag(e)s · Nominativ Plural: Einigungsverträge
Aussprache  [ˈaɪ̯nɪgʊŋsfɛɐ̯ˌtʀaːk]
Worttrennung Ei-ni-gungs-ver-trag
Wortzerlegung EinigungVertrag
DWDS-Vollartikel, 2020

Bedeutung

politischer bzw. wirtschaftlicher Vertrag zwischen Ländern, Firmen o. Ä., der ein gemeinsames Regelwerk beinhaltet bzw. eine Vereinigung (1) der Vertragspartner erklärt
Kollokationen:
als Akkusativobjekt: einen Einigungsvertrag aushandeln, unterzeichnen
in Präpositionalgruppe/-objekt: etw. im Einigungsvertrag festschreiben, erklären
als Genitivattribut: der Entwurf, die Bestimmungen des Einigungsvertrages
Beispiele:
Grund für den Optimismus auf Neuwieder Seite ist ein neues Lärmschutz‑Gutachten der Firma AMT, das die Stadt – wie es im Einigungsvertrag zwischen Neuwied und Andernach festgehalten sei – in Auftrag gegeben hatte. [Rhein-Zeitung, 29.11.2008]
Eine […] Einigung würde sich »positiv« auf die Kreditgespräche auswirken[…]. Die auf dem Tisch liegenden, aber eben noch nicht unterschriebenen Einigungsverträge würden der Kirchgruppe Luft verschaffen. Sobald das DF1 in Premiere aufginge, würden sich Kirch und Bertelsmann die Kosten für das digitale Abo‑TV teilen. [Süddeutsche Zeitung, 21.06.1997]
Zweifellos habe das Eintreten Chiracs für den Vertrag von Maastricht das – knappe – Ja der Franzosen beim Referendum über den europäischen Einigungsvertrag bewirkt. [Frankfurter Allgemeine Zeitung, 25.10.1995]
spezieller völkerrechtlicher Vertrag zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Deutschen Demokratischen Republik, der die Bestimmungen ihrer staatlichen Einigung (1) und das Ende der DDR als eigenständiger Staat regelt
Grammatik: nur im Singular
Kollokationen:
mit Adjektivattribut: der deutsch-deutsche Einigungsvertrag
hat Präpositionalgruppe/-objekt: ein Einigungsvertrag zwischen der Bundesrepublik und der DDR
in Koordination: Einigungsvertrag und Grundgesetz
Beispiele:
1990 – In Ost‑Berlin unterzeichnen die Verhandlungsführer DDR‑Staatssekretär Günther Krause und Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble den deutsch‑deutschen Einigungsvertrag. [Die Zeit, 31.08.2015 (online)]
Der »Tag der deutschen Einheit« ist der 3. Oktober, weil im Jahr 1990 an diesem Tag der Einigungsvertrag in Kraft trat. [Der Standard, 08.11.2013]
Erst bei Nachverhandlungen sei im Einigungsvertrag festgeschrieben worden, dass die Akten für die politische, juristische und historische Aufarbeitung zugänglich sein sollen, so wie dies die frei gewählten Abgeordneten der Volkskammer beschlossen hatten. [Südkurier, 07.11.2005]
Der Einigungsvertrag bestimmt die Pflichten, die die Vertragsparteien bis zur Herstellung der Einheit Deutschlands zu erfüllen haben, sowie die Rechte, die sie wahrnehmen. [Nr. 374: Aufzeichnung des Arbeitsstabes Deutsche Einheit vom 30. Juli 1990. In: Deutsche Einheit, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1990], S. 4208]

Typische Verbindungen zu ›Einigungsvertrag‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Einigungsvertrag‹.

Zitationshilfe
„Einigungsvertrag“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Einigungsvertrag>, abgerufen am 27.10.2020.

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