Eins
Duden, GWDS, 1999

Bedeutungen

a)
Ziffer 1
b)
ein Auge (beim Würfeln)
c)
Zeugnis-, Bewertungsnote 1
d)
umgangssprachlich (Straßen)bahn, Omnibus der Linie 1
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

ein · eins · Eins
ein Num. Das gemeingerm. Zahlwort ahd. (8. Jh.), mhd. ein, asächs. mnd. ēn, aengl. ān, engl. one, mnl. nl. een, anord. einn, got. ains (germ. *aina-) führt mit Wörtern anderer ie. Sprachen wie lat. ūnus (alat. oinos), griech. ó͞inē, oinós (οἴνη, οἰνός) ‘Eins auf dem Würfel’, air. ōen auf ie. *oinos ‘eins’, eine Bildung zum Pronominalstamm ie. *ei-, *i- ‘der, er’ (s. ↗er). Das Zahlwort wird bereits in ahd. Zeit auch als Indefinitpronomen ‘irgendein’ gebraucht, aus dem sich die Verwendung als unbestimmter Artikel entwickelt. Vom Zahlbegriff her wird ahd. mhd. ein (im Mhd. oft verstärkt al ein) zum Ausdruck der Einheit, Gemeinsamkeit, Übereinstimmung; so begegnet es auch in den Fügungen ahd. mhd. ein sīn ‘einig, gleichen Sinnes sein’, ahd. ein werdan, mhd. ein werden ‘sich einigen’, seit dem 15. Jh. eins sein, werden (wohl mit Genitiv-s, vgl. mnd. ēn sīn, ēn(s) werden, mnl. eens sijn, werden); dazu als Gegenbildung nhd. uneins sein, werden (15. Jh., vgl. mnd. unēns, mnl. oneens ‘uneinig’). Ferner kennzeichnet ahd. mhd. ein auch Singularität, namentlich in der schwachen Form ahd. eino, mhd. eine ‘allein, abgesondert, als einziger’ (vorwiegend prädikativ, in adverbiellem Gebrauch ahd. ein, mhd. eine, ein ‘nur’), im Mhd. häufig verstärkt durch al, woraus mhd. alein(e) (s. ↗allein). Zur Bezeichnung des Zahlenwertes innerhalb der Zahlenreihe wird im Nhd. eins Num. üblich, das ein stark flektiertes Neutrum mhd. ein(e)ʒ fortsetzt; vorher steht in solchen Fällen endungsloses ahd. mhd. ein, im Mhd. vereinzelt schon ein(e)ʒ; dazu die Substantivierung Eins f. als Bezeichnung der Ziffer (18. Jh.), dann als Zensur, Straßenbahnlinie u. ä.
DWDS-Beispielextraktor

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Denn in Situationen Eins gegen Eins "haben wir keine Chance.
Süddeutsche Zeitung, 21.08.2000
Eins plus eins ist zwei, aber eigentlich ist zwei hier eins.
Der Tagesspiegel, 26.07.1999
Eins muß ich Ihnen sagen: Sie dürfen nicht denken, daß wir glaubten, was Sie gesagt haben.
o. A.: Einhunderteinunddreißigster Tag. Donnerstag, 16. Mai 1946. In: Der Nürnberger Prozeß, Berlin: Directmedia Publ. 1999 [1946], S. 25329
Hier trat für mich alsbald die sorgenvolle Frage auf: woher kommt diese Eins?
Ostwald, Wilhelm: Lebenslinien. Eine Selbstbiographie, 3 Teile. In: Simons, Oliver (Hg.), Deutsche Autobiographien 1690 - 1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1927], S. 39464
Eins weiß man bei uns nicht: daß er eine aktive Wirkung ausüben kann.
Rubiner, Ludwig: Untertan. In: Deutsche Literatur von Lessing bis Kafka, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1914], S. 16741