Einsamkeit, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Einsamkeit · Nominativ Plural: Einsamkeiten · wird meist im Singular verwendet
Aussprache
WorttrennungEin-sam-keit
Wortzerlegungeinsam-keit
Wortbildung mit ›Einsamkeit‹ als Erstglied: ↗Einsamkeitsbedürfnis · ↗Einsamkeitsgefühl  ·  mit ›Einsamkeit‹ als Letztglied: ↗Gotteseinsamkeit · ↗Klostereinsamkeit · ↗Meereseinsamkeit · ↗Waldeinsamkeit · ↗Waldeseinsamkeit · ↗Wintereinsamkeit
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
das Einsamsein
entsprechend der Bedeutung von einsam (Lesart 1 u. 2)
Beispiele:
die Einsamkeit eines Menschen, einer Gegend
innere Einsamkeit
klösterliche, schweigende, strenge, stille, tiefe, bittere Einsamkeit umgab uns
er konnte die Einsamkeit (in) seiner Wohnung nicht mehr ertragen
ein Bedürfnis nach Einsamkeit, Angst vor der Einsamkeit haben
seine Einsamkeit drückend fühlen
seiner Einsamkeit ein Ende bereiten
in die Einsamkeit eines Menschen, des Waldes vordringen
die Einsamkeit suchen, lieben, fürchten, fliehen
2.
einsame Gegend
Beispiel:
in diese Einsamkeit kommt selten ein Fremder
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

einsam · Einsamkeit
einsam Adj. ‘allein, verlassen, öde’, älter auch ‘einig, einträchtig, einzeln’. Die Bildung zu ahd. mhd. ein (in mehreren seiner Verwendungen, s. ↗ein Num.) mit dem Suffix ↗-sam (s. d.) nach dem Vorbild von ↗gemeinsam (s. d.) ist um 1400 bereits in der adverbiellen Form einsamlīche, dann in Glossaren des 15. Jhs. vereinzelt nachzuweisen, findet sich aber häufig bei Luther, mit dessen Bibelübersetzung sie in der heute üblichen Bedeutung schnell durchdringt; vgl. schon ahd. einsamana ‘Einheit, Einigkeit’ (11. Jh.), einsamōn ‘vereinigen’ (Hs. 12. Jh.). Einsamkeit f. ‘Einsamsein, verlassene Gegend’, frühnhd. (15. Jh.) für lat. sōlitūdo.

Thesaurus

Synonymgruppe
Alleinsein · Einsamkeit · ↗Verlassenheit
Assoziationen
Synonymgruppe
Abgelegenheit · ↗Abgeschiedenheit · Einsamkeit · ↗Einöde · ↗Isolation
Synonymgruppe
Einsamkeit · ↗Verlorenheit

Typische Verbindungen
computergeneriert

Angst Armut Baumwollfeld Depression Entfremdung Festung Fremdheit Gefühl Isolation Kälte Labyrinth Langeweile Langstreckenläufer Leere Melancholie Schmerz Sehnsucht Stille Trauer Verlorenheit Verzweiflung Weite Zweisamkeit entfliehen ertragen existentiell grenzenlos ländlich selbstgewählt unendlich

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Einsamkeit‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Das stimmt nicht, sie mögen vielleicht Ruhe, aber nicht Einsamkeit, sagte ich.
Süddeutsche Zeitung, 21.09.2002
Sie hat er ran gelassen an sein Leben, an seine Sucht, an seine Einsamkeit.
Der Tagesspiegel, 11.12.2001
Auf die dunkle Nacht der Einsamkeit folgt der helle Tag freudig bunter Gemeinschaft.
Schuhmann, Otto: Meyers Opernbuch, Leipzig: Bibliograph. Inst. 1938 [1935], S. 214
Und er stand da, in dem fremden Hof, und plötzlich sah er nach oben, in seiner Einsamkeit sah er nach oben.
Fallada, Hans: Wer einmal aus dem Blechnapf frißt - Bd. 2, Berlin u. a.: Aufbau-Verl. 1990 [1934], S. 38
Um so heißer beschäftigte ich mich mit ihnen in der Einsamkeit.
Bergg, Franz: Ein Proletarierleben. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1913], S. 8741
Zitationshilfe
„Einsamkeit“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Einsamkeit>, abgerufen am 24.10.2019.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
einsam
Einsalzung
einsalzen
einsalben
einsägen
Einsamkeitsbedürfnis
Einsamkeitsgefühl
einsammeln
Einsammlung
einsargen