Eintracht, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Eintracht · wird nur im Singular verwendet
Aussprache 
Worttrennung Ein-tracht
Wortbildung  mit ›Eintracht‹ als Erstglied: einträchtig
eWDG

Bedeutung

Übereinstimmung in der Gesinnung, Einigkeit, Einmütigkeit
Beispiele:
in brüderlicher, schwesterlicher, bester, völliger, vorbildlicher Eintracht leben, zusammenstehen, handeln
ihre Eintracht war sprichwörtlich geworden
die Eintracht stören
die Mutter hatte wieder Eintracht unter den Kindern geschaffen, gestiftet
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Eintracht · einträchtig · einträchtiglich · Einträchtigkeit · Zwietracht · zwieträchtig
Eintracht f. ‘Übereinstimmung (im Denken und in der Gesinnung), Einmütigkeit, Einigkeit, Verträglichkeit’. Im 14. Jh. in der Rechtssprache auftretendes mnd. ēndracht und mhd. (nur md.) eintraht ‘Übereinkunft, Absprache, Vertrag’ ist abgeleitet von mnd. (over)ēndrāgen, (over)ēndrēgen, älter över ēn, in ēn drāgen (mhd. über ein tragen) ‘übereinkommen, -stimmen, sich vertragen, beschließen, vereinbaren’; vgl. frühnhd. übereintragen, nl. overeendragen; s. ein1 Num. und tragen, Tracht. Eintracht dringt erst im 16./17. Jh. (wesentlich später als einträchtig und Einträchtigkeit, s. unten) vom nd.-md. Sprachgebiet ins Obd. vor. einträchtig Adj. ‘einmütig, friedlich’, mnd. ēndrachtich, ēndrechtich, mhd. (nur md.) eintrehtec (13. Jh.), seit dem 15. Jh. auch obd.; etwa gleich alt ist die Bildung mit Doppelsuffix einträchtiglich Adv. mnd. ēndrachtichlīk, spätmhd. eintrehteclīche. Einträchtigkeit f. mnd. ēndrachtichēt, ēndrechtichēt, mhd. eintrehtecheit (14. Jh.), im 15. Jh. ins Obd. vordringend. Zwietracht f. ‘Uneinigkeit, Zwist’, mnd. twēdracht, twīdracht, mhd. zwitraht (um 1300), abgeleitet von mnd. twēdrāgen, twēdrēgen, entwey drāgen, drēgen, mhd. enzweitragen ‘uneins sein, sich entzweien’; wie Eintracht vom Nd.-Md. ausgehend, jedoch früher auf das Obd. übergreifend. Geläufig in der Verbindung Zwietracht säen ‘Unfrieden stiften’, die lat. discordiās serere folgt. zwieträchtig Adj. ‘uneinig’, mnd. twēdrachtich, mhd. zwitrehtic (14. Jh.). Die ganze Wortgruppe wird vom heutigen Sprachgefühl aus zu trachten (s. d.) gestellt.

Thesaurus

Synonymgruppe
Einheit · Einigkeit · Einssein · Eintracht · Harmonie · Übereinstimmung  ●  Friede-Freude-Eierkuchen  ugs. · eitel Sonnenschein  ugs.
Assoziationen
  • (es herrscht) eitel Sonnenschein · gespielte Harmonie · trügerische Harmonie  ●  (auf) gut Wetter machen  fig. · Schalmeienklänge  fig. · Eiapopeia  ugs. · Friede, Freude, Eierkuchen  ugs. · Heiteitei  ugs.
Synonymgruppe
Einhelligkeit · Einigkeit · Einklang · Einmütigkeit · Einstimmigkeit · Eintracht · Einvernehmen · Gleichgestimmtheit · Harmonie · Konformismus · Konformität · Konsensus · Zustimmung · Übereinkommen · Übereinstimmung  ●  Konsens  fachspr. · traute Harmonie  geh., ironisch

Typische Verbindungen zu ›Eintracht‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Eintracht‹.

Verwendungsbeispiele für ›Eintracht‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Wenn ich nicht wäre, würden sie in schönster Eintracht leben. [Brussig, Thomas: Helden wie wir, Berlin: Verl. Volk und Welt 1996 [1995], S. 30]
Dieser versprach, sich angesichts der Lage Polens um politische Eintracht zu bemühen. [Archiv der Gegenwart, 2001 [1992]]
Die Lage im Land sei ruhig, die Regierung der nationalen Eintracht genieße die Unterstützung des sudanesischen Volkes. [Archiv der Gegenwart, 2001 [1988]]
Zu Beginn des Spiels tat sich die Eintracht lange schwer. [Die Zeit, 22.12.2013, Nr. 51]
Die Eintracht drängte auf das zweite Tor, die Gäste hielten aber zunächst gut dagegen. [Die Zeit, 20.12.2013 (online)]
Zitationshilfe
„Eintracht“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Eintracht>.

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