Eisvogel

GrammatikSubstantiv
WorttrennungEis-vo-gel
WortzerlegungEis1Vogel
Duden GWDS, 1999

Bedeutungen

1.
oberseits leuchtend blaugrün u. unterseits rotbraun gefiederter, am Wasser lebender Vogel mit langem, dolchähnlichem Schnabel
2.
Tagfalter, dessen braune Flügeloberseite weiße Flecke aufweist
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Eis · Eisbahn · eisig · loseisen · Eisvogel
Eis n. ‘gefrorenes Wasser’, ahd. (8. Jh.), mhd. asächs. mnd. īs, mnl. nl. ijs, afries. īs, aengl. īs, engl. ice, anord. īss, schwed. is. Für germ. *īsa- lassen sich iran. Parallelen beibringen, awest. aēxa- ‘Frost, Eis’, isav- ‘frostig, eisig’, pers. yak, afghan. jah̨, osset. ich (ux) ‘Eis’, wobei umstritten ist, ob im Iran. das s oder die Gutturallaute ursprünglich sind. Specht Dekl. 18 vertritt hinsichtlich des Awest. die zweite Ansicht. Einen altertümlichen Wechsel von suffixalem s und n sieht er (339) dagegen zwischen den germ. und den zugehörigen balt. und slaw. Formen lit. ýnis, aslaw. inii, russ. ínej (иней) ‘Reif’. Erschließbar ist eine Wurzel ie. *ei-, *ī- ‘Eis, Frost’. Eisbahn f. ‘Schlittschuhbahn’ (17. Jh.). eisig Adj. ‘eiskalt’, mhd. īsec; in jüngerer Sprache übertragen im Sinne von ‘unnahbar, kalt, ablehnend’. loseisen Vb. ‘losmachen’, eigentlich ‘ein im Eis festliegendes Schiff befreien’ (18. Jh.). Eisvogel m. farbenprächtiger Vogel, auch Martinsvogel und Wintervogel genannt, ahd. īsfogal (Hs. 12. Jh.), mhd. īsvogel. Ursprüngliche Bezeichnung ist ahd. īsa(r)nfogal (um 1100), aengl. īsearn, eigentlich ‘eiserner Vogel’ (s. ↗Eisen), nach dem metallisch glänzenden Federkleid. Hieraus ist Eisvogel, wohl unter Einfluß des Berichts bei Plinius, der Vogel brüte im Winter, umgedeutet.

Thesaurus

Synonymgruppe
Eisvogel  ●  Alcedo atthis  fachspr., lat.
Oberbegriffe

Typische Verbindungen
computergeneriert

Biber Bienenfresser Ente Fischadler Fischotter Fischreiher Graureiher Haubentaucher Kormoran Kranich Lebensraum Pirol Schwan Schwarzstorch Seeadler Specht Sumpfschildkröte Uhu Vogel Vogelart Wasseramsel Wiedehopf beobachten brüten bunt nisten schillernd selten sichten

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Eisvogel‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Einem Eisvogel, der auch hier nisten könnte, sind wir nicht begegnet.
Süddeutsche Zeitung, 13.07.1998
Nach einer Stunde - unterwegs hat sie wieder zwei blaue Eisvögel gesehen - legt sie wieder an.
Bild, 03.01.2004
Der Eisvogel ist eigentlich ein Eisenvogel, wegen seines grünlichblauen, eisenfarbigen Gefieders.
Krämer, Walter / Sauer, Wolfgang, Lexikon der populären Sprachirrtümer, Frankfurt a. M.: Eichborn 2001, S. 93
Bienenfresser, Eisvogel und Erdschwalbe führen Minierarbeiten aus und graben sich tiefe Erdhöhlen.
Lucanus, Friedrich von: Im Zauber des Tierlebens, Berlin: Wegweiser-Verl. 1926 [1926], S. 224
Eine Spezialität Cantons sind ferner Silberarbeiten in Gestalt von Dosen und Schmuckgegenständen mit eingelegten winzig kleinen Teilchen der metallisch glänzenden, hellblauen Flügelfedern des Kingfischers (Eisvogels).
Ehlers, Otto Ehrenfried: Im Osten Asiens, Berlin: Paetel 1913 [1900], S. 15
Zitationshilfe
„Eisvogel“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Eisvogel>, abgerufen am 20.11.2019.

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