Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Eitelkeit, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Eitelkeit · Nominativ Plural: Eitelkeiten
Aussprache  [ˈaɪ̯tl̩kaɪ̯t]
Worttrennung Ei-tel-keit
Wortzerlegung eitel -keit
Wortbildung  mit ›Eitelkeit‹ als Letztglied: Autoreneitelkeit · Künstlereitelkeit · Schriftstellereitelkeit

Bedeutungsübersicht+

  1. 1. entsprechend der Bedeutung von eitel (1)
  2. 2. [gehoben] Nichtigkeit
eWDG

Bedeutungen

1.
entsprechend der Bedeutung von eitel (1)
Beispiele:
die Eitelkeit dieses Mannes war bekannt
man merkte ihr die große Eitelkeit an
ihre Eitelkeit hatte sie zu dem Kauf verleitet
befriedigte, gekränkte, beleidigte, heimliche, weltliche Eitelkeit
diese Kritik hatte ihre Eitelkeit verletzt
Eitelkeit auf etw.
er sagte das nicht aus Eitelkeit
Es spricht für die innere Rechtschaffenheit Balzacs, der tausendmal klüger war als seine kleinen Eitelkeiten [ St. ZweigBalzac162]
Er besaß außer dem Ehrgeiz, Voltaire zu ähneln, keine Eitelkeit [ I. SeidelLabyrinth46]
2.
gehoben Nichtigkeit
entsprechend der Bedeutung von eitel (3)
Beispiele:
die Eitelkeit unseres Tuns
Und während sein Ruhm betäubend hinauf in den Himmel tönte, spürte er scharf und spöttisch die Eitelkeit dieses Ruhmes [ Feuchtw.Jefta370]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

eitel · Eitelkeit · vereiteln
eitel Adj. ‘von seinen (vermeintlichen) Vorzügen überzeugt, gefallsüchtig, rein, nichtig, leer’, ahd. ītal (9. Jh.), mhd. ītel, asächs. īdal, mnd. mnl. īdel, nl. ijdel, aengl. īdel. Nur westgerm. (*īdla-); Herkunft ungeklärt, außergerm. Verwandtschaft nicht glaubhaft nachweisbar. Die Ausgangsbedeutung ‘leer’ findet sich ahd. bereits in den Varianten ‘öde, nichtig, vergeblich’. Die mhd. Verwendung ‘bloß, nichts als’ begegnet noch in eitel Gold, eitel Freude (vgl. Eitel Friedrich, eigentlich ‘nur Friedrich’). Aus dem bibelsprachlichen Gebrauch alles ist eitel (vgl. (omnia) est vanitas Vulgata) entwickelt sich die nhd. Hauptbedeutung ‘auf Wirkung bedacht, selbstgefällig’. Eitelkeit f. ‘Selbstgefälligkeit, Gefallsucht, Nichtigkeit’, mhd. ītelkeit ‘Leerheit, Nichtigkeit’. vereiteln Vb. ‘verhindern, zum Scheitern bringen’ (18. Jh.), mhd. verītelen ‘kraftlos werden’, gebildet zu eitel, mhd. ītel ‘leer, nichtig’.

Thesaurus

Synonymgruppe
Eitelkeit · Gefallsucht · Koketterie
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Eitelkeit‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Eitelkeit‹.

Verwendungsbeispiele für ›Eitelkeit‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Sie kannten noch nicht die Eitelkeit, vor die Kamera zu kommen. [Rangnow, Rudolf: Tropenpracht und Urwaldnacht, Braunschweig: Gustav Wenzel & Sohn 1938 [1938], S. 9]
Die Eitelkeit hat kein Format, und Größe ist nicht eitel. [Mann, Thomas: Der Zauberberg, Gütersloh: Bertelsmann 1998 [1924], S. 678]
Stolz ist das Bewußtsein des eigenen Wertes, Eitelkeit ist die Freude daran. [Mauthner, Fritz: Wörterbuch der Philosophie. In: Bertram, Mathias (Hg.) Geschichte der Philosophie, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1910], S. 26423]
Aber seit den fünfziger Jahren ist es vorbei mit der falschen Eitelkeit. [Die Zeit, 24.05.1996, Nr. 22]
Den Eitelkeiten versucht er schon durch die Auswahl seiner Künstler vorzubeugen. [Die Zeit, 25.07.2011, Nr. 30]
Zitationshilfe
„Eitelkeit“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Eitelkeit>.

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