Eitelkeit, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Eitelkeit · Nominativ Plural: Eitelkeiten
Aussprache
WorttrennungEi-tel-keit
Wortzerlegungeitel-keit
Wortbildung mit ›Eitelkeit‹ als Letztglied: ↗Autoreneitelkeit · ↗Künstlereitelkeit · ↗Schriftstellereitelkeit
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
entsprechend der Bedeutung von eitel (Lesart 1)
Beispiele:
die Eitelkeit dieses Mannes war bekannt
man merkte ihr die große Eitelkeit an
ihre Eitelkeit hatte sie zu dem Kauf verleitet
befriedigte, gekränkte, beleidigte, heimliche, weltliche Eitelkeit
diese Kritik hatte ihre Eitelkeit verletzt
Eitelkeit auf etw.
er sagte das nicht aus Eitelkeit
Es spricht für die innere Rechtschaffenheit Balzacs, der tausendmal klüger war als seine kleinen Eitelkeiten [St. ZweigBalzac162]
Er besaß außer dem Ehrgeiz, Voltaire zu ähneln, keine Eitelkeit [I. SeidelLabyrinth46]
2.
gehoben Nichtigkeit
entsprechend der Bedeutung von eitel (Lesart 3)
Beispiele:
die Eitelkeit unseres Tuns
Und während sein Ruhm betäubend hinauf in den Himmel tönte, spürte er scharf und spöttisch die Eitelkeit dieses Ruhmes [Feuchtw.Jefta370]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

eitel · Eitelkeit · vereiteln
eitel Adj. ‘von seinen (vermeintlichen) Vorzügen überzeugt, gefallsüchtig, rein, nichtig, leer’, ahd. ītal (9. Jh.), mhd. ītel, asächs. īdal, mnd. mnl. īdel, nl. ijdel, aengl. īdel. Nur westgerm. (*īdla-); Herkunft ungeklärt, außergerm. Verwandtschaft nicht glaubhaft nachweisbar. Die Ausgangsbedeutung ‘leer’ findet sich ahd. bereits in den Varianten ‘öde, nichtig, vergeblich’. Die mhd. Verwendung ‘bloß, nichts als’ begegnet noch in eitel Gold, eitel Freude (vgl. Eitel Friedrich, eigentlich ‘nur Friedrich’). Aus dem bibelsprachlichen Gebrauch alles ist eitel (vgl. (omnia) est vanitas Vulgata) entwickelt sich die nhd. Hauptbedeutung ‘auf Wirkung bedacht, selbstgefällig’. Eitelkeit f. ‘Selbstgefälligkeit, Gefallsucht, Nichtigkeit’, mhd. ītelkeit ‘Leerheit, Nichtigkeit’. vereiteln Vb. ‘verhindern, zum Scheitern bringen’ (18. Jh.), mhd. verītelen ‘kraftlos werden’, gebildet zu eitel, mhd. ītel ‘leer, nichtig’.

Thesaurus

Synonymgruppe
Eitelkeit · ↗Gefallsucht · ↗Koketterie
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Animosität Arroganz Befriedigung Dummheit Egoismus Ehrgeiz Eifersucht Eifersüchtelei Fegefeuer Geltungssucht Gier Hochmut Intrige Jahrmarkt Komödie Laufsteg Neid Rechthaberei Ruhmsucht Selbstüberschätzung Wichtigtuerei befriedigen gekränkt kränken maßlos persönlich pur schmeicheln verletzt zerfressen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Eitelkeit‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Und natürlich ist auch verletzte weibliche Eitelkeit mit im Spiel.
Die Welt, 02.12.2000
Ich habe nicht mehr die Eitelkeit, dauernd öffentlich aufzutreten und mit meinem Namen hausieren zu gehen.
Der Tagesspiegel, 30.12.1999
Natürlich schmeichelte es meiner Eitelkeit, dass ich anfing, aus ihnen herauszuwachsen, sie zu überflügeln.
Alexander Granach, Da geht ein Mensch: Leck: btb Verlag 2007, S. 208
Es war meiner Eitelkeit ein großer Genuß, vor ihm auf der Bank der Lehrer zu sitzen.
Klemperer, Victor: [Tagebuch] 1919. In: ders., Leben sammeln, nicht fragen wozu und warum, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 2000 [1919], S. 88
Stolz ist das Bewußtsein des eigenen Wertes, Eitelkeit ist die Freude daran.
Mauthner, Fritz: Wörterbuch der Philosophie. In: Bertram, Mathias (Hg.) Geschichte der Philosophie, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1910], S. 26423
Zitationshilfe
„Eitelkeit“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Eitelkeit>, abgerufen am 20.03.2019.

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