Eiweiß, das

GrammatikSubstantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Eiweißes · Nominativ Plural: Eiweiße/Eiweiß
Aussprache
WorttrennungEi-weiß (computergeneriert)
formal verwandt mitweiß
Wortbildung mit ›Eiweiß‹ als Erstglied: ↗Eiweißbedarf · ↗Eiweißchemie · ↗Eiweißgehalt · ↗Eiweißmangel · ↗Eiweißmolekül · ↗Eiweißprobe · ↗Eiweißpräparat · ↗Eiweißstoff · ↗Eiweißstoffwechsel · ↗Eiweißträger · ↗Eiweißumsatz · ↗eiweißarm · ↗eiweißartig · ↗eiweißhaltig · ↗eiweißreich
 ·  mit ›Eiweiß‹ als Letztglied: ↗Bluteiweiß · ↗Klebereiweiß · ↗Körpereiweiß
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
meist im Singular
als Mengenangabe ohne Endung
Bestandteil des Hühnereis, der sich um den Dotter schließt
Beispiele:
flüssiges, festes, geronnenes, hartgekochtes Eiweiß
Dotter und Eiweiß trennen
drei Eiweiß schlagen
der Geschmack, die Farbe des Eiweißes
2.
Chemie organische Verbindung aus Kohlenstoff, Wasserstoff, Sauerstoff, Stickstoff, Schwefel, Phosphor
Beispiele:
der Verbrauch, Gehalt an Eiweiß
der Abbau der Eiweiße im Körper
ein Gemisch verschiedener Eiweiße
die Funktion der einzelnen Eiweiße
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Ei · Eigelb · Eiweiß · Eierkopf · Eierkuchen · Eierstock · Eiertanz · eiern1 · eiern2
Ei n. aus Schale, Eiweiß und Eigelb bestehendes Hühner-, Vogelei, ahd. (8. Jh.), mhd. asächs. mnl. nl. ei, mnd. ey, aengl. ǣg (engl. egg aus dem Anord.), anord. egg, schwed. ägg führen auf germ. *ajjam bzw. (wegen des r-Plurals im Aengl. und im Hd.) auf *ajjaz. Der anlautende Vokal kann auf eine schwundstufige Form (ie. ə) zurückgehen oder Kürzung des im Germ. zu ā gewordenen ie. ō sein, das sich in den Formen verwandter Sprachen findet, griech. ōón (ᾠόν), lat. ōvum, kymr. wy, aslaw. ajьce, russ. jajcó (яйцо). Als Ausgangsformen können für diese Sprachen im wesentlichen ie. *ōu̯i̯om, daraus gekürztes *ōi̯om, und wohl auch *ōu̯om angesetzt werden. Zweifellos besteht eine Verbindung zu ie. *əu̯ei- (oder *au̯(e)i-?), *u̯(e)i- ‘Vogel’ in aind. vḗḥ, vī́ḥ, lat. avis ‘Vogel’, wahrscheinlich auch griech. aietós (αἰετός) ‘Adler’. Je nach Beurteilung des Ablautverhältnisses im Rahmen der ie. Wortbildung wäre danach Ei ursprünglich ‘das zum Vogel Gehörige’ oder der Vogel das ‘Eiertier’. Anders Schindler in: Die Sprache 15 (1969) 166, der für seinen Ansatz ie. *ō-ə̯ui̯-óm ‘Ei’, eigentlich ‘das beim Vogel Befindliche’, von einer präpositionalen Verbindung (mit ie. ‘nahe bei’, s. ↗Ohnmacht) ausgeht. Schon früh wird ‘Vogelei’ auf die Eier anderer Tiere (Insekten, Reptilien, Fische) sowie allgemein auf die weibliche Keimzelle übertragen. Eigelb n. ‘Dotter’ (18. Jh.), älter Eiergelb (Ayer-gelb, 17. Jh.). Eiweiß n. (18. Jh.), frühnhd. Eierweiß (ayger wys, 15. Jh.), ursprünglich ‘das Weiße im gekochten Ei’, dagegen mhd. eierklār ‘das Weiße im rohen Ei’; in der Chemie für eine organische Verbindung aus Kohlen-, Wasser-, Sauer-, Stickstoff (19. Jh.). Eierkopf m. länglich ovale Kopfform, Person mit eiförmigem Kopf, auch Schimpfwort ‘Dummkopf’ (19. Jh.); spöttisch ‘Akademiker, Intellektueller’, Übersetzungswort von gleichbed. amerik.-engl. egghead (Mitte 20. Jh.). Eierkuchen m. ‘in der Pfanne gebackener Teig aus Eiern, Mehl und Milch, Omelett’ (nordd.), mhd. eierkuoche. Eierstock m. ‘weibliche Keimdrüse’ (1. Hälfte 16. Jh.) für gleichbed. mlat. ovarium. Stock hier im Sinne von ‘Menge, Masse, Vorrat’ (s. d.). Eiertanz m. ‘Tanz mit verbundenen Augen zwischen ausgelegten Eiern’ (17. Jh.), heute übertragen ‘vorsichtiges, gewundenes Verhalten in heikler Situation’. eiern1 Vb. ‘Eier legen’, spätmhd. aiern. eiern2 Vb. ‘unregelmäßig rotieren’ (20. Jh.).

Thesaurus

Biologie, Chemie
Synonymgruppe
Protein  ●  ↗Eiweißstoff  veraltet · Eiweiß  ugs. · ↗Polypeptid  fachspr.
Oberbegriffe
Unterbegriffe
Assoziationen
  • Cytoskelett · Zellskelett · Zytoskelett
  • Proteinaufreinigung · Proteinreinigung
  • Capsid · Kapsid
  • Aminosäure  ●  Amidosäure  veraltet · Aminocarbonsäure  selten
Synonymgruppe
Eiklar · Eiweiß

Typische Verbindungen
computergeneriert

Aminosäure Ballaststoff Bauanleitung Bauplan Dotter Eigelb Fett Fette Kalzium Kohlehydrat Kohlenhydrat Mineral Mineralstoff Prise Salz Spurenelement Vitamin Zucker artfremd gerinnen geschlagen hochwertig infektiös körpereigen körperfremd pflanzlich steifgeschlagen tierisch unterheben verdaulich

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Eiweiß‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Der Wirbel hält das Eiweiß zusammen, es schließt sich um das Eigelb!
Der Tagesspiegel, 26.01.2002
Zwei davon sollen ebenfalls menschliche Gene zur Produktion spezieller Eiweiße tragen.
Süddeutsche Zeitung, 25.07.1997
Trotzdem ist es wohl heute für die meisten von uns in der westlichen Welt kein Problem, ausreichend Eiweiß zu bekommen.
Van der Plas, Rob: Das Fahrrad, Ravensburg: Maier 1989, S. 91
Es hat einen bemerkenswert hohen Gehalt an vollwertigem Eiweiß und ist mager.
o. A.: Wir kochen gut, Leipzig: Verl. für d. Frau 1968 [1963], S. 119
Nach dem Abrühren zieht man Butter und geschlagenes Eiweiß darunter.
Kölling, Alfred: Fachbuch für Kellner, Leipzig: Fachbuchverl. VEB 1962 [1956], S. 261
Zitationshilfe
„Eiweiß“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Eiweiß>, abgerufen am 26.08.2019.

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