Ekstase, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Ekstase · Nominativ Plural: Ekstasen
Aussprache
WorttrennungEk-sta-se · Eks-ta-se
HerkunftGriechisch
eWDG, 1967

Bedeutung

das verzückte Außersichsein, die höchste Begeisterung
Beispiele:
in Ekstase kommen, geraten
jmdn. in Ekstase versetzen
im Zustand der Ekstase, in der Ekstase
wilde, fieberhafte, jubelnde, zeitweilige, religiöse Ekstasen
Warum, so fragt man sich, diese überhitzten Ekstasen [St. ZweigBalzac267]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Ekstase · ekstatisch
Ekstase f. ‘übermäßige Begeisterung, Verzückung’ gehört im Dt. ursprünglich religiösem Sprachgebrauch an und kennzeichnet einen Ausnahmezustand des Seelenlebens, der auf übernatürliche Ursachen zurückgeführt wird. Spätlat. (besonders kirchenlat.) ecstasis, auch ex(s)tasis ‘das Außersichsein in religiöser Verzückung oder vor Schrecken, Staunen’, das auf gleichbed. griech. ékstasis (ἔκστασις), auch ‘Irresein, Rausch, tiefe Ohnmacht’, eigentlich ‘Entfernung, Entferntsein von einer Stelle, das Aus-sich-heraus-Gehen’, beruht, zu griech. existánai (ἐξιστάναι) ‘herausstellen, etw. in einen anderen als den gewöhnlichen Zustand versetzen’ bzw. exístasthai (ἐξίστασθαι) ‘herausgehen, außer sich geraten, von Sinnen kommen, heftig erschüttert werden’, erscheint im 16. Jh. im Dt. Der Gebrauch mit eingedeutschter Endung und in verallgemeinerter Bedeutung setzt im 17. Jh. unter Einfluß von frz. extase ‘Ent-, Verzückung’ ein, wird aber erst Ende des 18. Jhs. geläufig. ekstatisch Adj. ‘rauschhaft, schwärmerisch’ (18. Jh.); vgl. griech. ekstatikós (ἐκστατικός) ‘verrückend, verrückt’.

Thesaurus

Synonymgruppe
(im) Zustand der Euphorie · Ekstase · ↗Rausch · ↗Taumel · ↗Trance · ↗Verzückung · ↗Wahn · Zustand absoluter Verzückung · Zustand der Trance
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Agonie Askese Bildschnitzer Diagonale Ekstase Entrückung Ernüchterung Expressionismus Exzeß Grauen Inferno Kontemplation Orgie Rausch Trance Verzückung Wonne apathisch aufreibend dionysisch erotisch expressionistisch kollektiv kontrolliert mystisch orgiastisch prophetisch religiös tänzerisch versetzen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Ekstase‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Natürlich steckt in dieser verbotenen Ekstase immer ein Moment spontaner Empfindung.
Der Tagesspiegel, 20.09.2001
Wer entlockt ihr diese Ekstase, wem gibt sie sich preis?
Süddeutsche Zeitung, 17.12.1999
Daher zeitigt sich die Rede nicht primär in einer bestimmten Ekstase.
Heidegger, Martin: Sein und Zeit, Tübingen: Niemeyer 1986 [1927], S. 340
Dort sind wir selbst Gott geworden, vorläufig nur für kurze Zeit (in der Ekstase), einst aber dauernd.
Eisler, Rudolf: Philosophen-Lexikon. In: Bertram, Mathias (Hg.) Geschichte der Philosophie, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1912], S. 13476
In den heiligen Stunden der Ekstase ist man nicht gut.
Mauthner, Fritz: Wörterbuch der Philosophie. In: Bertram, Mathias (Hg.) Geschichte der Philosophie, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1910], S. 10673
Zitationshilfe
„Ekstase“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Ekstase>, abgerufen am 19.01.2019.

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