Elektromagnetismus, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum)
Aussprache
WorttrennungElek-tro-ma-gne-tis-mus · Elek-tro-mag-ne-tis-mus · Elekt-ro-ma-gne-tis-mus · Elekt-ro-mag-ne-tis-mus
Wortzerlegungelektro-Magnetismus
Wortbildung mit ›Elektromagnetismus‹ als Grundform: ↗elektromagnetisch
eWDG, 1967

Bedeutung

Physik, Technik
1.
durch die Wirkung eines elektrischen Stromes erzeugter Magnetismus
2.
Lehre von 1
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

elektrisch · Elektrische · Elektrizität · elektrisieren · elektrifizieren · Elektriker · Elektrolyse · Elektromagnetismus · Elektrotechnik · elektrotechnisch · Elektrode · Elektron1
elektrisch Adj. ‘auf Elektrizität beruhend, mit Elektrizität betrieben’. Seit Anfang des 18. Jhs. bezeugt, nach nlat. electrica, das zuerst der englische Physiker Gilbert (1600, kurz danach auch im Dt.) im Sinne von ‘magnetisch’ (durch elektrische Ladung) gebraucht; gebildet zu lat. ēlectrum, griech. ḗlektron, ḗlektros (ἤλεκτρον, ἤλεκτρος) ‘Bernstein’ (auf Grund der am Bernstein beobachteten Reibungselektrizität; die davon ausgehende Anziehungskraft wird schon im Altertum zu Heilzwecken verwendet). Die griech. Benennung des Bernsteins ist abgeleitet von griech. ēléktōr (ἠλέκτωρ) ‘strahlende Sonne’, bezieht sich also auf die leuchtende, goldgelbe Farbe. Substantiviert Elektrische f. (um 1900), eigentlich elektrische (Straßen)bahn. Elektrizität f. ‘auf elektrischer Ladung beruhende Energieform’ (1744); vgl. engl. electricity (1646), frz. électricité (1720), nlat. electricitas (1734). elektrisieren Vb. ‘elektrisch aufladen, mit elektrischem Strom behandeln’ (1744), nach frz. électriser; daneben anfangs gleichbed. elektrifizieren Vb. im 20. Jh. dagegen ‘auf elektrischen Betrieb umstellen’. Elektriker m. ‘wer sich mit Elektrizitätslehre beschäftigt’ (2. Hälfte 18. Jh.), ‘Facharbeiter der Elektroindustrie und des Elektrohandwerks’ (2. Hälfte 19. Jh.). Besonders produktiv ist die Gruppe der Zusammensetzungen mit Elektro- als Bestimmungswort im Sinne von ‘durch Elektrizität bewirkt, auf Elektrizität bezogen, elektrisch’, formal griech. ēlektro- (ἠλεκτρο-) ‘Bernstein-’ als erstem Kompositionsglied folgend. Elektrolyse f. ‘durch elektrischen Strom bewirkte Zersetzung chemischer Verbindungen’ (Mitte 19. Jh.), aus engl. electrolysis, das analog zum Substantiv engl. analysis (s. ↗Analyse) gebildet ist; voraus geht das Verb engl. to electrolyze (geprägt vom englischen Physiker Faraday 1834, nach dem Vorbild von engl. to analyze). Elektromagnetismus m. ‘durch die Wirkung eines elektrischen Stromes erzeugter Magnetismus’ (30er Jahre 19. Jh.), entlehnt aus gleichbed. engl. electromagnetism. Älter ist eine künstliche griech. Bildung durch Kircher (1641) ēlektromagnḗtismos (ἠλεκτρομαγνήτισμος). Elektrotechnik f. ‘Technik der Erzeugung und Anwendung von Elektrizität’ und elektrotechnisch Adj. (2. Hälfte 19. Jh.). Gelehrte Bildungen sind ferner Elektrode f. derjenige Teil eines elektrischen Leiters (oder Halbleiters), von dem Ladungen in das Vakuum, ein Gas, eine Flüssigkeit oder einen Festkörper übergehen, oder in den Ladungen aus diesen Medien übergehen (Mitte 19. Jh.), aus gleichbed. engl. electrode (Faraday 1834), das mit demselben zweiten Kompositionsglied gebildet ist wie ↗Anode, ↗Kathode (s. d.); Elektron1 n. ‘negativ geladenes leichtes Elementarteilchen’ (1874, Stoney und Helmholtz), Übernahme von engl. electron.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Entdecker Gravitation Kernkraft Theorie Wechselwirkung

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Elektromagnetismus‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Vor zwei Jahrhunderten wusste man doch kaum etwas über Elektromagnetismus.
Süddeutsche Zeitung, 08.03.2002
In diesem von Elektromagnetismus völlig abgeschirmten Raum entstanden andere Wasserbilder als außerhalb.
Der Tagesspiegel, 02.01.2004
Das freilich legte schon früh eine wie auch immer geartete Verwandtschaft der schwachen Kraft zum äußerlich so völlig verschiedenartigen Elektromagnetismus nahe.
Die Zeit, 10.06.1983, Nr. 24
Doch scheint Arago 392 nicht durch diese Überlegung allein, sondern auch durch eine zufällige Beobachtung zur Entdeckung des Elektromagnetismus geleitet worden zu sein.
Mach, Ernst: Erkenntnis und Irrtum. In: Philosophie von Platon bis Nietzsche, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1905], S. 9630
Die Geologie des Bodens, die geringe Leitfähigkeit von Mergel oder Kreide und Elektromagnetismus sind für Schwochow und Laumen ebenfalls Erklärungsmöglichkeiten.
Die Welt, 09.08.2002
Zitationshilfe
„Elektromagnetismus“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Elektromagnetismus>, abgerufen am 10.12.2019.

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