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Element, das

GrammatikSubstantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Element(e)s · Nominativ Plural: Elemente
Aussprache
WorttrennungEle-ment
HerkunftLatein
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
Physik, Technik Gerät, in dem chemische Energie in elektrische Energie umgesetzt wird, Stromquelle
Beispiele:
ein elektrisches, galvanisches Element
die galvanische Batterie ist eine Vereinigung von galvanischen Elementen
2.
Chemie Stoff, der mit chemischen Mitteln nicht weiter zerlegbar ist, Grundstoff
Beispiele:
feste, flüssige, gasförmige Elemente
die Wertigkeit eines Elementes
das periodische System der chemischen Elemente
Sauerstoff, Helium, Eisen sind Elemente
spaltbare Elemente
die derzeit bekannten 118 Elemente
die Häufigkeit der Elemente im Weltraum
Aus dem Helium werden schwerere Elemente aufgebaut [Urania1962]
3.
gehoben Naturgewalt
Beispiele:
ein Aufruhr, das Rasen der Elemente
das entfesselte Element
die Elemente hatten sich verschworen
der Fisch schwamm in seinem angestammten, heimatlichen Element (= im Wasser)
und war schon wieder in so einen hölzernen Trog gebannt, der auf dem widerwärtigen Element schwamm [I. SeidelLabyrinth35]
der stete, harte, gefahrvolle Kampf mit dem grimmig-launischen Element [RaabeHungerpastorI 1,588]
Welch ein Schauspiel: Wie sich die Elemente miteinander verbanden, das Feuer Sprenggase erzeugte und diese das Wasser in die Luft warfen [A. ZweigEinsetzung182]
historisch Urstoff
Beispiele:
Feuer, Wasser, Luft und Erde sind die vier Elemente des Altertums
der wohnt / Im leichten Feuer mit dem Salamander / Und hält sich rein im reinen Element [SchillerWallenst. TodII 2]
4.
nur im Singular
umgangssprachlich sein Elementseine für ihn passende Umgebung, Arbeit
Beispiele:
er war (ganz) in seinem Element
der Haushalt war ihr Element
sie fühlte sich hier in ihrem Element
5.
nur im Plural
Grundbegriffe, Anfangsgründe
Beispiele:
die Elemente einer fremden Sprache erlernen
die grundlegenden Elemente der Grammatik
die ersten Elemente der Tanzkunst, des Schwimmens
er hat mir die Elemente davon beigebracht
6.
Bestandteil, Wesenszug
Beispiele:
die verschiedenen Elemente im Baustil vereinigen sich hier zu einem harmonischen Ganzen
heterogene Elemente verschmelzen
das phantastische Element herrscht in dieser Oper vor
das vorherrschende Element des Realismus
etw. von fremden Elementen reinigen
das deutsche Element in dieser Kunst
das unentbehrliche Element menschlichen Zusammenlebens
er vertrat das heitere, gesprächige, belebende Element bei Tisch
das konstruktive, demokratische, fortschrittliche Element
man vermisste das persönliche Element in dem Glückwunsch
abseits jener wenigen Hauptstraßen ... in denen das europäische Element den Ton angibt [SchomburgkAfrika337]
Das einzig gemütliche Element dieses Raumes ist das Feuer [WerfelBernadette368]
7.
Person
Beispiel:
in dieser Gruppe haben die guten, besseren Elemente die Oberhand
salopp, abwertend
Beispiele:
er ist ein schlechtes Element dieser Gemeinschaft
daß sich im Kommando der Effektenkammer ein fragwürdiges Element befand [ApitzNackt288]
meist im Plural
Beispiele:
asoziale, staatsfeindliche, kriminelle, schlechte, unsaubere, lichtscheue, arbeitsscheue, verkommene, gemeingefährliche, verbrecherische, zersetzende, anrüchige, unliebsame, unsichere Elemente
jmdn., sich vor dunklen Elementen schützen
zudem waren es großenteils nicht die besten Elemente, die von seiner Gegenwart angelockt wurden [Th. MannKönigl. Hoheit7,187]
im Bund mit den schlechtesten Elementen [SeghersDie Toten6,347]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Element · elementar · elementarisch
Element n. ‘Grundstoff, Grundbestandteil’. Im 13. Jh. wird lat. elementum ‘Grund-, Urstoff’ bzw. der häufigere Plur. elementa ins Dt. entlehnt (vgl. lat. quattuor elementa, mhd. vier elemente). Lat. elementa bezeichnet zunächst wahrscheinlich die ‘Buchstaben’ als Grundbestandteile der Rede, als gesprochene Laute. In den Bedeutungen ‘physikalische Grundstoffe’ und ‘Anfangsgründe’ (im Lesen und Schreiben, in den Wissenschaften überhaupt) ist es wohl Übersetzung von griech. stoiché͞ia (στοιχεῖα) Plur., eigentlich ‘der Reihe nach Aufgestelltes’, zu griech. stó͞ichos (στοῖχος) ‘Reihe’. Die Herkunft des lat. Substantivs ist unklar; vielleicht aus *elepantum ‘elfenbeinerner Buchstabe’ (d. h. Spielbuchstabe zur Förderung des Lesenlernens), das als altes Lehnwort aus griech. eléphās bzw. dem Akkusativ eléphanta (ἐλέφας, ἐλέφαντα) ‘Elfenbein, Elefant’ anzusehen wäre (s. ↗Elefant). Element für ‘chemischer, nicht weiter zerlegbarer Grundstoff’ begegnet zuerst im 17. Jh., Elemente für ‘Grundbegriffe, Anfangsgründe’ seit Anfang des 18. Jhs. elementar Adj. ‘grundlegend, naturhaft, urwüchsig’ (18. Jh.), besonders im Sinne von ‘Grund-, Anfangs -’ als Bestimmungswort in Zusammensetzungen wie Elementarbuch, -unterricht (18. Jh.), Elementarschule (19. Jh.); älter ist elementarisch Adj. ‘naturhaft’ (16. Jh.), anfangs allein auf die Urstoffe bezogen; aus lat. elementārius.

Thesaurus

Synonymgruppe
Baustein · ↗Bestandteil · ↗Detail · ↗Einzelheit · Element · ↗Gegenstand · ↗Glied · ↗Komponente · ↗Konstituens · ↗Modul · ↗Punkt · ↗Stück · ↗Teil
Unterbegriffe
  • Entwurfselement · Trassierungselement
  • Feuerschläger · Feuerstahl  ●  Feuereisen  veraltet · Feuerschurf  veraltet · Pinkeisen  veraltet
Assoziationen
Synonymgruppe
Bestandteil · Element · ↗Glied · ↗Komponente · ↗Modul · ↗Teil
Oberbegriffe
Unterbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
Element · ↗Grundstoff · ↗Urstoff · chemisches Element
Oberbegriffe
Unterbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
Bauelement · ↗Baugruppe · ↗Bauteil · ↗Einheit · Element · ↗Komponente · ↗Modul
Oberbegriffe
Unterbegriffe
Assoziationen
  • Lichtbeton · lichtleitender Beton · transluzenter Beton
Mathematik
Synonymgruppe
Eintrag · Element (einer Skala)  ●  ↗Item  fachspr.
Synonymgruppe
Element · ↗Subjekt

Typische Verbindungen
computergeneriert

belebend bestimmend chemisch dekorativ einzeln enthalten entscheidend ertragsunabhängig fremd fünft grafisch konstitutiv konstruktiv kriminell nass plebiszitär radikal radioaktiv reaktionär spielerisch stabilisierend subversiv tragend unverzichtbar verbinden verbindend verschieden wesentlich wichtig zentral

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Element‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Diesen Elementen ist es mit Unterstützung der CIA gelungen, einige der kriminellen Elemente anzuwerben, die bei der Invasion in unserem Land eingesetzt werden sollen.
Archiv der Gegenwart, 2001 [1983]
Warum hat er es so spät in seinen Elementen herangezogen?
Kracke, Helmut: Aus eins mach zehn und zehn ist keins, Tübingen: Wunderlich Verl. Leins 1968, S. 227
Sie sprechen Sprachen, die nichts miteinander gemein haben, und auch in ihrer Musik läßt sich kein verbindendes Element feststellen.
Pahlen, Kurt: Mittelamerika. In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1961], S. 44197
In ihm verkörperte sich der Charakter des deutschen Elementes im amerikanischen Volk.
Berliner Tageblatt (Abend-Ausgabe), 04.03.1929
Was uns allein interessieren kann, ist die Erkenntnis der Abhängigkeit der Elemente voneinander.
Mach, Ernst: Erkenntnis und Irrtum. In: Philosophie von Platon bis Nietzsche, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1905], S. 9630
Zitationshilfe
„Element“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Element>, abgerufen am 16.11.2018.

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