Elfenbein, das

GrammatikSubstantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Elfenbein(e)s · Nominativ Plural: Elfenbeine
Aussprache
WorttrennungEl-fen-bein
Wortbildung mit ›Elfenbein‹ als Erstglied: ↗Elfenbeinarbeit · ↗Elfenbeinfarbe · ↗Elfenbeingegenstand · ↗Elfenbeingriff · ↗Elfenbeinimitation · ↗Elfenbeinknopf · ↗Elfenbeinschnitzerei · ↗Elfenbeinturm · ↗elfenbeinartig · ↗elfenbeinern · ↗elfenbeinfarben
DWDS-Vollartikel, 2015

Bedeutungen

1.
Substanz der langen weißen Stoßzähne des Elefanten (und des Mammuts)
Grammatik: nur im Singular
Beispiele:
Mehr als 30.000 Elefanten werden nach Angaben der Naturschutzorganisation WWF [World Wide Fund for Nature] jährlich wegen des Elfenbeins getötet. […] [Spiegel, 04.12.2013 (online)]
vergleichendIhre Haut schimmert wie Elfenbein, die perlweißen Zähne blitzen. [Bild, 12.07.2001]
Sobald Elfenbein erneut auf dem Markt ist, könnten zum Beispiel die Klavierbaufirmen die Tasten ihrer Instrumente wieder aus dem edlen Material herstellen wie bis 1989. Auch Billardkugeln aus Elfenbein könnten wieder legal verkauft werden[…]. [Die Zeit, 28.02.1992, Nr. 10]
Die Verknappung, so scheint es, erhöht nur den Reiz des Elfenbeins und den Glauben vieler Asiaten an die Wunderkräfte des Horns. Als feingeriebenes Pulver wird es gegen Fieber und zur Potenzsteigerung eingenommen. [Der Spiegel, 05.11.1990]
Wegen seiner glatten Oberfläche, hellen Farbe (häufig wurde das Material gebleicht) und der geringen Transparenz der hauchdünnen geschliffenen Scheiben erfreute sich Elfenbein bes. in der Bildnismalerei großer Beliebtheit. [o. A.: Lexikon der Kunst – E. In: Olbrich, Harald (Hg.), Lexikon der Kunst, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1989], S. 7669]
Kollokationen:
mit Adjektivattribut: geschnitztes, graviertes Elfenbein; begehrtes, echtes, kostbares, illegales, legales, geschmuggeltes Elfenbein
als Akkusativobjekt: Elfenbein beschlagnahmen, exportieren
in Präpositionalgruppe/-objekt: Schmuck, Kostbarkeiten, Schnitzereien, Zähne aus Elfenbein; Miniaturen auf Elfenbein; etw. ist aus Elfenbein geschnitzt; etw. mit Elfenbein verzieren; ein Verbot von, Handelsverbot für Elfenbein
allgemeiner Substanz der Zähne verschiedener weiterer Säugetiere, z. B. Walross und Flusspferd
Beispiele:
Elfenbein, das Material der Stoßzähne von Elefanten, Walrossen oder Mammuten, der Zähne des Pottwals und des Flußpferds, ist eine äußerst perfekt kalzifizierte und mineralisierte Form des Dentins, des Grundstoffs, aus dem auch die menschlichen Zähne bestehen. [Die Zeit, 18.12.1970, Nr. 51]
Elfenbein, die Substanz der Stoßzähne des männlichen Elefanten, auch der Zähne vom Walroß und Nilpferd, etwas durchscheinend, elastisch[…]. [o. A.: E. In: Brockhausʼ Kleines Konversations-Lexikon, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1906], S. 20093]
2.
Kunstgeschichte aus Elfenbein gefertigter Kunst- oder Kultgegenstand
Beispiele:
Unter den nach fast fünfzigjähriger Odyssee wohlbehalten heimgekehrten Objekten befinden sich Kultplastiken und Masken aus Westafrika, Bronzen und Elfenbeine aus Benin[…] und indische Zeremonialwaffen aus der Kunstkammer des großen Kurfürsten. [Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12.02.1993]
Veranschaulicht wird der geschichtliche Bogen durch wertvolle Exponate aus internationalen Museen und Bibliotheken, unter anderem aus dem Vatikan. Gezeigt werden Goldschmiede- und Steinmetzarbeiten, Elfenbeine, Textilien und Schriftstücke. [Die Zeit, 23.08.2012 (online)]
Kunstimport […] betraf das miniaturengeschmückte Buch Burgunds, französische Elfenbeine und Bildteppiche und, als das Jahrhundert zu Ende ging, die kostbaren Tafeln aus den Ateliers flandrischer Maler. [Die Zeit, 07.11.1946, Nr. 38]
3.
weißer, leicht gelbstichiger oder beiger Farbton, der dem typischen Aussehen des Materials Elfenbein entspricht
Grammatik: nur im Singular
Beispiele:
Das Fahrzeug war in hellem Elfenbein lackiert, in der Farbe eines Taxis. [Spiegel, 25.12.2009 (online)]
Für die Arbeitskleidung des Staatsbeamten [in der Ukraine] sind traditionelle Farben, die als klassisch bezeichnet werden können, charakteristisch: Dunkelblau, Grau, Beige, Dunkelbraun, Olivgrün, Creme und Elfenbein. [Die Zeit, 14.10.2010, Nr. 42]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Elfenbein · elfenbeinern · Elfenbeinturm
Elfenbein n. ‘Zahnbein der Stoßzähne des Elefanten’. Ahd. helfant (9. Jh.) gilt wie griech. eléphās (ἐλέφας) sowohl für ‘Elefant’ als auch für ‘Elfenbein’ (das Elfenbein ist den Germanen wie den Griechen früher bekannt als das Tier); danach verdeutlichend das Kompositum ahd. helfantbein ‘Elefantenknochen, Elfenbein’ (um 1000; s. ↗Bein), entsprechend aengl. elpen-, ylpenbān, mnd. elpenbēn, mnl. nl. elpenbeen. Seit dem 10. Jh. (mit Aufgabe des -t- in der Kompositionsfuge) ahd. helfanbein, woraus mhd. helfenbein. Dagegen hält sich anlautendes h- zum Teil bis ins 18. Jh.; Luther verwendet (in Anlehnung an lat. elephās ‘Elefant’) ausschließlich Elfenbein. elfenbeinern Adj. ‘aus Elfenbein’ (16. Jh.), älter elfenbeinen (bis 19. Jh.) nach ahd. helfantbeinīn (um 1000), mhd. helfenbeinīn. Elfenbeinturm m. auch elfenbeinerner Turm begegnet als sprachliches Bild für ‘Abgeschlossenheit des schöpferisch tätigen Menschen (besonders des Dichters, Künstlers, Wissenschaftlers) von der Gesellschaft, seine Einstellung, sich von Problemen der Gegenwart nicht berührt zu zeigen, Weltabgeschiedenheit’ seit dem 19. Jh. in mehreren europ. Sprachen, zuerst vermutlich bei dem französischen Literaturkritiker und Schriftsteller Sainte-Beuve (frz. tour d’ivoire), im Dt. seit Anfang des 20. Jhs. Dagegen stammt das Bild des elfenbeinernen Turmes als Symbol der Reinheit und Festigkeit aus der allegorischen (besonders mariologischen) Auslegung des biblischen Hohenliedes (7, 4) und ist in vielen Sprachen bekannt; vgl. Bergmann in: ZfdA 92 (1963) 292 ff.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Alabaster Bronze Buchsbaum Ebenholz Edelholz Edelstein Einlegearbeit Email Fayence Geweih Gold Halbedelstein Handelsverbot Holz Kautschuk Koralle Krokodilleder Perlmutt Perlmutter Rhinozeroshorn Schildpatt Schnitzerei Silber Sklave Tropenholz beschlagnahmt essbar geschmuggelt geschnitzt schnitzen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Elfenbein‹.

Zitationshilfe
„Elfenbein“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Elfenbein>, abgerufen am 08.12.2019.

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