Empörung, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Empörung · Nominativ Plural: Empörungen
Aussprache
WorttrennungEm-pö-rung (computergeneriert)
Wortbildung mit ›Empörung‹ als Erstglied: ↗Empörungsmaschine · ↗Empörungsschrei · ↗Empörungssturm · ↗Empörungswelle
 ·  mit ›Empörung‹ als Letztglied: ↗Volksempörung
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
Aufstand, Rebellion
Beispiele:
eine offene, bewaffnete, organisierte Empörung
die Empörung der Unterdrückten, Massen
eine Empörung war ausgebrochen
die Empörung wurde blutig niedergeworfen, niedergeschlagen
die Empörung sollte gleich im Keim erstickt werden
die Empörung flammte immer wieder auf, griff um sich
die Truppen konnten der Empörung nicht Herr werden
2.
meist im Singular
Entrüstung, Zorn
Beispiele:
Empörung erfüllte ihn über die Zumutung, Frechheit, Antwort
seine Empörung stieg
er geriet in Empörung, wurde in Empörung versetzt
sie war, sprach in heller, ehrlicher, gerechter, berechtigter, sittlicher, tiefer, wilder, jäher Empörung
in stummer Empörung aufblicken
er suchte nach Worten, um seiner Empörung Luft zu machen
jmdm. seine Empörung ins Gesicht schreien
sie zitterte vor Empörung und Zorn
ein Sturm der allgemeinen Empörung brach los
die Wogen der Empörung gingen hoch
Alle gutgesinnten Lehrer hörten den Bericht erschüttert an und kochten vor Empörung [SpoerlFeuerzangenbowle140]
diese Nachricht sei in einer Welle von Empörung die ganze russische Ostfront hinabgerollt [A. ZweigGrischa193]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

empören · Empörer · Empörung
empören Vb. ‘erregen, entrüsten’, reflexiv auch ‘sich erheben’. Mhd. enbœren ‘erheben’ erscheint semantisch wie ein Faktitivum zu der unter ↗empor (s. d.) behandelten Wortverbindung mhd. enbor(e), weist aber Länge des Vokals auf wie seltenes mhd. bōr m. ‘Trotz, Empörung’; vgl. mit anderem Präfix ahd. irbōren ‘sich erheben, sich aufmachen, anfangen’ (Hs. 12. Jh.), mhd. erbœren. Es handelt sich um Formen, die mit den unter ↗empor, ↗gebühren (s. d.) genannten verwandt sind, jedoch dehnstufig zur dort angegebenen Wurzel ie. *bher(ə)- ‘tragen, bringen’ (s. ↗gebären) gebildet sind, hier (wie vielleicht auch in der unter ↗Berg, s. d., behandelten Gutturalerweiterung) in der Bedeutung ‘er-, aufheben’. Ein gelegentlich auftretender Gleitlaut (vgl. mhd. entbœren) ist sekundär. Empörer m. ‘Rebell, Aufrührer’ (16. Jh.). Empörung f. ‘Rebellion, Aufruhr, Auflehnung’ (15. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Aufgebrachtheit · Aufgebrachtsein · ↗Aufgeregtheit · ↗Aufregung · ↗Echauffiertheit · Echauffierung · ↗Empörtheit · ↗Entrüstung · ↗Erbostheit · ↗Feindseligkeit · ↗Furor · ↗Gereiztheit · ↗Indignation · ↗Jähzorn · ↗Rage · ↗Raserei · ↗Stinkwut · ↗Verärgerung · ↗Wut · Wut im Bauch · ↗Wüterei · ↗Zorn · heiliger Zorn · ↗Ärger  ●  Empörung  Hauptform · ↗Ingrimm  veraltend · ↗Gefrett  ugs., österr., süddt. · Gfrett  ugs., österr., süddt. · ↗Scheißwut  derb · böses Blut  ugs.
Oberbegriffe
Assoziationen
  • (die) Gemüter erregen · (ein) Aufreger sein · (einen) Sturm der Entrüstung auslösen · Kreise ziehen · Wirbel machen · die Wellen der Empörung schlagen hoch · für Aufregung sorgen · hohe Wellen schlagen  ●  Wind machen  fig. · (die) Gemüter erhitzen  ugs. · (die) Nerven liegen blank  ugs. · (jemandes) Blut in Wallung bringen  ugs. · einschlagen wie eine Bombe  ugs.
  • Aufruhr · ↗Volkszorn · allgemeine Empörung
  • (einen) Hass haben auf · ↗aggressiv · ↗aufgebracht · empört · erbost · in Rage · ↗wütend · ↗zornig  ●  (jemandem) gram sein  veraltet · ↗böse  Kindersprache · angepisst  derb · einen Hals haben  ugs. · eingeschnappt  ugs. · erzürnt  geh. · ↗fuchtig  ugs. · ↗geladen  ugs. · in Brast  ugs., regional · in heiligem Zorn  ugs. · ↗indigniert  geh. · ↗pissig  derb · sickig  ugs. · so eine Krawatte haben (+ Geste)  ugs. · so einen Hals haben (+ Geste)  ugs. · ↗stinkig  ugs.
  • also hören Sie mal!  ugs. · entschuldige mal!  ugs. · entschuldigen Sie mal!  ugs. · ich bitte Sie!  ugs. · ich bitte dich!  ugs. · ich darf doch sehr bitten!  ugs. · ich muss doch sehr bitten!  ugs. · sagen Sie mal!  ugs.
  • (die) Wut kriegen · (die) kalte Wut kriegen · (jemanden) packt die Wut · in Rage geraten · in Rage kommen · in Wut geraten · mit der Faust auf den Tisch hauen · mit der Faust auf den Tisch schlagen · sehr aufgebracht sein · sehr erbost sein · sehr erregt sein · sehr wütend sein · sehr zornig sein · wütend werden  ●  (das) kalte Kotzen kriegen  derb · (gleich) Amok laufen (Übertreibung)  ugs. · (jemandem) geht das Messer in der Tasche auf  ugs., fig. · (jemandem) platzt (gleich) der Kragen  ugs. · (jemanden) packt der helle Zorn  geh. · an die Decke gehen  ugs. · auf 180 sein  ugs. · auf hundertachtzig sein  ugs. · böse werden  ugs., Kindersprache · die Platze kriegen  ugs. · hochgehen wie ein HB-Männchen  ugs., veraltet · hochgehen wie eine Rakete  ugs. · in die Luft fliegen  ugs. · in die Luft gehen  ugs. · kurz vorm Explodieren sein  ugs. · kurz vorm Überkochen sein  ugs. · rasend werden  ugs. · ↗rotsehen  ugs. · ↗zürnen  geh., veraltet
  • Sturm der Entrüstung · Welle der Empörung · öffentliche Empörung
  • Randalationsversuch · Randaleversuch · Randalierversuch
  • Gemütsschwankung(en) · ↗Laune · ↗Stimmung · vorübergehende Gemütsverfassung  ●  ↗Stimmungsschwankung  Hauptform · (ein) Anfall (von)  ugs. · ↗Anwandlung(en)  geh. · ↗Aufwallung  geh. · ↗Kaprice  geh. · ↗Kaprize  geh.
  • Wutanfall · ↗Wutausbruch  ●  ↗Ausraster  ugs. · aggressive Aufwallung  geh.
  • (künstliche) Aufgeregtheit · (ständige) Alarmstimmung · ↗Alarmismus · permanente Alarmbereitschaft

Typische Verbindungen
computergeneriert

Abscheu Aufschrei Bestürzung Betroffenheit Entsetzen Enttäuschung Schrei Sturm Trauer Unverständnis Verwunderung Welle Woge Wut Zorn allgemein auslösen berechtigt einhellig gespielt hell hervorrufen lautstark moralisch reagieren sorgen umschlagen verständlich weltweit öffentlich

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Empörung‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Ich beschwere mich nicht, sondern empöre mich über die Empörung der westlichen Opfer zweiter Klasse.
Die Zeit, 25.02.2004, Nr. 09
Doch die Flucht in den haltlosen historischen Vergleich rief nur mäßige öffentliche Empörung hervor.
Der Tagesspiegel, 11.05.2003
Und die Empörung ergriff sie, wie man das holde Wesen so entsetzlich veralbern konnte!
Corinth, Lovis: Selbstbiographie. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1926], S. 30290
Mit steigender Empörung hatte er es aus der Art der Fragen kommen sehen.
Kolbenheyer, Erwin Guido: Das Gestirn des Paracelsus, München: J.F. Lehmanns 1964 [1921], S. 963
Da war niemand unter uns, dem nicht das Herz stürmisch geschlagen hätte, - vor Empörung über das drohende Unrecht, vor Freude über den aufgezwungenen Kampf.
Braun, Lily: Memoiren einer Sozialistin. In: Lehmstedt, Mark (Hg.) Deutsche Literatur von Frauen, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1911], S. 1573
Zitationshilfe
„Empörung“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Empörung>, abgerufen am 20.03.2019.

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