Empörung, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Empörung · Nominativ Plural: Empörungen
Aussprache  [ɛmˈpøːʀʊŋ]
Worttrennung Em-pö-rung
Wortbildung  mit ›Empörung‹ als Erstglied: Empörungsmaschine · Empörungsschrei · Empörungssturm · Empörungswelle
 ·  mit ›Empörung‹ als Letztglied: Volksempörung

Bedeutungsübersicht+

  1. 1. Aufstand, Rebellion
  2. 2. Entrüstung, Zorn
eWDG

Bedeutungen

1.
Aufstand, Rebellion
Beispiele:
eine offene, bewaffnete, organisierte Empörung
die Empörung der Unterdrückten, Massen
eine Empörung war ausgebrochen
die Empörung wurde blutig niedergeworfen, niedergeschlagen
die Empörung sollte gleich im Keim erstickt werden
die Empörung flammte immer wieder auf, griff um sich
die Truppen konnten der Empörung nicht Herr werden
2.
Entrüstung, Zorn
Grammatik: meist im Singular
Beispiele:
Empörung erfüllte ihn über die Zumutung, Frechheit, Antwort
seine Empörung stieg
er geriet in Empörung, wurde in Empörung versetzt
sie war, sprach in heller, ehrlicher, gerechter, berechtigter, sittlicher, tiefer, wilder, jäher Empörung
in stummer Empörung aufblicken
er suchte nach Worten, um seiner Empörung Luft zu machen
jmdm. seine Empörung ins Gesicht schreien
sie zitterte vor Empörung und Zorn
ein Sturm der allgemeinen Empörung brach los
die Wogen der Empörung gingen hoch
Alle gutgesinnten Lehrer hörten den Bericht erschüttert an und kochten vor Empörung [ SpoerlFeuerzangenbowle140]
diese Nachricht sei in einer Welle von Empörung die ganze russische Ostfront hinabgerollt [ A. ZweigGrischa193]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

empören · Empörer · Empörung
empören Vb. ‘erregen, entrüsten’, reflexiv auch ‘sich erheben’. Mhd. enbœren ‘erheben’ erscheint semantisch wie ein Faktitivum zu der unter empor (s. d.) behandelten Wortverbindung mhd. enbor(e), weist aber Länge des Vokals auf wie seltenes mhd. bōr m. ‘Trotz, Empörung’; vgl. mit anderem Präfix ahd. irbōren ‘sich erheben, sich aufmachen, anfangen’ (Hs. 12. Jh.), mhd. erbœren. Es handelt sich um Formen, die mit den unter empor, gebühren (s. d.) genannten verwandt sind, jedoch dehnstufig zur dort angegebenen Wurzel ie. *bher(ə)- ‘tragen, bringen’ (s. gebären) gebildet sind, hier (wie vielleicht auch in der unter Berg, s. d., behandelten Gutturalerweiterung) in der Bedeutung ‘er-, aufheben’. Ein gelegentlich auftretender Gleitlaut (vgl. mhd. entbœren) ist sekundär. Empörer m. ‘Rebell, Aufrührer’ (16. Jh.). Empörung f. ‘Rebellion, Aufruhr, Auflehnung’ (15. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Aufgebrachtheit · Aufgebrachtsein · Aufgeregtheit · Aufregung · Echauffiertheit · Echauffierung · Empörtheit · Entrüstung · Erbostheit · Feindseligkeit · Furor · Gereiztheit · Indignation · Jähzorn · Rage · Raserei · Stinkwut · Verärgerung · Wut · Wut im Bauch · Wüterei · Zorn · heiliger Zorn · Ärger  ●  Empörung  Hauptform · Ingrimm  veraltend · Gefrett  ugs., österr., süddt. · Gfrett  ugs., österr., süddt. · Scheißwut  derb · böses Blut  ugs.
Oberbegriffe
Assoziationen
  • (die) Gemüter erregen · (ein) Aufreger sein · (einen) Sturm der Entrüstung auslösen · Kreise ziehen · Wirbel machen · die Wellen der Empörung schlagen hoch · für Aufregung sorgen · hohe Wellen schlagen  ●  Wind machen  fig. · (die) Gemüter erhitzen  ugs. · (die) Nerven liegen blank  ugs. · (jemandes) Blut in Wallung bringen  ugs. · einschlagen wie eine Bombe  ugs.
  • Aufruhr · Volkszorn · allgemeine Empörung

Typische Verbindungen zu ›Empörung‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Empörung‹.

Verwendungsbeispiele für ›Empörung‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Mit steigender Empörung hatte er es aus der Art der Fragen kommen sehen. [Kolbenheyer, Erwin Guido: Das Gestirn des Paracelsus, München: J.F. Lehmanns 1964 [1921], S. 963]
Die Wogen der Empörung gingen hoch, einige entfernten sich protestierend. [Mann, Heinrich: Professor Unrat, Berlin: Aufbau-Verl. 1958 [1905], S. 189]
Da war niemand unter uns, dem nicht das Herz stürmisch geschlagen hätte, – vor Empörung über das drohende Unrecht, vor Freude über den aufgezwungenen Kampf. [Braun, Lily: Memoiren einer Sozialistin. In: Lehmstedt, Mark (Hg.) Deutsche Literatur von Frauen, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1911], S. 1573]
Die Freude im Namen des Volkes musste diesmal zurückstehen hinter der Empörung im Namen des Volkes. [Die Zeit, 09.03.2000, Nr. 11]
Wenn sie folgenlos bleibt, muß auch die größte Empörung sich einmal aufzehren. [Die Zeit, 16.04.1998, Nr. 17]
Zitationshilfe
„Empörung“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Emp%C3%B6rung>.

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