Emporkömmling, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Emporkömmlings · Nominativ Plural: Emporkömmlinge
Aussprache
WorttrennungEm-por-kömm-ling (computergeneriert)
Wortzerlegungemporkommen-ling
eWDG, 1967

Bedeutung

jmd., der sich aus kleinen Anfängen emporgearbeitet hat
Beispiele:
Karl Leberecht hegte noch die naive Freude des Emporkömmlings an seinem Glücke [PolenzBüttnerbauer1,203]
Er zeigte sich als Feinschmecker mit Resten jener Gier, die Emporkömmlingen eigen ist [Wasserm.Wahnschaffe1,273]
Der Herrscher der Odenwaldwerke ... ist für ihn ein trostloser Emporkömmling [RemarqueSchwarzer Obelisk85]
eine gewisse aristokratische Einschränkung des Entgegenkommens, das der Emporkömmling, vorsichtig wie alle Emporkömmlinge, ihr bezeigte [Th. MannZauberb.2,823]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

empor · Empore · Emporkömmling
empor Adv. ‘hinauf, aufwärts’. Zugrunde liegen die Präpositionalverbindungen ahd. in bor(e) ‘in die Höhe’, in bore ‘in der Höhe’, zusammengesetzt aus der Präposition ↗in (s. d.) und bor(e), Akkusativ bzw. Dativ von ahd. bor ‘Höhe, Spitze’ (8. Jh.), das auf die gleiche Wurzel zurückgeht wie die unter ↗empören (s. d.) genannten dehnstufigen Formen. Aus der Zusammenrückung mhd. enbor(e) wird über frühnhd. entbor (mit Gleitlaut -t-) gemäß der unter ↗Himbeere (s. d.) dargestellten Lautentwicklung nhd. empor. Die Auffassung ‘in der Höhe, oben’ (noch bei Adelung 1774) tritt im 18. Jh. zurück; empor verbindet sich seitdem fast ausschließlich mit Verben und bezeichnet aufwärtsführende Bewegungen. Empore f. ‘offenes Obergeschoß (in Kirchen), erhöhter Raum’, gekürzt im 18. Jh. aus Emporkirche (auch Porkirche, Borkirche, mhd. borkirche, zu ahd. bor, s. oben). Emporkömmling m. ‘schnell zu Macht und Einfluß Aufgestiegener’ (80er Jahre 18. Jh.), Verdeutschung für ↗Parvenü (s. d.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Arrivierter · ↗Aufsteiger · Emporkömmling · Neureicher  ●  ↗Homo novus  geh., lat. · Parvenu  geh. · ↗Parvenü  geh.
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Abneigung Ehrgeiz Süden bürgerlich ehrgeizig erfolgreich finanzkräftig forsch frech hassen korsisch neureich reich skrupellos unbekannt ungehobelt

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Emporkömmling‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Als erstes zeigte er uns mit dem ganzen Stolz des erfolgreichen Emporkömmlings seine Villa.
Der Spiegel, 01.03.1982
Vorher hat sie für kurze Zeit einen Emporkömmling von Schriftsteller geliebt.
Tucholsky, Kurt: Auf dem Nachttisch. In: Kurt Tucholsky, Werke - Briefe - Materialien, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1930]
Die »Besitzer« aber waren meist nur kleine, verschuldete Emporkömmlinge mit einem angeheirateten, unzulänglichen Vermögen.
Wohlmuth, Alois: Ein Schauspielerleben, Ungeschminkte Selbstschilderungen von Alois Wohlmuth. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1928], S. 1405
Die Emporkömmlinge des Hofes von Amarna wurden fallengelassen und die alten Vornehmen wieder in ihre Ämter eingesetzt.
Wilson, John A.: Ägypten. In: Propyläen Weltgeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1961], S. 6267
Denn Berlin bedeutete damals noch immer neben ihnen nur einen bescheidenen Emporkömmling, Wien und Rom zehrten vom alten historischen Ruhme.
Witkowski, Georg: Von Menschen und Büchern, Erinnerungen 1863-1933. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1938], S. 4829
Zitationshilfe
„Emporkömmling“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Emporkömmling>, abgerufen am 23.05.2019.

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