Enge, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Enge · Nominativ Plural: Engen
Aussprache
WorttrennungEn-ge (computergeneriert)
Grundformeng
Wortbildung mit ›Enge‹ als Letztglied: ↗Landenge · ↗Meerenge · ↗Talenge
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
nur im Singular
das Engsein, die Engigkeit
Beispiele:
die Enge in dem Zimmer
eine bedrückende Enge herrschte
Nicht vorwärts konnten sie, auch nicht zurück, / Gekeilt in drangvoll fürchterliche Enge [SchillerWallenst. TodIV 10]
gehoben, übertragen Engherzigkeit
Beispiele:
die Enge des Geistes
die Enge der Betrachtungsweise überwinden
aus geistiger, menschlicher, spießbürgerlicher Enge heraus urteilen, handeln
ohne dogmatische Enge vorgehen
Sie […] hatte wahrscheinlich die bürgerlich-zopfige Enge daheim nicht mehr ertragen [O. M. GrafMitmenschen196]
2.
schmale Straße, Wasserstraße
Beispiele:
eine Enge mit Untiefen, Klippen
ein Schiff durch gefährliche Engen steuern
die Ureinwohner zogen sich in die Engen des Gebirges zurück
übertragen jmdn. in die Enge treibenjmdn. in Verlegenheit, Bedrängnis bringen
Beispiele:
durch ihre andauernden Fragen wurde er in die Enge getrieben, sah er sich in die Enge getrieben
du willst mich wohl in die Enge damit treiben?
er sah sich in die Enge gedrängt
sich aus einer Enge freizumachen, in die Salvotti ihn getrieben hatte [Ric. HuchConfalonieri104]
daß Sophie ... allzusehr in eine wirtschaftliche und damit vielleicht auch persönliche Enge hineingeraten könnte [ZuchardtSpießrutenlauf238]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

eng · Enge · engen · beengen · verengen · einengen · Engpaß
eng Adj. ‘wenig Raum lassend, begrenzt’ und ‘dicht beieinander, gedrängt’, ahd. engi (8. Jh.), mhd. enge, asächs. engi, mnd. enge, mnl. enghe, nl. eng, aengl. enge, anord. ǫngr, øngr, got. aggwus, daneben die umlautlosen Adverbformen ahd. ango (9. Jh.), mhd. ange (s. ↗bange). Das gemeingerm. Adjektiv (ein alter u-Stamm, germ. *angu-) und das davon abgeleitete Abstraktum ↗Angst (s. d.) führen zusammen mit aind. aṁhúḥ ‘eng’ (in aṁhubhḗdī), lat. angiportus (aus *anguportus) ‘enges Gäßchen’ sowie der Erweiterung aslaw. ǫzъkъ, russ. úzkij (узкий) ‘eng, schmal’ auf ie. *ang̑hu-, eine Adjektivbildung zur Wurzel ie. *ang̑h- ‘eng, einengen, schnüren’ (mit früher Übertragung in den seelischen Bereich, vgl. aind. áṁhaḥ ‘Angst, Bedrängnis’, lat. angor ‘Beklemmung, Angst’), an die wohl auch ↗Angina (s. d.) anzuschließen ist. Dazu Enge f. ‘Begrenztheit, Beschränkung, Gedrängheit’, ahd. engī(n) (8. Jh.), mhd. mnd. enge, aengl. engu (vgl. die Zusammensetzungen Meerenge, 17. Jh., und Landenge, 18. Jh. für älteres Erdenenge, Stieler 1691) und das heute ungebräuchliche engen Vb. ‘eng machen’, ahd. engen ‘bedrängen, quälen’ (8. Jh.), mhd. mnd. engen ‘eng machen, beengen, in die Enge treiben’ (vgl. anord. øngja ‘drängen, zwingen, klemmen’, got. gaaggwjan ‘bedrängen’, aengl. geenged ‘bedrängt, besorgt’), das durch die Präfixbildungen beengen Vb. ‘einschränken, behindern’, verengen Vb. ‘enger machen’, reflexiv ‘enger werden’ und einengen Vb. ‘enger machen, einschränken’ (alle 17. Jh.) abgelöst wird. Engpaß m. ‘verengter Durchlaß, schmaler Gebirgspaß’ (Anfang 19. Jh.), übertragen ‘Notlage’ (2. Hälfte 19. Jh., danach ‘wirtschaftliche Schwierigkeiten, Versorgungsmangel’ (20. Jh.); vgl. russ. úzkoe mésto (узкое место).

Thesaurus

Synonymgruppe
Bedrängnis · Enge · ↗Gedrängtheit · ↗Platzmangel
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Herzogin Westfale zusammenarbeiten zusammenrücken

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Enge‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Enger gefaßt kann M. als erziehungswissenschaftlich begründete Theorie des Faches Musik bezeichnet werden.
o. A.: M. In: Brockhaus-Riemann-Musiklexikon, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1989], S. 6956
Enger als je zuvor ist die amerikanische Freiheit mit der Freiheit anderer Völker verbunden.
Archiv der Gegenwart, 2001 [1954]
Ob es vergleichbare Fälle in anderen Regionen Polens gibt, kann Enger nicht mit Sicherheit sagen.
Die Zeit, 15.11.2010, Nr. 46
Enger noch und bisweilen in beinahe täglichem Verkehr war ich mit dem Ehepaar Cornill verbunden.
Wundt, Wilhelm: Erlebtes und Erkanntes. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1921], S. 1940
Enger als auf dem Kontinent war dabei die Verbindung von Macht und Geist, Politik und Literatur.
Wandruszka, Adam: Die europäische Staatenwelt im 18. Jahrhundert. In: Propyläen Weltgeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1964], S. 2240
Zitationshilfe
„Enge“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Enge>, abgerufen am 20.02.2019.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
Engbrüstigkeit
engbrüstig
engbeschrieben
engbegrenzt
engbefreundet
Engel
Engelamt
Engelbengel
Engelchen
Engelchor