Engel, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Engels · Nominativ Plural: Engel
Aussprache
WorttrennungEn-gel
Wortbildung mit ›Engel‹ als Erstglied: ↗Engelchen · ↗Engelchor · ↗Engelein · ↗Engelflügel · ↗Engelhaar · ↗Engelknabe · ↗Engelkopf · ↗Engelmacher · ↗Engelmacherin · ↗Engelschar · ↗Engelschor · ↗Engelsflügel · ↗Engelsgeduld · ↗Engelsgewand · ↗Engelshaar · ↗Engelskind · ↗Engelskopf · ↗Engelsmiene · ↗Engelsmusik · ↗Engelsstimme · ↗Engelstimme · ↗Engelszunge · ↗Engelwurz · ↗Englein · ↗engelgleich · ↗engelgut · ↗engelhaft · ↗engelrein · ↗engelschön · ↗engelsgut · ↗engelsrein
 ·  mit ›Engel‹ als Letztglied: ↗Badeengel · ↗Erzengel · ↗Goldengel · ↗Racheengel · ↗Todesengel · ↗Wachsengel · ↗Weihnachtsengel · ↗Würgeengel · ↗Würgengel
DWDS-Vollartikel, 2020

Bedeutungen

1.
im Judentum, Christentum und Islam   von Gott erschaffenes Geistwesen, das in Menschengestalt und mit Flügeln versehen als Bote zwischen Gott und den Menschen wirkt
Beispiele:
Was keinen Körper hat, existiert nicht; also muss Gott einen Körper haben – so der Kirchenvater Tertullian[…]. Wurde über die körperliche Beschaffenheit der Götter, der Seele, der Engel oder auch des einen Gottes nachgedacht, war allerdings oft von einer ganz besonderen Materialität die Rede – etwa von zarter Feinstofflichkeit oder von der »astralen«, den Sternen eigenen Materialität. [Neue Zürcher Zeitung, 30.04.2016]
Alle Religionen kennen Engel, die Boten Gottes, die den Menschen seine heilende Nähe verkünden. Engel sind in den meisten Religionen helfende und heilende Mächte, die Gott den Menschen sendet. [Bild, 20.04.2011]
Mein Eindruck ist, daß heute die meisten Theologen verlegen werden, wenn es um Wunder geht. Aber die großen monotheistischen Glaubenssysteme sind auf Wundergeschichten gegründet – den brennenden Busch, das leere Grab, den Engel, der Mohammed den Koran diktiert hat […]. [Bild der Wissenschaft auf CD-ROM, 2000 [1999]]
Doch auch die Ordnung des Jenseits wurde als Hierarchie vorgestellt: eine andere Ordnung konnte man sich [im Mittelalter] überhaupt nicht denken. An der Spitze stand natürlich Gott mit Christus, Maria, den Aposteln und seinen obersten Engeln. [Schwanitz, Dietrich: Bildung, Frankfurt a. M.: Eichborn 1999, S. 83]
Das Weihnachtsevangelium des Lukas ist die einzige Bibelstelle, an der beide Engel-Typen (der »Engel des Herrn« als Bote und die Gott verherrlichenden »himmlischen Heerscharen«) gemeinsam auftreten. Die katholische Kirche hat die These von der personalen Existenz der Engel in einer Reihe von Konzilsbeschlüssen und Lehräußerungen sanktioniert. [o. A. [rast]: Engel. In: Aktuelles Lexikon 1974-2000, München: DIZ 2000 [1983]]
Diese Boten [Gottes] […] können entweder selber göttlich sein (z. B. der griechische Hermes) oder übernatürliche Wesen niedrigeren Ranges (wie die Engel des Judentums) oder bloß Menschen, Propheten oder Seher. [Walton, F. R.: Götterbote. In: Die Religion in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1958], S. 11848]
Kollokationen:
mit Adjektivattribut: ein rettender, rächender, feuriger Engel
als Akkusativobjekt: einen Engel erschaffen, senden, schicken, grüßen, anrufen, bitten
als Dativobjekt: einem Engel begegnen
mit Genitivattribut: der Engel der Apokalypse, Verkündigung, Barmherzigkeit; der Engel des Lichts, des Himmels
hat Präpositionalgruppe/-objekt: ein Engel mit Flammenschwert
als Genitivattribut: der Chor, Gesang, die Schar der Engel; die Erscheinung, die Offenbarung, die Botschaft, die Gebete des Engels
a)
bildliche, meist künstlerische Darstellung eines Engels (1)
Beispiele:
In barocken Festsälen und Rokokokirchen wirkten Maler und Stuckateure zusammen, um beispielsweise einen gemalten Putto durch ein plastisch ausgebildetes Bein tatsächlich anfassbar zu machen. Es ist, als ob der gemalte Engel aus dem Gemälde in den wirklichen Raum gelangen, oder umgekehrt in die Weite des Gemäldes schlüpfen könnte. [Süddeutsche Zeitung, 08.09.2018]
Im späten Mittelalter werden Engel dann zu Frauen und Kindern, welche mit unterschiedlicher Kleidung und ausgeprägten Gefühlsregungen versehen sind. Es gab jedoch auch androgyne sowie geschlechts- und alterslose Engel, denn als »Geistwesen« konnte man sie sich in allen Gestalten vorstellen. Weibliche Engel kommen jedoch nur in der Kunst vor; die Theologie kennt sie nicht. [Welt am Sonntag, 31.10.2010, Nr. 44]
In einer Ecke neben dem Eingang [der Kirche] stand die Figur eines Engels, ein Flügel war abgebrochen und über den anderen hatte einer […] seine schwarze Jacke gehängt. [Funke, Cornelia: Tintenherz, Hamburg: Cecilie Dressler Verlag 2003, S. 173]
Staunend blicken wir in die barocke Fülle des Kirchenschiffs. 1996 wurde das Innere in den ursprünglichen Farben restauriert. Hier ist tatsächlich alles Gold, was glänzt. Putten und Engel musizieren und turnen waghalsig auf Brüstungen und Simsen herum. [Neue Zürcher Zeitung, 07.06.2001]
Sie fuhren durch Straßen von halb dörflichem, halb kleinstädtischem Charakter[…] und hielten […] am Friedhof, durch dessen Gitter man die Kapelle unter ernsten dunklen Tannen sah und Kreuze auf eingesunkenen Grabhügeln und einen sechs Fuß hohen Engel mit tragisch gefalteten Schwingen. [Reimann, Brigitte: Franziska Linkerhand, Berlin: Neues Leben 1974, S. 133]
Kollokationen:
mit Adjektivattribut: ein steinerner, vergoldeter, blonder, musizierender, singender Engel
in Koordination: die Madonna, Engel und Putten
hat Präpositionalgruppe/-objekt: ein Engel mit Flügeln, Posaune, Trompete
als Genitivattribut: die Figur des Engels
b)
Phrasem:
gefallener Engel (= Abtrünniger, häufig als Satan oder Teufel personifiziert)
Beispiele:
Sie [die Jesiden] beten der Sonne zugewandt zu ihrem Gott und verehren seine sieben Engel. Der wichtigste ist Melek Taus, auch »Engel Pfau« genannt. Vielen Muslimen gelten sie deshalb als Sekte und »Teufelsanbeter«, da der »Engel Pfau« im Koran als gefallener Engel bezeichnet wird. [Die Welt, 09.08.2014]
So sah die Hölle aus [wie das dunkle, trostlose Spielzimmer im Keller des Klosters]. Keineswegs, sagten die […] Nonnen, die Hölle ist noch schlimmer als alles, was ihr euch ausdenken könnt mit euren unartigen und schmutzigen Kinderseelen. Die Hölle hat der Teufel erdacht, der gefallene Engel, der Satan, der Fürst des Feuers. [Der Standard, 23.11.2013]
übertragenDer frühere Fußballprofi […] steht vor Gericht: Er soll 78-mal Kokain gekauft und keinen Unterhalt gezahlt haben. […] Es ist die Geschichte eines gefallenen Engels, von denen es im Sport so viele gibt. Vorbilder, Helden der Jugendzimmer – sie gelten plötzlich als Betrüger, […] als Gescheiterte. [Süddeutsche Zeitung, 24.10.2012]
Der Teufel ist nach deren Lehre [den Lehren der katholischen Kirche] ein gefallener Engel. Der wurde von Gott seiner Natur nach gut geschaffen, aber er wurde selbst durch sich böse. Nicht ganz leicht zu verstehen und deshalb auch von der Kirche als grosses Geheimnis bezeichnet. [Neue Zürcher Zeitung, 18.03.2012]
Engel sind Boten Gottes, Mittler zwischen ihm und der Menschheit. Sie heißen Gabriel, Michael, Raphael, Uriel oder Phanuel. In der katholischen Glaubenslehre gibt es aber auch den gefallenen Engel Luzifer, der sich von Gott abgewandt hat und verdammt wurde und nun als böser Dämon die Erdenbewohner quält und zur Sünde verführt. [Süddeutsche Zeitung, 28.11.1997]
Erst im Spätjudentum tauchen Vorstellungen eines Dualismus von Gut – Böse auf. Der Kampf zweier Reiche (Licht – Finsternis) wird mythologisch ausgesponnen. So entsteht auch die Sage, der Satan sei ein gefallener Engel. [Die Zeit, 31.03.1978, Nr. 14]
c)
Phrasem:
(schon) die Engel (im Himmel) singen hören (= schon fast tot sein, starke Schmerzen empfinden)
Beispiele:
Am frühen Morgen begann der Parforceritt [die Geburt]. Oder wie eine Freundin es formuliert hatte: Du hörst die Engel im Himmel singen. Nach zehn oder zwölf Stunden hätte ich jede Droge genommen, die die Schulmedizin anzubieten hat. Ein Kind im Geburtskanal, das keinen Schritt vorwärts oder rückwärts macht, stellt einen auf die Probe. [Neue Zürcher Zeitung, 03.10.2016]
Der [Boxer] hat einen wahnsinnigen Punch. Landet er einen richtigen Treffer aufs Kinn von D[…] [seines Gegners], wird der die Engel singen hören. [Süddeutsche Zeitung, 10.09.1994]
Ich werde auch keine große Rede halten, denn ich lasse gerade meine Zähne in Ordnung bringen und höre zur Zeit die Engel im Himmel singen. [Der Spiegel, 14.03.1966, Nr. 12]
Der Bär rennt mir direkt vor die Füße. Ich haue von oben auf ihn ein und er klebt mir von unten eine waschechte Ohrfeige. Ich höre bereits die Engel im Himmel singen. [Berliner Zeitung, 13.03.1955]
d)
Phrasem:
ein Engel geht, schwebt durch den Raum, das Zimmer (= es wird plötzlich ganz still)
Beispiele:
Das letzte Wort [der Theatervorstellung] ist verklungen, doch es hallt noch etwas nach. Das gemeinsame Schweigen bricht aus: Ein Engel geht durch den Raum. Man kann dieses Innehalten nicht beschreiben, nur spüren, wenn man dabei ist. Die Zeit bleibt für einen Atemzug stehen, und zweihundert oder zweitausend Leute teilen diesen besonderen Moment. Das ist großartiger, als es jeder Applaus sein könnte. [Süddeutsche Zeitung, 24.12.2018]
Wenn in Momenten von plötzlicher Stille »ein Engel durch den Raum geht«, benennen wir damit unser leichtes Unbehagen vor dem Unerfüllten, dem Ungesagten, dem Unerklärlichen. Auch in Filmen kommen manchmal solche Augenblicke vor, in denen für eine kleine Weile nichts geschieht, außer dass der Flügelschlag eines Engels über die Leinwand huscht. Dann ist das Kino der Himmel auf Erden. [Die Welt, 05.12.2003]
Letzterer [der RIAS-Kammerchor Berlin] bot am Sonntag nachmittag in der sonnendurchfluteten Matthäikirche eine Interpretation der »Lamentationes« (= Vertonung der Klagelieder des Propheten Jeremias), die über alle Maßen gelang. Ein Engel ging durch den Raum. Und noch einer. Wer dabei war, hat sie gesehen und wird das hoffentlich nicht mehr vergessen. [Frankfurter Allgemeine Zeitung, 13.09.2000]
Wenn die Gespräche verstummen und der berühmte Engel durchs Zimmer schwebt – hilft das Anbieten eines Drinks, einer Zigarette oder Zigarre. Dabei ergeben sich Anknüpfungspunkte zu neuen Gesprächen. [Schwarz, Peter-Paul (Hg.), Gepflegte Gastlichkeit, Wiesbaden: Falken-Verl. Sicker 1967, S. 63]
2.
übertragen hilfsbereiter, sozial engagierter, in einem karitativen Beruf tätiger Mensch
Beispiele:
Ihr ganzes Leben lang hatte sie [Mutter Teresa] sich um Arme und Kranke aus den Slums gekümmert, so wuchs ihr Ruf als »Engel von Kalkutta«. Voriges Jahr hat sie der Papst heiliggesprochen. [Süddeutsche Zeitung, 15.07.2017]
Der Nervenarzt [und spätere Schriftsteller] im Osten Berlins – [Alfred] Döblin hatte in Psychiatrie und Neurologie promoviert – war ein »Engel der Armen«, er versorgte zermürbte Arbeiter, Gescheiterte, das Lumpenproletariat: »Es blieb in mir, dass ich zu den Armen gehöre. […] [Die Welt, 23.06.2007]
Der Vater will Charlotte [vor den Nazis] in Sicherheit bringen. Ein ehemaliges Dienstmädchen wird zum rettenden Engel: Mittlerweile die Bäuerin auf einem Hof im Mittelfränkischen, nimmt Zenzi das Kind Charlotte auf, gibt sie als ihre uneheliche Tochter aus. [Spiegel, 07.06.2006 (online)]
Elsbeth Kasser, der Engel von Gurs, die Rotkreuz-Krankenschwester, die sich im Internierungslager Gurs in Südwestfrankreich zwischen 1940 und 1943 aufopfernd um die vielen Waisenkinder kümmert. [Frankfurter Allgemeine Zeitung, 01.11.1999]
Er fragte freundlich: »Wo willst du hin?« Lisa [die im Rollstuhl sitzt] verschlug es die Sprache. Da kam noch ein zweiter[…] und sagte: »Wir sind heute die guten Engel. Wir helfen dir.« Sie schoben Lisa in die nächste U-Bahn, fuhren eine Station mit. [Jentzsch, Kerstin: Seit die Götter ratlos sind, München: Heyne 1999 [1994], S. 85]
Kollokationen:
mit Adjektivattribut: ein rettender Engel
mit Genitivattribut: der Engel der Armen, Obdachlosen, Aids-Kranken
hat Präpositionalgruppe/-objekt: ein Engel auf Erden
a)
Phrasem:
die Gelben Engel (= Pannenhelfer eines deutschen Automobilclubs, die in gelben Fahrzeugen unterwegs sind)
Beispiele:
Den gelben Engeln bringt der Wintereinbruch reichlich Arbeit auf den Straßen von Berlin und Brandenburg. Täglich gehen in der Pannenhilfe-Zentrale der Region rund 1200 Anrufe ein. [Bild, 30.12.2000]
Vom Großteil der Bevölkerung werden die »Gelben Engel« als Sympathieträger wahrgenommen. Die Menschen, die unsere Pannenhelfer bedrängen und beleidigen, sind aber meist keine gestrandeten Autofahrer. [Süddeutsche Zeitung, 24.02.2018]
allgemeinerMitten im Heumarer [Autobahn-]Dreieck stehen zwei Wagen mit Hauben hoch, davor leuchtend gelb ein niederländischer Lkw. Der schwergewichtige Trucker spielt den gelben Engel: »Kenn’ ich schon, die meisten haben Wasserprobleme, Kühlung kaputt.« [die tageszeitung, 12.07.1997]
Entgegen der landläufigen Meinung sind die »Gelben Engel« verpflichtet, jedem Kraftfahrer zu helfen, unabhängig, ob er Mitglied [des Automobilclubs] ist oder nicht. [Der Spiegel, 29.08.1977, Nr. 36]
Gelbe Engel – das sind die Pannenhelfer des ADAC [eines deutschen Automobilclubs]; jedenfalls sind ihre Autos und Motorräder gelb gestrichen, und im vergangenen Jahr sind sie 533500 Kraftwagenfahrern bei ernsten Pannen als rettende Engel erschienen[…]. [Die Zeit, 06.05.1966, Nr. 19]
b)
schöner, gütiger, angenehmer, lieber Mensch
  oft in Bezug auf Frauen und Kinder
Beispiele:
Ich habe selten so eine Einheit in meinem Leben erlebt wie mit Laura. Ich heirate einen Engel. [Bild, 15.09.2018]
B[…] war kein einfacher Jugendlicher. […], er hatte Schulprobleme, prügelte sich regelmäßig. »Ich war damals kein Engel, um es freundlich auszudrücken«, sagt er selbst. [Die Welt, 01.02.2018]
Überrascht hielt er inne und starrte sie an. Sie sieht aus wie ein Engel, dachte er. [Hettche, Thomas: Der Fall Arbogast, Köln: DuMont Buchverlag, 2001, S. 304]
Ja, ein Engel an Sanftmut und Milde, an Schönheit und Majestät war die Verewigte [Königin Luise von Preußen] gewesen, gleich groß und erhaben in Freud und Leid. Ihr Gedächtnis wird im deutschen Volke fortleben […]. [de Bruyn, Günter: Preußens Luise, Siedler 2001, S. 92]
Mein ganzes Leben hatten die Leute mich immer für einen süßen unschuldigen Engel gehalten. Damit war Schluss! Ich wollte eine andere, dunklere Seite zeigen. Ich wollte verrückt und wild sein. [Die Zeit, 14.10.1999, Nr. 42]
Längst sind aus ihren kleinen Engeln große Buben geworden. Gearbeitet hat sie immer, die alleinerziehende Juristin. [Die Zeit, 27.06.1997, Nr. 27]
Silke war meine Freundin, und was soll ich da groß sagen: Das Mädchen war einfach ein Engel. Manchmal fragte ich mich, was sie an mir fand, aber da war wohl wirklich was. [Brussig, Thomas: Wasserfarben, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 2001 [1991], S. 13]
Kollokationen:
in Präpositionalgruppe/-objekt: ein Rendezvous, eine Begegnung mit einem Engel; Mutter von einem Engel [sein]
c)
als Koseform oder vertraute Anrede
Beispiele:
S[…] [der Garderobier des Tanzlokals] ist ein kleiner, drahtiger Mann mit einem langen weißen Schnauzbart, er spricht sowohl die Reporterin als auch die Fotografin und wahrscheinlich auch alle anderen Frauen mit »mein Engel« an […]. [Süddeutsche Zeitung, 31.08.2013]
»Mein guter Engel« schrieb Cocteau, wenn er an Marais einen Brief schrieb, gelegentlich auch »Mein Sohn«. [die tageszeitung, 11.11.1998]
Zum ersten Mal in seinem Leben hatte er Macht. Das hat ihn verändert. Ich war nicht mehr sein ›geliebter Engel‹, ich war nur noch ›seine Frau‹. Er machte anderen schöne Augen, stellte nur die hübschesten Mitarbeiterinnen ein. [Bild, 16.08.1997]
Mit dem Schlüsselsatz: »Alles wird schließlich langweilig, mein Engel, das ist ein Naturgesetz, es ist nicht meine Schuld«, verläßt er [der Graf] die tugendhafte Madame de Tourvel [seine Geliebte] und stürzt sie damit in Verzweiflung. [konkret, 2000 [1989]]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Engel · Erzengel
Engel m. In der Benennung des nach jüdischer und christlicher Vorstellung als Mittler zwischen Gott und den Menschen auftretenden überirdischen Wesens stimmen alle germ. Sprachen überein: ahd. engil (8. Jh.), mhd. engel, asächs. engil, mnl. enghel, mnd. nl. afries. aengl. engel, engl. angel, anord. engill, schwed. ängel, got. aggilus. Diesen Formen liegt lat. angelus sowie vorausgehendes griech. ángelos (ἄγγελος) ‘Bote, Botschaft’, in der Bibel (als Übersetzung von hebr. mal’āk) ‘Bote Gottes’ zugrunde. Während für das Got. die unmittelbare Entlehnung aus dem Griech. feststeht, bleibt umstritten, ob ahd. engil mit der Lehre des Arianismus aus dem Got. übernommen ist oder, was als wahrscheinlicher gilt, auf lat. angelus beruht. Für griech. ángelos (ἄγγελος) ‘Bote, Botschaft’ wird unter Hinweis auf griech. ángaros (ἄγγαρος) ‘reitender persischer Eilbote’ oriental. Ursprung vermutet. Erzengel m. ‘einer der obersten Engel’, ahd. archengil (9. Jh., Konjektur!), mhd. erzengel nach gleichbed. lat. archangelus, griech. archángelos (ἀρχάγγελος); zum ersten Kompositionsglied s. ↗Erz-.

Thesaurus

Religion
Synonymgruppe
Cherub · Engel · Gottesbote · Kerub · Seraphim · himmlischer Wächter
Oberbegriffe
  • Fabelwesen · Fantasiegeschöpf · Phantasiegeschöpf · übernatürliches Wesen
Synonymgruppe
Herzallerliebster · ↗Herzblatt · ↗Liebste(r)  ●  ↗Darling  engl. · (du) Traum meiner schlaflosen Nächte  ugs., ironisch · ↗Augenstern  ugs. · ↗Babe  ugs., engl. · ↗Baby  ugs. · Beauty  ugs., engl. · ↗Bienchen  ugs. · ↗Biene  ugs. · ↗Bunny  ugs., engl. · ↗Bärchen  ugs. · Engel  ugs. · ↗Engelchen  ugs. · Engelmaus  ugs. · Engelsschein  ugs. · ↗Flamme  ugs. · ↗Gummibärchen  ugs. · ↗Hase  ugs. · Hasi  ugs. · Hasibär  ugs. · Hasibärchen  ugs. · Hasili  ugs. · Hasimaus  ugs. · Hasipupsi  ugs. · ↗Herzbube  ugs. · ↗Herzchen  ugs. · Honey  ugs., engl. · Hübsche  ugs. · Kleine  ugs. · Kleiner  ugs. · Kleines  ugs. · ↗Knuddelbär  ugs. · Knuddelmaus  ugs. · Knufelbär  ugs. · Knuffel  ugs. · Knuffelchen  ugs. · Knuffelschatzi  ugs. · ↗Kuschelbär  ugs. · Kuschelbärchen  ugs. · ↗Kuschelhase  ugs. · Kuschelmaus  ugs. · Kuschelmäuschen  ugs. · Kuschelschnuppe  ugs. · Kuscheltiger  ugs. · Kuschli  ugs. · ↗Kätzchen  ugs. · ↗Liebchen  ugs. · ↗Liebesgöttin  ugs. · ↗Liebesperle  ugs. · ↗Liebling  ugs., Hauptform · ↗Maus  ugs. · Mausbär  ugs. · ↗Mausi  ugs. · ↗Mäuschen  ugs. · Mäusle  ugs. · Perlchen  ugs. · Puschi  ugs. · Puschibär  ugs. · ↗Püppchen  ugs. · Püppi  ugs. · ↗Schatz  ugs. · Schatzi  ugs. · Schatzimaus  ugs. · Schatzimausi  ugs. · Schnubbi  ugs. · ↗Schnucke  ugs. · ↗Schnuckel  ugs. · ↗Schnuckelchen  ugs. · Schnuckelmausi  ugs. · Schnucki  ugs. · Schnuckiputzi  ugs. · ↗Schätzchen  ugs. · Schätzelein  ugs. · ↗Schöne  ugs. · ↗Schönheit  ugs. · ↗Sonnenschein  ugs. · ↗Spatz  ugs. · ↗Spätzchen  ugs. · ↗Süße  ugs. · Süßes  ugs. · ↗Teufelchen  ugs. · ↗Traummann  ugs. · ↗Traumprinz  ugs. · ↗Zuckerpuppe  ugs. · ↗Zuckerpüppchen  ugs. · ↗Zuckerschnecke  ugs. · ↗Zuckerschnute  ugs. · Zuckertäubchen  ugs. · ↗Zuckerwürfel  ugs.
Oberbegriffe
Assoziationen
Antonyme
  • Engel  ugs.

Typische Verbindungen zu ›Engel‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Andenken Apokalypse Chor Dämon Engel Erzengel Flügel Heiliger Himmel Kalle Madonna Teufel Umweltzeichen Verkündigung Weihnachtsmann blau blond eiskalt feurig gefallen gelb gestürzt golden musizierend rettend schweben schwebend singend steinern sündig

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Engel‹.

Zitationshilfe
„Engel“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Engel>, abgerufen am 28.02.2020.

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