Enkelin, die

GrammatikSubstantiv (Femininum)
Aussprache
WorttrennungEn-ke-lin (computergeneriert)
WortzerlegungEnkel-in
Wortbildung mit ›Enkelin‹ als Letztglied: ↗Urenkelin
Duden GWDS, 1999

Bedeutung

Tochter des Sohnes oder der Tochter
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Enkel1 · Enkelin · Urenkel
Enkel1 m. ‘Sohn des Sohnes oder der Tochter’, in weiterem Sinne überhaupt ‘direkter Nachkomme in der dritten Generation’, im Plur. auch allgemein ‘künftige Geschlechter’. Ahd. eniklīn n. (Hs. 13. Jh.), mhd. eninklīn n. (12. Jh.), eninkel, enenkel m. ist eine Deminutivbildung zu ahd. ano ‘Vorfahre, Großvater’ (s. ↗Ahn) mit dem westgerm. Verkleinerungssuffix -(n)kl-, das im Ahd. stets zusammen mit ebenfalls deminutivem -ī(n) vorkommt; vgl. Kluge Stammbildungslehre 333 f. Offenbar wird bei den Germanen wie bei anderen ie. Völkern die Bindung zur übernächsten Generation als besonders stark angesehen, was oft auch in der Namengebung zum Ausdruck kommt. Vergleichbare Ableitungen außerhalb des Germ. sind lat. avunculus ‘Onkel’ von lat. avus ‘Großvater, Ahn’ (verwandt mit ↗Oheim, s. d.) und wahrscheinlich auch aslaw. vъnukъ, russ. vnuk (внук) ‘Enkel’, das sich von urslaw. *ъn-, wohl einer Ablautstufe der Wurzel ie. *an- ‘Vorfahre’ (s. ↗Ahn), herleitet. Im Dt. tritt Enkel seit dem 16. Jh. in der Literatursprache an die Stelle von ↗Neffe, ↗Kindeskind (s. d.) und landschaftlichem Diechter (s. ↗Dirne), die zuvor in gleicher Bedeutung gebräuchlich sind. Dabei setzt sich die heutige zweisilbige Form vom 16. Jh. an gegenüber einer Vielzahl frühnhd. Varianten (noch im 17. Jh. Enenckel, Enickel, Enencklein, Encklein) durch. Enkel, vereinzelt noch im 18. Jh. als Neutr. verwendet, gilt zunächst für die Nachkommen beiderlei Geschlechts in der dritten Generation; daneben wird seit dem 17. Jh. die Ableitung Enkelin f. üblich (ein vereinzelter Frühbeleg bereits 14. Jh.), die Adelung jedoch 1774 noch ablehnt. Urenkel m. ‘direkter Nachkomme in der vierten Generation’, spätmhd. ureniklīn (s. ↗ur-) nach dem Vorbild von mhd. urane (s. ↗Ahn). Vgl. Erben Festschr. Dam (1977) 101 ff.

Thesaurus

Synonymgruppe
Enkelin · ↗Enkeltochter · Großtochter
Oberbegriffe

Typische Verbindungen
computergeneriert

Cousine Diktator Enkel Enkelin Erbin Firmengründer Großmutter Großvater Mahatma Nichte Oma Queen Reeder Schwiegersohn Schwiegertochter Tochter Urenkel Urenkelin achtjährig dreijährig elfjährig neugeboren neunjährig sechsjährig siebenjährig verheiraten verwaist vierjährig zweijährig zwölfjährig

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Enkelin‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Sie kamen häufig, und manchmal brachten sie ihre Enkelin mit.
Süddeutsche Zeitung, 12.11.2002
Außerdem war eine achtjährige Enkelin zu jener Zeit gerade schwer krank.
Friedländer, Hugo: Der Brand der Neustettiner Synagoge vor den Schwurgerichten zu Köslin und Konitz. In: ders., Interessante Kriminal-Prozesse, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1913], S. 29001
Dort wohnte eine sehr alte Dame mit ihrer Tochter, einer ebenfalls bereits älteren Dame, und zwei Enkelinnen.
Rosendorfer, Herbert: Großes Solo für Anton, Zürich: Diogenes 2000 [1976], S. 23
Wird ihre Tochter oder erst ihre Enkelin jemals zur Schule gehen?
Das Magazin, 1969, Nr. 2
Ihre einzige Enkelin ist eine ernste Prinzessin von etwa fünf Jahren.
Noll, Ingrid: Ladylike, Zürich: Diogenes 2006, S. 108
Zitationshilfe
„Enkelin“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Enkelin>, abgerufen am 06.12.2019.

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