Entbehrung, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Entbehrung · Nominativ Plural: Entbehrungen
Aussprache 
Worttrennung Ent-beh-rung
Wortbildung  mit ›Entbehrung‹ als Erstglied: entbehrungsreich · entbehrungsvoll
eWDG

Bedeutung

Mangel an etw. Wichtigem
Beispiele:
Entbehrungen erdulden, erleiden
jmdm., sich [Dativ] große Entbehrungen auferlegen
Entbehrungen auf sich nehmen
es war eine Zeit voller Entbehrungen
unter Schwierigkeiten und Entbehrungen gelang die Expedition
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

entbehren · Entbehrung · entbehrlich
entbehren Vb. ‘dringend Benötigtes nicht haben, missen’, ahd. inberan (9. Jh.), mhd. enbern, mnd. en(t)bēren, mnl. ontbēren, nl. ontberen. Dem im Nhd. nicht mehr gebräuchlichen, nur in der Präfixbildung gebären (s. d.) noch erhaltenen gemeingerm. Verb ahd. beran, mhd. bern, mnd. bēren ‘tragen, hervorbringen’ ist wohl die Negationspartikel ahd. ni, mhd. ne (s. nein, nicht, nie) vorangestellt, die in proklitischer Stellung ihren Vokal verlieren und dann einen schwachen vokalischen Anlaut entwickeln kann (vgl. mhd. ich enkan, enmac, enweiʒ ‘ich kann, weiß nicht’). Die heutige Bedeutung ergibt sich demzufolge aus ‘nicht tragen, nicht bei sich haben’, und die Angleichung an den verbreiteten Verbtypus mit der Vorsilbe ent- (s. d.) erfolgt sekundär (t-Einschub zuerst mnd. und frühnhd.); vgl. aber de Vries Nl. 486, der von nl. ont-, dt. ent- ausgeht. Bis ins 16. Jh. wird entbehren stark flektiert (wie jetzt noch gebären); neben der bis dahin allein üblichen Verbindung mit einem Genitiv, der als von der Negation abhängiger partitiver Genitiv anzusehen ist, kommt transitiver Gebrauch ebenfalls im 16. Jh. auf. Entbehrung f. ‘Mangel, Not’, mnd. entbēringe (15. Jh.), hd. seit dem 17. Jh.; entbehrlich Adj. ‘nicht notwendig’ (17. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Einbuße · Einschränkung · Entbehrung · Mangel · Opfer · Schmälerung
Assoziationen
Antonyme
  • Entbehrung
Synonymgruppe
Abstinenz · Ausfall · Entbehrung · Entzug
Assoziationen
Synonymgruppe
Armseligkeit · Armut · Dürftigkeit · Entbehrung · Kargheit · Mangel · Not
Oberbegriffe
Assoziationen
  • (sich) nichts zu essen kaufen können · arm sein  ●  (bei jemandem) ist Schmalhans Küchenmeister  ugs. · (den) Kitt aus den Fenstern fressen (müssen)  derb, fig. · am Hungertuch nagen  ugs. · nichts zu beißen haben  ugs.

Typische Verbindungen zu ›Entbehrung‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Entbehrung‹.

Verwendungsbeispiele für ›Entbehrung‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Und Judo verlangt viel von einem, das sind große Entbehrungen.
Süddeutsche Zeitung, 10.09.2003
Und so ist die Entbehrung nicht allzu groß, die ihnen diesmal die Regierung auferlegt hat.
Die Zeit, 23.06.1972, Nr. 25
Sie besteht keineswegs darin, Kinder frühzeitig an Entbehrungen zu gewöhnen.
Schmidt-Rogge, Carl H.: Dein Kind – Dein Partner, München: List 1973 [1969], S. 396
Einmal in dieser Zeit dumpfer Entbehrungen wurde ich schwer krank.
Boy-Ed, Ida: Lehrling in der Welt. In: Lehmstedt, Mark (Hg.), Deutsche Literatur von Frauen, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1952], S. 1087
Ich kann schon verstehen, daß viele nach jahrzehntelangen Entbehrungen möglichst schnell alles nachholen wollen, was ihnen vorenthalten wurde.
De Maizière, Lothar: Ansprache zum Inkrafttreten der Wirtschafts-, Währungs- und Sozialunion am 04.11.1998. In: Henner Barthel (Hg.), Politische Reden in der DDR, St. Ingbert: Röhrig, 1998 [1990], S. 188
Zitationshilfe
„Entbehrung“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Entbehrung>, abgerufen am 19.10.2021.

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