Entbergung, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Entbergung · Nominativ Plural: Entbergungen
WorttrennungEnt-ber-gung
Wortzerlegungentbergen-ung
DWDS-Vollartikel, 2016

Bedeutung

bildungssprachlich Entdeckung, Aufdeckung, Enthüllung, durch die etwas bisher Verborgenes, Geheimes sichtbar, erkennbar wird
Beispiele:
Eine ganze Wand dürfen die Besucher der Kreuzberger Galerie freirubbeln. Dahinter hat Weirich [der Künstler] eine geheimnisvolle Wandmalerei versteckt. Als Preis seiner archäologischen Entbergung winkt jedoch kein Scheck in Höhe von X und auch kein rosa Teddybär. […]. [Frankfurter Allgemeine Zeitung, 21.05.2002]
Nun stehen dem kleinen Planet-Speersort-Team natürlich nicht die legendären Recherche-Ressourcen […] zur Verfügung wie zum Beispiel dem Spiegel [Wochenmagazin], dieser perfekt geschmierten Nachrichtenmaschine, deren Enthüllungen und Entbergungen […] Deutschland […] Woche für Woche um den Schlaf bringen. [Die Zeit, 10.06.1999]
nur im Singular
Philosophie (von Heidegger geprägte ontologische Bestimmung der) Wahrheit als geschichtliches Geschehen (und Geschick), in dem sich das Sein dem Menschen zeigt und zugleich dieser Prozess selbst für ihn verborgen ist
Beispiele:
Auch Heideggers Argumentation im Blick auf Wahrheit läuft schließlich […] auf einen so schlichten Gedankengang hinaus wie diesen: Das griechische Wort für »Wahrheit« bedeutete ursprünglich »Unverborgenheit«, »aletheia«; also ist Wahrheit »eigentlich«, ihrem Wesen nach […], »Unverborgenheit« oder »Entborgenheit« oder – dynamisiert – »Entbergung« oder dann später […] »Lichtung«. [Frankfurter Allgemeine Zeitung, 26.04.1995]
Hier zeigt sich: das Geschehen der Wahrheit bzw. »das Geschick der Entbergung ist notwendig, weil in sich selbst Gefahr«. Das »Gestell« [der technischen Weltauffassung] ist geradezu die äußerste Gefahr, da seine ausschließliche Herrschaft den Menschen von jeder ursprünglicheren Entbergung ausschließen könnte. [Die Zeit, 23.07.2008]
Hat Heidegger mehr zur Entbergung des Seins sagen können als Nietzsche zur Entbergung seiner neuen Werttafeln? […] [Hirschberger, Johannes, Geschichte der Philosophie, Band 2: Neuzeit und Gegenwart, in: Mathias Bertram (Hg.) Geschichte der Philosiphie, Berlin: Directmedia Publ. 2000, S. 10681. Zitiert nach: Hirschberger, Johannes, Geschichte der Philosophie, Band 2: Neuzeit und Gegenwart, Freiburg: Herder 1952]
Im Begriff des »Wesens« aber denkt die Philosophie das Sein. Die Rückführung der inneren Möglichkeit der Richtigkeit einer Aussage auf die ek-sistente Freiheit des Seinlassens als ihren »Grund«, insgleichen die Vordeutung auf den Wesensanfang dieses Grundes in der Verbergung und der Irre, möchten darauf hinzeigen, daß das Wesen der Wahrheit nicht das leere »Generelle« einer »abstrakten« Allgemeinheit ist, sondern das sich verbergende Einzige der einmaligen Geschichte der Entbergung des »Sinnes« dessen, was wir das Sein nennen und seit langem nur als das Seiende im Ganzen zu bedenken gewohnt sind. [Heidegger, Martin: Vom Wesen der Wahrheit. Frankfurt a. M.: Klostermann 1976 [1. Aufl. 1943]]
Zitationshilfe
„Entbergung“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Entbergung>, abgerufen am 18.02.2019.

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