Entdeckung, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Entdeckung · Nominativ Plural: Entdeckungen
Aussprache  [ɛntˈdɛkʊŋ]
Worttrennung Ent-de-ckung
Wortzerlegung entdecken-ung
Wortbildung  mit ›Entdeckung‹ als Erstglied: ↗Entdeckungsfahrt · ↗Entdeckungsreise · ↗Entdeckungsreisende
 ·  mit ›Entdeckung‹ als Letztglied: ↗Neuentdeckung
ZDL-Vollartikel

Bedeutung

entsprechend der Bedeutung von entdecken (1, 2)
a)
das Auffinden von etw. (Neuem) in Wissenschaft und Forschung, das bis dahin unbekannt war
entsprechend der Bedeutung von entdecken (1), siehe auch Fund (2)
Kollokationen:
mit Adjektivattribut: eine bahnbrechende, bedeutende Entdeckung
als Akkusativobjekt: eine Entdeckung bekanntgeben, veröffentlichen
mit Genitivattribut: die Entdeckung neuer Gene, Planeten
hat Präpositionalgruppe/-objekt: Entdeckung durch Zufall
in Präpositionalgruppe/-objekt: den Nobelpreis für eine Entdeckung [erhalten]
in Koordination: Entdeckungen und Erfindungen
Beispiele:
Er [Karl Landsteiner] erhielt 1930 den Nobelpreis für Medizin für seine Entdeckung des Systems der Blutgruppen, die die menschlichen Blutgruppen in die Antigen‑Eigenschaften A, B und 0 sortiert. [Kieler Nachrichten, 14.06.2019]
Bis zur bahnbrechenden Entdeckung von Robert Koch geisterten die abenteuerlichsten Theorien über Ursachen und Auslöser der Krankheit [Tuberkolose] auch durch die sogenannte wissenschaftliche Welt. [Südkurier, 28.11.2019]
Von der Entdeckung eines bislang noch nicht nachgewiesenen Teilchens bei Experimenten am Large Hadron Collider (LHC) berichtet die Universität Zürich. [Der Standard, 27.04.2012]
[…] die Entdeckung der Gene und ihrer Wirkungsweise sowie die Aufklärung der chemischen Struktur der gesamten menschlichen Erbsubstanz (des menschlichen Genoms) festigten die Vorstellung, dass ererbte Gene unerbittlich unsere Handlungen und unser Schicksal bestimmen. [Neue Zürcher Zeitung, 22.06.2006]
b)
metonymisch etw., das erstmals oder erneut von jmdm. (als bedeutend o. ä.) erkannt, erforscht wird
Beispiele:
eine für die Wissenschaft große, bedeutende, wichtige Entdeckung machen
Es ist eine Entdeckung, wie man sie sich spektakulärer kaum vorstellen kann: Stimmt Hublins Datierung, dann lebten die ersten Vertreter unserer Art in Nordafrika bereits vor mehr als 300.000 Jahren, viel früher, als die Forschung bislang angenommen hat. [Die Zeit, 07.06.2017, Nr. 24]
Mascha Kalékos Kindergedichte sind eine Entdeckung in dieser wunderschön von Hildegard Müller illustrierten Ausgabe. [Süddeutsche Zeitung, 09.12.2016]
Es gab seit dem 18. Jahrhundert nur wenige Entdeckungen auf dem Gebiet der musikalischen Formen, die ohne das Klavier zu denken wären. [Süddeutsche Zeitung, 20.01.2001]
c)
das (plötzliche) Wahrnehmen, Bemerken von etw. bzw. jmdn.
entsprechend der Bedeutung von entdecken (2), siehe auch Erkundung
Kollokationen:
mit Adjektivattribut: eine überraschende Entdeckung
mit Genitivattribut: die Entdeckung des Jahres
in Präpositionalgruppe/-objekt: von einer Entdeckung sprechen
in Koordination: Entdeckungen und Erkenntnisse
Beispiele:
Schauspielerin, Sängerin und Model Cara Delevigne gehörte zu den Entdeckungen Lagerfelds. [Die Welt, 28.09.2019]
An sechs Terminen werden Eltern angeleitet, ihre Babys bei der Entdeckung ihrer Umwelt entsprechend ihrem Entwicklungsstand zu unterstützen. [Kieler Nachrichten, 31.07.2018]
Türkische Kundinnen des Modehauses Zara machten unlängst eine überraschende Entdeckung, als sie zu Hause ihre neu erstandenen Textilien auspackten: Neben den gewohnten Informationen über Stoffe, Waschtemperatur und die Pflege fanden sie Etiketten mit der Aufschrift »Gerechtigkeit für die Bravo‑Belegschaft« oder »Ich habe dieses Kleidungsstück für Sie gefertigt. Nur wurde ich nie dafür bezahlt«. [Neue Zürcher Zeitung, 16.11.2017]
Aber die Fahnder sind doch ziemlich sicher, daß die Entdeckung der freiwilligen oder unfreiwilligen Helfershelfer mehr Überraschungen bringen wird als die Festnahme der Hauptschuldigen selbst. [Die Zeit, 02.06.1972, Nr. 22]

letzte Änderung:

Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

entdecken · Entdecker · Entdeckung
entdecken Vb. ‘Unbekanntes, Verborgenes auffinden’, mit Dativ auch ‘jmdm. etw., sich offenbaren’, ahd. in(t)thecken (8. Jh.), mhd. endecken, mnd. en(t)decken ‘aufdecken, entblößen, erkennbar machen, offenbaren’, mnl. nl. ontdekken ‘auf-, abdecken, offenbaren, auffinden’. Die Präfixbildung (s. ↗ent-) zu dem unter ↗decken (s. d.) dargestellten Verb bezeichnet zunächst im konkreten Sinne das Abnehmen einer Bedeckung (so nl. noch heute, im Dt. bis ins 18. Jh.), doch zeigt bereits das Ahd. metaphorischen Gebrauch ‘enthüllen, offenbaren’. Die in der Gegenwart vorherrschende Verwendung ‘durch Auffinden von Unbekanntem das Wissen über die Welt erweitern’ ist seit dem 16. Jh. nachzuweisen. Dazu Entdecker m. ‘wer Unbekanntes auffindet’ (17. Jh.), vorher ‘Abdecker, Schinder’ (15. Jh.); Entdeckung f. ‘das Auffinden von Unbekanntem’, auch ‘überraschend Aufgefundenes, neues Wissen’, spätmhd. entdeckunge ‘Offenbarung’, mnd. en(t)deckinge ‘Anzeige, Offenbarung’.

Thesaurus

Synonymgruppe
Ausforschung · Entdeckung · ↗Ermittlung · ↗Feststellung · ↗Fund · Kenntniserlangung  ●  ↗Eruierung  geh.
Synonymgruppe
Entdeckung · ↗Erfindung

Typische Verbindungen zu ›Entdeckung‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Entdeckung‹.

Zitationshilfe
„Entdeckung“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Entdeckung>, abgerufen am 22.02.2021.

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