Entscheid, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Entscheid(e)s · Nominativ Plural: Entscheide
Aussprache 
Worttrennung Ent-scheid
Grundform entscheiden
Wortbildung  mit ›Entscheid‹ als Letztglied: Bürgerentscheid · Fehlentscheid · Gerichtsentscheid · Grundsatzentscheid · Losentscheid · Mehrheitsentscheid · Ministerentscheid · Mitgliederentscheid · Vorentscheid · Zinsentscheid
eWDG

Bedeutung

förmlicher Ausspruch einer Entscheidung, behördliches, amtliches Urteil
Beispiele:
den Entscheid des Gerichts, der Stadtverordnetenversammlung, des Arztes abwarten
auf ihr Bittgesuch erhielt sie einen positiven Entscheid
bei der Begutachtung dieses Romans kam es zu einem negativen Entscheid
der Entscheid, ob das Stück gedruckt wird oder nicht, liegt beim Verleger
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

scheiden · Scheidung · entscheiden · entschieden · Entscheid · Entscheidung · unterscheiden · Unterschied · Scheidekunst · verscheiden
scheiden Vb. ‘trennen, weggehen’. Das ehemals reduplizierende Verb ahd. skeidan (8. Jh.), mhd. scheiden ‘teilen, trennen, entscheiden, beilegen, beenden, auslegen’, asächs. skēdan, skēðan, mnd. schēden, mnl. sceiden, scēden, nl. scheiden, afries. skētha, aengl. sc(e)ādan, engl. to shed, got. skaidan (germ. *skaidan) führt mit Scheit, Scheitel, Schädel (s. d.) sowie mit (ablautend) lat. scūtum, air. scīath, aslaw. štitъ, russ. ščit (щит) ‘Schild’ auf ie. *skē̌it-, das sich wie *skē̌id-, wozu scheißen (s. d.) und aind. chinátti ‘schneidet ab, spaltet, durchlöchert’, lat. scindere, griech. schízein (σχίζειν) ‘schlitzen, spalten, zerreißen, trennen’, lit. skíesti ‘verdünnen, trennen, scheiden’, als Dentalerweiterung zur Wurzel ie. *skē̌i- ‘schneiden, trennen, scheiden’ stellt; dazu s. auch Schiene, schier1 ‘beinahe’ sowie (mit Labial gebildetes) Schiff, Schicht. Ie. *skē̌i- kann als eine Erweiterung der Wurzel ie. *sē̌k- ‘schneiden’ (s. Säge, Segel und Messer) angesehen werden. Nebenformen bzw. Sekundärbildungen zum oben genannten Verb wie ahd. skeidōn (Hs. 12. Jh.), mhd. scheiden ‘trennen, teilen, spalten, entfernen’ sowie mhd. (stark) schīden ‘auseinandergehen, scheiden, deuten, auslegen, entscheiden’ (wovon gescheit, s. d.) und schwundstufiges (schwach) ahd. skidōn (um 1000), mhd. schiden ‘(unter)scheiden, einteilen, trennen, sondern’ sind im Nhd. aufgegeben (doch s. Schiedsrichter). Scheidung f. ‘Trennung, Auflösung einer Ehe’, ahd. skeidunga ‘Meinungsverschiedenheit’ (9. Jh.), ‘Ehebruch, Ehescheidung’ (10. Jh.), mhd. scheidunge, auch ‘Entfernung, das Weggehen, Abschied, Tod, Entscheidung, Schlichtung’. entscheiden Vb. ‘einen Entschluß fassen, bestimmen, den Ausschlag geben’, mhd. entscheiden ‘unterscheiden, richterlich entscheiden, bescheiden’; entschieden Part.adj. ‘fest, bestimmt, abgemacht, entschlußfest’ (18. Jh.); Entscheid m. ‘Beschluß, Urteil’, frühnhd. entscheit ‘Entscheidung, Bescheid’ (15. Jh.); Entscheidung f. ‘Urteil, Schiedsspruch, Entschluß’ (16. Jh.). unterscheiden Vb. ‘auf Grund abweichender Merkmale auseinanderhalten’, ahd. untarskeidan (8. Jh.), untarskeitōn (um 800), untarskeidōn (10. Jh.) ‘trennen, teilen’, mhd. underscheiden, auch ‘erklären, Bescheid geben, anweisen’. Unterschied m. ‘Verschiedenheit, Andersartigkeit, trennendes Merkmal’, mhd. underschiet; vgl. ahd. untarskeit (8. Jh.), untarskeid (9. Jh.), mhd. underscheit. Scheidekunst f. praktisch angewandte Chemie, die Substanzen in einzelne Bestandteile zerlegt, trennt (17. Jh.). verscheiden Vb. ‘sterben’, frühnhd. auch ‘scheiden, weggehen, vergehen’, ahd. firskeidan ‘sterben’ (Hs. 12. Jh.), mhd. verscheiden ‘fort-, weggehen, verschwinden, sterben’, transitiv ‘einrichten, anordnen, entscheiden, beilegen’.

Thesaurus

Synonymgruppe
Beschluss · Entscheidung · Entschluss · Ratschluss · Urteil · Wille  ●  Entscheid  schweiz.
Unterbegriffe
Assoziationen
Jura
Synonymgruppe
Entscheid · Entscheidung · Spruch · Urteil · Urteilsspruch  ●  Verdikt  veraltet · Judikat  fachspr.

Typische Verbindungen zu ›Entscheid‹ (computergeneriert)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Entscheid‹.

Verwendungsbeispiele für ›Entscheid‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Trotzdem werde es fast unvermeidlich sein, gegen den Entscheid zu prozessieren.
Süddeutsche Zeitung, 12.02.2000
Es fällt, zumindest aus der westlichen Ferne, schwer, diesen Entscheid zu begreifen.
Die Zeit, 27.12.1996, Nr. 1
Nach dem Entscheid des Souveräns werde die gegenwärtige Situation des permanenten Improvisierens auf dem Gebiet der Kultur andauern.
Archiv der Gegenwart, 2001 [1986]
Aber methodologischer Nutzen darf nicht mit ontologischem Entscheid verwechselt werden.
Jonas, Hans: Das Prinzip der Verantwortung, Frankfurt a. M.: Insel-Verl. 1979, S. 129
Dazu wird festgestellt, daß der Entscheid »in voller Ordnung vor sich gegangen« sei.
o. A.: 1939. In: Overresch, Manfred u. Saal, Friedrich Wilhelm (Hgg.) Deutsche Geschichte von Tag zu Tag 1918-1949, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1983], S. 4992
Zitationshilfe
„Entscheid“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Entscheid>, abgerufen am 19.01.2022.

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