Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Entsendestaat, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Entsendestaat(e)s · Nominativ Plural: Entsendestaaten
Aussprache [ɛntˈzɛndəˌʃtaːt]
Worttrennung Ent-sen-de-staat
Wortzerlegung entsenden Staat1
ZDL-Vollartikel

Bedeutungen

1.
Diplomatie Staat¹ (1), der einen bevollmächtigten diplomatischen Vertreter zur Akkreditierung in einen anderen Staat beordert
in gegensätzlicher Bedeutung zu Empfangsstaat (1)
Beispiele:
Mit Akkreditierung wird bei Missionschefs die Anerkennung des diplomatischen Status durch den Empfangsstaat bezeichnet. Zu diesem Zweck bittet der Entsendestaat vor Entsendung bei dem Empfangsstaat um Zustimmung zur Entsendung. [lexexakt, 05.02.2018, aufgerufen am 07.12.2020]
Nach Artikel 9 des »Wiener Übereinkommen über diplomatische Beziehungen« kann der Empfangsstaat dem Entsendestaat jederzeit ohne Angabe von Gründen mitteilen, dass ein Diplomat ab sofort unerwünscht ist. [Süddeutsche Zeitung, 10.02.2021]
Der Diplomat genießt darüber hinaus Immunität vor der Strafgerichtsbarkeit sowie der Zivil‑ und Verwaltungsgerichtsbarkeit des Empfangsstaates, nicht jedoch vor der des Entsendestaates. [Diplomatenstatus, 24.11.2020, aufgerufen am 07.12.2020]
Honorar‑ oder Wahlkonsuln sind meist Bürger des Empfangsstaates, also des Staates, in dem sie die Interessen des Entsendestaates vertreten. [Rhein-Zeitung, 17.11.2005]
[…] Ehre ist in der Regel das einzige Honorar der Entsendestaaten für die Wahlkonsuln. [Der Spiegel, 27.02.1967]
Mitunter kommt es vor, daß der Leiter einer diplomatischen Vertretung abwesend ist oder vom Entsendestaat noch kein Leiter ernannt worden ist. In diesem Falle wird die Vertretung von einem Geschäftsträger a. i. (ad interim – zwischenzeitlich) geleitet, wie zum Beispiel kürzlich die Botschaft der Republik Kuba in der DDR. [Berliner Zeitung, 17.02.1965]
2.
allgemeiner Staat¹ (1), der Personal in einen anderen Staat beordert oder aus dem das ausländische Personal eines ausländischen Arbeitgebers stammt
Beispiele:
Nato‑Angriffe mit einer grossen Zahl ziviler Opfer haben in der Vergangenheit immer wieder zu heftigen Diskussionen in den Entsendestaaten [von Truppen] geführt, aber auch das Ansehen der Truppen in Afghanistan beschädigt. [Neue Zürcher Zeitung, 05.10.2015]
Wenn Unternehmen, zum Beispiel aus Osteuropa, Aufträge in Deutschland ausführen, können sie dazu ihre Arbeitnehmer nach Deutschland entsenden. Für diese Arbeitnehmer gilt im Rahmen der Entsendung das Sozialversicherungsrecht des jeweiligen Entsendestaates. Voraussetzung ist, dass der Aufenthalt in Deutschland im Voraus zeitlich begrenzt ist. [Minijobber aus dem europäischen Ausland: Arbeitnehmerfreizügigkeit und Sozialversicherung, 26.06.2020, aufgerufen am 01.09.2020]
Zuletzt hatte die UNO 120 kongolesische Blauhelme aus Zentralafrika wegen neuerlicher Vorwürfe des Kindesmissbrauchs abgezogen. Auch gegen französische Soldaten waren dort schon mehrfach schwere Vorwürfe erhoben worden. Ausnahmslos alle in dem Bericht des Generalsekretärs genannten Entsendestaaten kooperieren bislang nicht oder nur unzureichend mit der New Yorker UN‑Zentrale bei der Aufklärung dieser Vorwürfe und der Sanktionierung erwiesener Verbrechen. [Badische Zeitung, 16.03.2016]
Für viele Gastarbeiter war das eine bittere Erfahrung: karge Unterkünfte, harte Arbeit – und Heimweh. Den größten Teil des Geldes überwiesen sie an ihre Familien, was auch den Entsendestaaten Devisen bescherte. [Südkurier, 10.09.2014]

letzte Änderung:

Typische Verbindungen zu ›Entsendestaat‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Entsendestaat‹.

Zitationshilfe
„Entsendestaat“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Entsendestaat>.

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