Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Entsetzen, das

Grammatik Substantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Entsetzens · wird nur im Singular verwendet
Aussprache 
Worttrennung Ent-set-zen
Wortbildung  mit ›Entsetzen‹ als Erstglied: Entsetzen erregend · Entsetzensschrei · Entsetzensstarre · entsetzenerregend · entsetzensvoll
eWDG

Bedeutung

fassungsloser, großer Schrecken
entsprechend der Bedeutung von entsetzen (1)
Beispiele:
sprachlos, bleich, starr, stumm vor Entsetzen sein
vor Entsetzen die Augen aufreißen
mit Entsetzen daran denken, was einem noch bevorsteht
sich mit Entsetzen an ein aufregendes Erlebnis erinnern
Entsetzen liegt auf seinem Gesicht
er sah mich mit einem Ausdruck furchtbaren, tiefsten Entsetzens an
heimliches, lähmendes, kaltes Entsetzen erfasst, packt, befällt jmdn.
zum Entsetzen aller wurde das alles noch einmal wiederholt
Für jedes Lebensalter, ausgenommen das kindliche, bedeutet die Zeit ein gelindes Entsetzen [ FrischStiller462]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

entsetzen · Entsatz · Entsetzen · entsetzlich
entsetzen Vb. ‘erschrecken, aus Umzingelung befreien, eines Amtes entheben’ schließt an die reiche Bedeutungsentwicklung des Verbs im Mhd. an. Ahd. in(t)sezzen ‘im Stich lassen, verlassen, zurücklassen, berauben’ (um 800), mhd. entsetzen ‘zurück-, absetzen, aus dem Besitz bringen, berauben, befreien’, (bei den Mystikern) ‘außer Fassung bringen’, reflexiv ‘sich scheuen, fürchten’ sind Kausativa zu ahd. in(t)sizzen ‘(sich) fürchten, erschrecken’ (8. Jh.) und (die Ausgangsbedeutungen noch bewahrendem) mhd. entsitzen ‘aus der Lage, dem (ruhigen) Sitz kommen, (sich) fürchten, erschrecken’, aber auch ‘sitzen bleiben, sich behaupten, widersetzen’ sowie ‘wegnehmen’. Zur Etymologie s. ent-, sitzen und setzen. – Entsatz m. ‘Befreiung, Befreiungsheer’ (15. Jh.), auch Entsatzheer. Entsetzen n. ‘Furcht, Grauen, Schrecken’, vereinzelt seit dem 16. Jh., löst das im 15./16. Jh. geläufige Entsitzen ‘Scheu, Furcht’ ab. entsetzlich Adj. ‘Entsetzen auslösend, grauenvoll, schrecklich’ (16. Jh.; vgl. mhd. unentsetzelich, 14. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Entsetzen · Erschrecken · Schreck · Schrecken
Oberbegriffe
Synonymgruppe
Bestürzung · Entsetzen · Konsternierung
Oberbegriffe

Typische Verbindungen zu ›Entsetzen‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Entsetzen‹.

Verwendungsbeispiele für ›Entsetzen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Und sie sind auch keine Kunst, keine wortgewaltige Ästhetisierung des Entsetzens. [Hahn, Ulla: Unscharfe Bilder, München: Deutsche Verlags-Anstalt 2003, S. 66]
Danach war ich das erste Mal in der Lage, mein eigenes Leben mit einer Portion Entsetzen zu betrachten. [Brussig, Thomas: Helden wie wir, Berlin: Verl. Volk und Welt 1996 [1995], S. 222]
Dieses Entsetzen wirklich werden zu lassen, würden die Mächte so bald nicht wagen. [Weizsäcker, Carl Friedrich von: Bewußtseinswandel, München: Hanser 1988, S. 66]
Sie hielt sich eine Hand vor den Mund in gespieltem Entsetzen. [C’t, 2000, Nr. 20]
Angesichts der Bilder des Entsetzens wurde es mir bald schwer, mich auf den Beinen zu halten. [Die Zeit, 22.12.1998, Nr. 53]
Zitationshilfe
„Entsetzen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Entsetzen>.

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