Epidemiologe, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Epidemiologen · Nominativ Plural: Epidemiologen
Aussprache  [epidemi̯oˈloːgə]
Worttrennung Epi-de-mio-lo-ge
Wortzerlegung Epidemie-loge
Wortbildung  mit ›Epidemiologe‹ als Erstglied: ↗Epidemiologin
Dieses Stichwort finden Sie im DWDS-Themenglossar zur COVID-19-Pandemie.
DWDS-Vollartikel

Bedeutung

Medizin Wissenschaftler, der auf dem Gebiet der Epidemiologie forscht und arbeitet
Kollokationen:
in Koordination: Epidemiologen und Mediziner
als Aktiv-/Passivsubjekt: Epidemiologen sagen, erklären, betonen etw.; Epidemiologen finden [einen Zusammenhang]
hat Präpositionalgruppe/-objekt: Epidemiologen an, von der Universität [Greifswald]
Beispiele:
»Wir sind mittendrin in der Influenzawelle, schon nächste Woche könnten die höchsten Erkrankungszahlen erreicht werden«, sagte der Epidemiologe […] von der Arbeitsgemeinschaft Influenza. [Die Welt, 26.02.2003]
Epidemiologe Kurth: Corona‑Zahlen sind nicht vergleichbar [Überschrift] Ein länderübergreifender Vergleich der Corona‑Statistiken sei derzeit schwierig, sagt Gesundheitsexperte Tobias Kurth von der Berliner Charité. Im DW‑Interview erläutert der Epidemiologe die Gründe. [Corona-Zahlen sind nicht vergleichbar, 02.04.2020, aufgerufen am 24.04.2020]
In Deutschland versuchen Politiker jetzt an einem Strang zu ziehen, um die Lage […] zu beruhigen. Es wäre wünschenswert, wenn sich zudem die führenden Virologen und Epidemiologen ein wenig abstimmen würden, bevor sie die Öffentlichkeit alarmieren. Bedauerlich bleibt, dass ausgerechnet das Robert Koch‑Institut die Gefahr am Anfang erheblich unterschätzt hat. [Die Zeit, 19.03.2020 (online)]
Ein Seuchenausbruch im Krisengebiet ist das, wovor Epidemiologen seit Jahren warnen. […] Überbevölkerung und Klimawandel lassen die Zahl der Konflikte gerade in armen, gesellschaftlich instabilen Ländern steigen, Globalisierung und Mobilisierung triggern die Verbreitung von Viren und anderen Erregern. [Welt am Sonntag, 21.07.2019, Nr. 29]
Epidemiologen prognostizieren, dass bis im Jahr 2020 in Europa weitere 126.000 Menschen an Mesotheliom (= vor allem durch Asbest verursachter Tumor) sterben werden. [Neue Zürcher Zeitung, 07.07.2005]
Mit dem Lebensalter steigt die Wahrscheinlichkeit drastisch, an Krebs zu sterben. In einer Region mit vielen alten Menschen gibt es daher auch dann mehr Krebstote, wenn das Sterberisiko des einzelnen gleich ist. Solche Effekte müssen die Epidemiologen bei der Datenauswertung berücksichtigen. [Bild der Wissenschaft auf CD-ROM, 1999 [1998]]
Da Krebs sich meist über Jahrzehnte schleichend entwickelt, kam beispielsweise die Entdeckung von Asbestfasern als Risikofaktor viel zu spät – ein Versäumnis, das nun jährlich etwa tausend Deutsche mit ihrem Leben bezahlen müssen. Keiner der in Berlin anwesenden Epidemiologen gab sich der Illusion hin, der konsequente Ausbau ihres Fachs könne derartige Katastrophen in Zukunft verhindern. Im Vergleich zur Laborarbeit sei die Epidemiologie – eine Forschungsrichtung, die sich mit der Entstehung, Verbreitung und Bekämpfung von Krankheiten und Epidemien befaßt – »eine ganz schön schwammige Sache«[…]. [Süddeutsche Zeitung, 06.10.1994]

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Typische Verbindungen zu ›Epidemiologe‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Epidemiologe‹.

Zitationshilfe
„Epidemiologe“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Epidemiologe>, abgerufen am 13.04.2021.

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