Epidemiologie, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Epidemiologie · Nominativ Plural: Epidemiologien · wird meist im Singular verwendet
Aussprache  [epidemi̯oloˈgiː]
Worttrennung Epi-de-mio-lo-gie
Wortzerlegung Epidemie-logie
Dieses Stichwort finden Sie im DWDS-Themenglossar zur COVID-19-Pandemie.
ZDL-Vollartikel

Bedeutung

Medizin Wissenschaft von den in einer Bevölkerung‍(sgruppe) auftretenden Erkrankungen und gesundheitsbezogenen Merkmalen, deren Ursachen, Prävention, Verbreitung und Auswirkungen
Kollokationen:
mit Adjektivattribut: klinische, genetische Epidemiologie
in Präpositionalgruppe/-objekt: das Institut, die Abteilung für Epidemiologie
in Koordination: Epidemiologie, Sozialmedizin und Gesundheitsökonomie
Beispiele:
Epidemiologie sieht zwei Möglichkeiten im Umgang mit dem Coronavirus [Überschrift] M[…], der Epidemien mathematisch modelliert, sieht zwei Wege im Umgang mit dem Virus: Entweder man halte die Reproduktionszahl bei einem Wert von etwa 1. Dann werde man noch sehr lange mit dem Coronavirus zu tun haben. […] Alternativ könne man versuchen, das Virus ganz auszutrocknen. […] [Epidemiologie warnt vor Lockerungen, 20.04.2020, aufgerufen am 23.04.2020]
Aus der Epidemiologie wissen wir, dass bestimmte Patientengruppen anfälliger für Erkältungen sind als andere: starke Raucher, starke Alkoholiker und Übergewichtige. [Die Welt, 09.11.2018]
Jeden Tag erscheinen weltweit 28.000 wissenschaftliche Publikationen. Es liegt nahe, Muster in diesen riesigen Datenmengen zu suchen und daraus Informationen abzuleiten. Insbesondere in der Medizin hat man seit Begründung der Epidemiologie damit gute Erfahrungen gesammelt. [Big Data, 06.10.2015, aufgerufen am 15.09.2018]
»Man muss das alles zusammenbringen, um ein Gesamtbild zu gewinnen«, sagt Schulz. Ein großer Teil der zur Beurteilung der Risiken verwendeten Daten stammt aus der Epidemiologie. Diese Disziplin stellt [beispielsweise] statistische Zusammenhänge zwischen Feinstaubkonzentrationen in der Umwelt und Krankheiten in der Bevölkerung her. »Auf epidemiologischen Studien wird mehr und mehr Gewicht gelegt«, erklärt Schulz’ Kollegin […]. Die Statistiken können schließlich realitätsnahe und belastbare Ergebnisse liefern. Doch auch die epidemiologische Statistik hat Schwächen: Sie zeigt nur Beziehungen auf. [Welt am Sonntag, 08.06.2014, Nr. 23]
Es ist längst kein Geheimnis mehr, daß Schadstoffe ein erhebliches Gesundheitsrisiko für die Bevölkerung darstellen. Die Epidemiologie gewinnt deshalb als Forschungsbereich zunehmend an Brisanz. [Süddeutsche Zeitung, 16.08.1995]
Gegenstand der Epidemiologie sind die Gesetzmäßigkeiten der Entstehung und Ausbreitung von Krankheiten, Krankheitszuständen und Gewohnheiten. Die Epidemiologie hat Wege der Verhütung, Bekämpfung und Ausrottung von Krankheiten, krankhaften Zuständen und Gewohnheiten aufzuzeigen. [Grahneis, Heinz u. Horn, Karlwilhelm (Hg.), Taschenbuch der Hygiene, Berlin: Verlag Volk u. Gesundheit 1972 [1967], S. 34]
Er [der Generaldirektor eines Pharmakonzerns] forderte […] ein, dass sich »die unterschiedlichen Epidemiologien in der Genehmigungspraxis für die einzelnen Medikamente widerspiegeln« müssten. [Der Standard, 17.10.2004] ungewöhnl. Pl.

letzte Änderung:

Thesaurus

Medizin
Synonymgruppe
Epidemiologie · Epizootiologie  ●  Seuchenkunde  veraltet · Seuchenlehre  veraltet
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Epidemiologie‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Epidemiologie‹.

Zitationshilfe
„Epidemiologie“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Epidemiologie>, abgerufen am 13.04.2021.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
Epidemiologe
Epidemie
epideiktisch
Epideiktik
Epicönum
Epidemiologin
epidemiologisch
epidemisch
epidermal
Epidermis