Epigonentum, das

GrammatikSubstantiv (Neutrum)
Aussprache
WorttrennungEpi-go-nen-tum (computergeneriert)
WortzerlegungEpigone-tum
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Epigone · Epigonentum
Epigone m. ‘unter dem Einfluß vorausgehender Dichter oder Künstler Stehender, Nachahmer’. Aus griech. epígonos (ἐπίγονος) ‘Nachgeborener, Nachkomme’, vgl. griech. gónos (γόνος) ‘Zeugung, Abkömmling, Nachkommenschaft’, wird frz. épigone ‘Nachfolger, Nachahmer’ entlehnt (18. Jh.). Nach diesem Vorbild entsteht Epigone, das durch Immermanns Roman „Die Epigonen“ (1836) zum Schlagwort wird. Epigonentum n. (19. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
(ein) bloßes Nachahmen  ●  Epigonentum  geh., bildungssprachlich
Assoziationen
  • Epigone · ↗Imitator · ↗Nachahmer · Nachmacher  ●  geistiger Trittbrettfahrer  abwertend
  • epigonal · ↗epigonenhaft · nachahmend · nicht eigenständig · nicht kreativ · ↗unschöpferisch  ●  ↗eklektisch  geh. · in der Manier von  geh. · schon dagewesen  ugs.
  • Eklektizismus · Sammlung von Stilzitaten · Stilmischung · Stilpluralismus  ●  Durcheinander an Stilen  ugs.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Vorwurf bloß rein

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Epigonentum‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Ironie für alle Normalerweise ist Epigonentum dieser Art zum Scheitern verurteilt.
Der Tagesspiegel, 11.03.2002
Auch er wuchs in einer gärenden Atmosphäre der Frontstellung gegen spätromantisches Epigonentum auf.
Die Zeit, 14.11.1980, Nr. 47
Die Abhängigkeit eines Komponisten von früheren Stilen wird als Epigonentum verdächtigt, statt als Zeichen von Pietät anerkannt zu werden.
o. A.: H. In: Brockhaus-Riemann-Musiklexikon, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1989], S. 8012
Obgleich Gregor, besonders in seinen persönlichen Gedichten, bisweilen einen menschlich bewegten Ton anschlägt, kommt auch er nicht über ein gewisses Epigonentum hinaus.
Mohrmann, Chr.: Altchristliche Dichtung. In: Die Religion in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1957], S. 2298
Insofern kann man in Zajc den Übergang zu einem gewissen Eklektizismus und Epigonentum erblicken.
Rihtman, Cvjetko u. a.: Jugoslawien. In: Blume, Friedrich (Hg.), Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1958], S. 45585
Zitationshilfe
„Epigonentum“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Epigonentum>, abgerufen am 18.04.2019.

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