Epoche, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Epoche · Nominativ Plural: Epochen
Aussprache 
Worttrennung Epo-che
Wortbildung  mit ›Epoche‹ als Erstglied: Epoche machend · Epochenbegriff · epochal · epochemachend
 ·  mit ›Epoche‹ als Letztglied: Geschichtsepoche · Kulturepoche · Kunstepoche · Literaturepoche · Wirtschaftsepoche · Zeitepoche
Herkunft zu epochḗgriech (ἐποχή) ‘fester Zeitpunkt, nach dem die Zeit berechnet wird’, eigentlich ‘das An-, Zurückhalten, Hemmung, Unterbrechung, Halte-, Fixpunkt’ < epécheingriech (ἐπέχειν) ‘auf etw. zuhalten, an-, innehalten, verweilen’
eWDG

Bedeutung

(großer) Zeitabschnitt
Beispiele:
eine historische, geschichtliche, klassische Epoche
die verschiedenen Epochen
die Epochen der Geschichte
die Bauweise, der Stil einer Epoche
in eine neue Epoche eintreten
wir stehen am Beginn einer neuen Epoche
diese Jahre waren eine entscheidende Epoche in seinem Leben
[sein Projekt,] das eine Epoche (= einen Wendepunkt) in der Geschichte zweier Kontinente bedeutete [ Kellerm.Tunnel43]
Epoche macheneine neue Zeit einleiten, Aufsehen erregen
Beispiele:
ein Bild, Jahr macht Epoche
eine Ausgabe klassischer Dichter und Schriftsteller, die durch erlesene Wahl und geschmackvollen Prunk Epoche machte [ Wasserm.Wahnschaffe2,153]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Epoche · epochemachend · epochal
Epoche f. ‘Zeitabschnitt’. Mlat. epocha, griech. epochḗ (ἐποχή) ‘fester Zeitpunkt, nach dem die Zeit berechnet wird’, eigentlich ‘das An-, Zurückhalten, Hemmung, Unterbrechung, Halte-, Fixpunkt’, zu griech. epéchein (ἐπέχειν) ‘auf etw. zuhalten, an-, innehalten, verweilen’, wird im 17. Jh. ins Dt. entlehnt, zunächst in lat. Form Epocha, unter Einfluß von frz. époque auch Epoca, Epocke. Das Substantiv bezeichnet jedoch im Dt. wie im modernen Frz. (im Unterschied zum Griech. und Mlat.) den ‘Zeitraum bedeutender historischer Ereignisse’. Nur in der festen Verbindung Epoche machen (18. Jh.), die frz. faire époque übersetzt, ist die im Frz. des 17./18. Jhs. geläufige Bedeutung ‘Zeitpunkt, an dem Bemerkenswertes geschieht (und in dem daher der Beginn eines neues Zeitabschnitts gesehen werden kann)’ noch zu erkennen; hierzu epochemachend Part.adj. ‘eine neue Epoche einleitend, bemerkenswert’ (18. Jh.). epochal Adj. ‘bedeutend’, latinisierende Ableitung des 20. Jhs.

Thesaurus

Synonymgruppe
Epoche · Periode · Phase · Zeitabschnitt · Zeitalter · Ära
Oberbegriffe

Typische Verbindungen zu ›Epoche‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Epoche‹.

Verwendungsbeispiele für ›Epoche‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Ich schätzte sie außerordentlich, aber als zwar bewundernswerte, doch aus einer früheren Epoche stammende Mimen. [Reich-Ranicki, Marcel: Mein Leben, Stuttgart: Deutsche Verlags-Anstalt 1999, S. 114]
Und dieses Ereignis kommt in keinem der Stücke dieser Epoche vor. [Müller, Heiner: Das Jahrhundert der Konterrevolution. In: &#x93;Zur Lage der Nation&#x93;, Berlin: Rotbuch-Verl. 1990, S. 82]
Es wird, das ahnt er, eine neue Epoche seines Lebens beginnen. [Safranski, Rüdiger: Friedrich Schiller, München Wien: Carl Hanser 2004, S. 200]
Die Philosophie ist in dieser Epoche so baufreudig wie das ganze Barock überhaupt. [Hirschberger, Johannes: Geschichte der Philosophie, Bd. 2: Neuzeit und Gegenwart. In: Bertram, Mathias (Hg.) Geschichte der Philosophie, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1952], S. 1257]
Sie markieren beide den Beginn neuer Epochen, und bei beiden Ereignissen geht es um die Frage der Freiheit. [konkret, 1996]
Zitationshilfe
„Epoche“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Epoche>.

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