Epoche, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Epoche · Nominativ Plural: Epochen
Aussprache
WorttrennungEpo-che
HerkunftGriechisch
Wortbildung mit ›Epoche‹ als Erstglied: ↗epochemachend  ·  mit ›Epoche‹ als Letztglied: ↗Geschichtsepoche · ↗Kunstepoche · ↗Literaturepoche · ↗Wirtschaftsepoche · ↗Zeitepoche
eWDG, 1967

Bedeutung

(großer) Zeitabschnitt
Beispiele:
eine historische, geschichtliche, klassische Epoche
die verschiedenen Epochen
die Epochen der Geschichte
die Bauweise, der Stil einer Epoche
in eine neue Epoche eintreten
wir stehen am Beginn einer neuen Epoche
diese Jahre waren eine entscheidende Epoche in seinem Leben
[sein Projekt,] das eine Epoche (= einen Wendepunkt) in der Geschichte zweier Kontinente bedeutete [Kellerm.Tunnel43]
Epoche macheneine neue Zeit einleiten, Aufsehen erregen
Beispiele:
ein Bild, Jahr macht Epoche
eine Ausgabe klassischer Dichter und Schriftsteller, die durch erlesene Wahl und geschmackvollen Prunk Epoche machte [Wasserm.Wahnschaffe2,153]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Epoche · epochemachend · epochal
Epoche f. ‘Zeitabschnitt’. Mlat. epocha, griech. epochḗ (ἐποχή) ‘fester Zeitpunkt, nach dem die Zeit berechnet wird’, eigentlich ‘das An-, Zurückhalten, Hemmung, Unterbrechung, Halte-, Fixpunkt’, zu griech. epéchein (ἐπέχειν) ‘auf etw. zuhalten, an-, innehalten, verweilen’, wird im 17. Jh. ins Dt. entlehnt, zunächst in lat. Form Epocha, unter Einfluß von frz. époque auch Epoca, Epocke. Das Substantiv bezeichnet jedoch im Dt. wie im modernen Frz. (im Unterschied zum Griech. und Mlat.) den ‘Zeitraum bedeutender historischer Ereignisse’. Nur in der festen Verbindung Epoche machen (18. Jh.), die frz. faire époque übersetzt, ist die im Frz. des 17./18. Jhs. geläufige Bedeutung ‘Zeitpunkt, an dem Bemerkenswertes geschieht (und in dem daher der Beginn eines neues Zeitabschnitts gesehen werden kann)’ noch zu erkennen; hierzu epochemachend Part.adj. ‘eine neue Epoche einleitend, bemerkenswert’ (18. Jh.). epochal Adj. ‘bedeutend’, latinisierende Ableitung des 20. Jhs.

Thesaurus

Synonymgruppe
Epoche · ↗Periode · ↗Phase · ↗Zeitabschnitt · ↗Zeitalter · ↗Ära
Oberbegriffe
Unterbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Epoche Faschismus Geist Geschichte Menschheitsgeschichte Relikt Stil Weltgeschichte Zeugnis abgeschlossen anbrechen bestimmt bürgerlich früh geschichtlich glanzvoll glorreich heroisch historisch jeweilig mykenisch untergegangen vergangen verschieden versunken viktorianisch vorangegangen wilhelminisch zurückliegend Übergang

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Epoche‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Es ist erst jetzt allmählich möglich, zu sagen: Sehen wir uns doch auch einmal die anderen Epochen an.
Die Zeit, 23.09.2013, Nr. 38
Ich schätzte sie außerordentlich, aber als zwar bewundernswerte, doch aus einer früheren Epoche stammende Mimen.
Reich-Ranicki, Marcel: Mein Leben, Stuttgart: Deutsche Verlags-Anstalt 1999, S. 114
Mit ihnen machte er wirklich Epoche in der römischen Geschichte.
Heuß, Alfred: Das Zeitalter der Revolution. In: Propyläen Weltgeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1963], S. 20503
Das Ideal der Antike als der wertsetzenden Epoche zerbrach darüber.
Samuel, R.: Sturm und Drang. In: Die Religion in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1962], S. 33143
Ich hatte die Lupe schon bereitgelegt und prüfe gewissenhaft Stück für Stück aus unterschiedlichen Epochen.
Noll, Ingrid: Ladylike, Zürich: Diogenes 2006, S. 48
Zitationshilfe
„Epoche“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Epoche>, abgerufen am 22.02.2019.

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