Erfindung, die
GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Erfindung · Nominativ Plural: Erfindungen
Aussprache
WorttrennungEr-fin-dung (computergeneriert)
Wortbildung mit ›Erfindung‹ als Erstglied: Erfindungsgabe · Erfindungskraft · Erfindungsreichtum · Erfindungswesen · erfindungsarm · erfindungsreich
 ·  mit ›Erfindung‹ als Letztglied: Nachkriegserfindung · Neuerfindung
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
meist im Singular
das Erfinden; die Schaffung, Entwicklung von etwas völlig Neuem, besonders auf technischem Gebiet
Beispiele:
die Erfindung der Dampfmaschine durch James Watt
die Erfindung des Radars war von großer Bedeutung für den Luft- und Seekrieg
für die Erfindung dieses Apparates opferte er viel Zeit und Geld
2.
das Erfundene; das völlig Neugeschaffene, Neuentwickelte, besonders auf technischem Gebiet
Beispiele:
der Computer ist eine relativ junge Erfindung
die neue Erfindung hat sich in der Praxis gut bewährt
diese technische Erfindung ist das Ergebnis langjähriger Forschungsarbeit
eine Erfindung machen (= etw. erfinden)
er hat eine große, bedeutende, geniale, bahnbrechende Erfindung gemacht
sich [Dativ] seine Erfindung patentieren lassen
er gab die Lösung dieser Aufgabe, die neue Arbeitsmethode als seine eigene Erfindung aus umgangssprachlich
der schwierige Mechanismus schien ihr eine Erfindung des Teufels zu sein (= schien ihr nur dazu geschaffen, sie zu ärgern) umgangssprachlich
3.
nur ersonnene, ausgedachte und daher nicht auf Wahrheit beruhende Äußerung
Beispiele:
diese Behauptung ist eine pure, glatte, dreiste, verleumderische Erfindung
die Mitteilung, Nachricht in der Presse war die Erfindung eines Korrespondenten
ein Gerücht, eine Begründung, Aussage als (reine) Erfindung zurückweisen, entlarven
indem sie ihm die dicksten Bären und Erfindungen aufband [G. Keller6,470]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

finden · abfinden · Abfindung · erfinden · Erfindung · Erfinder · erfinderisch · unerfindlich · Fund · Fundgrube · Findelkind · Findling · findig · spitzfindig · ausfindig · fündig
finden Vb. ‘durch Zufall, durch Suchen, durch Nachdenken auf etw. stoßen’, ahd. findan (8. Jh.), mhd. vinden, asächs. fīðan, findan, mnd. mnl. nl. vinden, aengl. findan, engl. to find, anord. schwed. finna, got. finþan. Herkunft ungewiß. Vielleicht mit griech. paté͞in (πατεῖν) ‘auf etw. treten’ und lat. pōns (Gen. pontis) ‘Knüppelweg, Brücke’ zur Wurzel ie. *pent(h)- ‘treten, gehen, worauf treten, antreffen, finden’ (s. auch ↗fahnden). abfinden Vb. ‘Ansprüche befriedigen’, refl. ‘sich zufriedengeben’ (16. Jh.); zuerst (14. Jh.) in der nd. Rechtssprache belegt mit der Bedeutung ‘durch Gerichtsurteil absprechen, aberkennen’. Abfindung f. ‘Befriedigung von Ansprüchen, Entschädigung’ (16. Jh.). erfinden Vb. ‘bisher noch nicht Vorhandenes ersinnen, erschaffen’, ahd. irfindan ‘erfahren, erkennen, erfassen’ (9. Jh.), mhd. ervinden ‘ausfindig machen, bemerken, erfahren’. Erfindung f. ‘das Ersonnene, Erschaffene’ (15. Jh.). Erfinder m. ‘wer bisher nicht Vorhandenes ersinnt, erschafft’ (15. Jh.), heute bes. im technischen Bereich. erfinderisch Adj. ‘einfallsreich’ (18. Jh.). unerfindlich Adj. ‘unerklärlich’, spätmhd. unervindelich. Fund m. ‘das Finden, das Gefundene’, in der Schwundstufe des Verbs, mhd. vunt, auch bergmannssprachlich ‘neuentdeckte Lagerstätte von Erzen’, dafür auch Fundgrube f. (14. Jh.), übertragen ‘Ort, wo eine Fülle von Erkenntnissen, Belehrungen anzutreffen ist’ (Ende 15. Jh.). Ursprünglich wohl zu ablautendem Fund gebildet und nachträglich (meist im 16. Jh.) an finden angelehnt sind: Findelkind n. ‘ausgesetztes, von Fremden gefundenes Kind’, vgl. mhd. vuntkint, dann auch frühnhd. vündelkint, zu frühnhd. vündel, vindel ‘Findelkind’, Deminutivum zu vunt. Findling m. ‘Findelkind’, mhd. vundelinc; seit dem 19. Jh. auch ‘ein durch Gletscher transportierter Gesteinsblock’. findig Adj. ‘erfinderisch, schlau’, mhd. vündec, vündic ‘erfinderisch, findbar’, seit dem 16. Jh. in der Form findig, s. aber unten fündig. spitzfindig Adj. älter spitzfündig, ‘listig, überklug’ (16. Jh.), vgl. auch spitzer Fund (Luther) und Spitzfund m. (16. Jh.) ‘überklug, trügerisch Erdachtes’. ausfindig Adj. älter ausfündig, meist in festen Wendungen ausfindig machen, werden ‘bekanntmachen, bekannt werden, herausfinden, erforschen’ (15. Jh.). fündig Adj. ‘Bodenschätze aufweisend, ergiebig’, seit dem 16. Jh. bedeutungsdifferenzierend die alte Form gegenüber findig (s. oben) bewahrend.

Thesaurus

Synonymgruppe
Unterbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
Synonymgruppe
Ammenmärchen · Aufschneiderei · Bluff · Erdichtung · Lügengeschichte · Münchhauseniade · Münchhausiade · Räuberpistole · Schwindel · Schwindelei · Seemannsgarn · Windei  ●  Märchen  fig. · Anglerlatein  ugs. · Flunkerei  ugs. · Geflunker  ugs. · Jägerlatein  ugs.
Oberbegriffe
Assoziationen
DWDS-Wortprofil

Typische Verbindungen
computergeneriert

Atombombe Automobils Buchdruckerkunst Buchdrucks Dampfmaschine Eisenbahn Entdeckungen Fotografie Neuzeit Patente Patentierung Rades Schießpulvers Verwertung bahnbrechende biotechnologischer böswillige computerimplementierter geniale melodischen patentierbare patentieren patentierte pure reine revolutioniert revolutionäre segensreiche technische zugeschrieben

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Erfindung‹.

DWDS-Beispielextraktor

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Ich bin ja nicht seine Erfindung, sondern mich gibt es ja.
Süddeutsche Zeitung, 17.02.2003
Nun ist die Kritik am Fernsehen keine Erfindung der Union.
Der Tagesspiegel, 22.09.2002
Der orthogonale Stadtplan war sicherlich keine eigene Erfindung des H.
o. A.: Lexikon der Kunst - H. In: Olbrich, Harald (Hg.), Lexikon der Kunst, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1991], S. 17151
Er stand einer ruhigen Nutzung der Erfindung, insbesondere wenn es sich um künstlerische Probleme handelte, im Wege.
Kriegk, Otto: Der deutsche Film im Spiegel der Ufa, Berlin: Ufa-Buchverl. 1943, S. 267
Die Freude an dieser Erfindung versüßte mir den ersten Nachmittag.
Ganghofer, Ludwig: Lebenslauf eines Optimisten. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1911], S. 18110