Erhabenheit, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Erhabenheit · Nominativ Plural: Erhabenheiten
Aussprache
WorttrennungEr-ha-ben-heit (computergeneriert)
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
Erhöhung, Wölbung
Beispiele:
die Erhabenheit (= konvexe Form) der Linse, des Spiegels
auf der Fläche, Haut sind kleine, starke Erhabenheiten
2.
gehoben (feierliche) Größe, Würde
Beispiele:
die Erhabenheit eines Naturschauspiels, Anblicks
die Erhabenheit seines Stils, Ausdrucks, seiner Sprache
die sittliche Erhabenheit eines Dichtwerkes
die Erhabenheiten (= Schönheiten) der Natur bewundern
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

erhaben · Erhabenheit
erhaben Adj. ‘plastisch hervortretend, reliefartig überlegen, erhebend’. Mhd. erhaben, Part. Prät. (bis ins 17. Jh.) von erheben ‘in die Höhe heben’ (s. ↗heben), hat sich im Nhd. als Adjektiv erhalten (neben dem Part. Prät. nhd. erhoben); es bedeutet schon mhd. ‘über anderes emporragend’, auch ‘reliefartig verziert’ (vgl. nhd. erhabene Arbeit ‘getriebene Arbeit, Relief’). In übertragener Verwendung gilt erhaben für ‘hochstehend, vornehm, großartig’ und entwickelt sich im 18. Jh. (das Erhabene) zum sittlich-ästhetischen Wertbegriff. Erhabenheit f. ‘Erhöhung, Wölbung, Größe, Würde’, mhd. erhabenheit.

Thesaurus

Synonymgruppe
Erhabenheit · ↗Würde  ●  Hehrheit  veraltet
Assoziationen
Synonymgruppe
Dignität · ↗Distinktion · ↗Eleganz · Erhabenheit · ↗Gefasstheit · ↗Grandezza · ↗Gravität · ↗Haltung · ↗Stolz · ↗Vornehmheit · würdevolles Benehmen  ●  ↗Getragenheit  geh. · ↗Pathetik  geh. · ↗Weihe  geh.
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Anmut Aura Banalität Bauwerk Demut Ehrfurcht Empfindung Gefühl Gott Größe Kitsch Landschaft Lächerlichkeit Natur Pathos Schönheit Stille Stolz Strenge Symbol Wucht Würde ausstrahlen einsam entrückt feierlich göttlich moralisch spinatgrün still

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Erhabenheit‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Die unbegreiflichen Störungen selbst bewahren dem Ziel nämlich seine herausgehobene Erhabenheit.
Die Zeit, 17.02.2000, Nr. 8
Wenn nicht gerade eine lärmende Gruppe durch das Tal zieht, läßt sich die stille Erhabenheit dieses Ortes gut nachempfinden.
Der Tagesspiegel, 19.04.1997
Die Erhabenheit Gottes war in bildlicher Gestaltung reale Erhöhtheit gewesen.
Beenken, Hermann: Das Neunzehnte Jahrhundert in der deutschen Kunst, München: Bruckmann 1944, S. 440
Doch die kühle Erhabenheit, die von dem Herrenhause ausstrahlte, wirkte niederdrückend auf mich.
Rehbein, Franz: Das Leben eines Landarbeiters. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1911], S. 44870
Die Bibel hat immer wieder versucht, von der Erhabenheit Gottes auch zu sprechen.
Baeck, Leo: Das Wesen des Judentums, Frankfurt a. M.: Kauffmann 1932 [1905], S. 102
Zitationshilfe
„Erhabenheit“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Erhabenheit>, abgerufen am 17.10.2019.

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