Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Ernte, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Ernte · Nominativ Plural: Ernten
Aussprache 
Worttrennung Ern-te
Mehrwortausdrücke  jmdm. die Ernte verhageln
eWDG

Bedeutungen

1.
die reifen Früchte der Felder und Gärten, die eingesammelt und eingebracht werden
Beispiele:
wir werden eine gute, reiche, glänzende, schlechte, mittelmäßige, (unter)durchschnittliche Ernte haben
die diesjährige Ernte
die Ernte eines, des vorigen Jahres
das stammt aus der Ernte von 1960
die Ernte an Getreide, Kartoffeln, Obst, Gemüse
die Ernte reift heran
die Ernte in die Scheunen bringen, fahren
die Ernte einbringen, einfahren, bergen
die Ernte auf dem Halm verkaufen
die Bergung, verlustlose Einbringung der Ernte
der Hagel vernichtete die ganze Ernte in diesem Gebiet
gehoben, übertragen
Beispiele:
der Tod, diese furchtbare Seuche hielt schreckliche Ernte
die Ernte seines ganzen Lebens
einen Staatsaufbau zu schaffen, der … sich die Aufgabe stellt, aus sechzig Millionen Menschen jederzeit ein Aufgebot von Genialitäten, Begabungen und Charakteren zu erzeugen, das die napoleonischen Ernten verdunkelt [ RathenauKommende Dinge300]
2.
das Ernten
Beispiele:
die Ernte beginnt bald
in S hat schon die Ernte begonnen
der Anfang, das Ende der Ernte
bei der Ernte helfen
die Zeit der Ernte
in, bei der Ernte sein
Dieses Wort ist Teil des Wortschatzes für das Goethe-Zertifikat B1.
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Ernte · ernten
Ernte f. ‘Einbringen der Frucht’, mhd. ernde f. steht mit sekundärem Dental nach ahd. arn f. (9. Jh.), aran m. (um 1000) ‘Ernte’, mhd. arn, ern m. und (Suffixableitung ōt-/ōd-) ahd. arnōt m. ‘Ernte(zeit)’ (12./13. Jh.). Vgl. mnd. arne, erne, mnl. arn(e), aengl. rugern ‘Roggenernte’, dazu (mit ursprünglichem s) got. asans f. ‘Ernte(zeit), Sommer’ und (mit anderer Stammbildung) anord. ǫnn f., schwed. and (germ. *asni-). Danach ahd. arnōn ‘ernten’ (9. Jh.), mhd. arnen, ernen. Verwandt sind serb.-kslaw. jesenь ‘Spätherbst’, russ. ósen’ (осень), apreuß. assanis ‘Herbst’, wohl auch (mit alternierendem r-Stamm) griech. opṓrā (ὀπώρα, wenn aus *ὀπ-ο(σ)άρᾱ) ‘Spätsommer, Frühherbst’, so daß sich ein r-/n-Stamm ie. *es(e)n-, *eser-, *os(e)n-, *oser- ‘Erntezeit, Sommer’ erschließen läßt. ernten Vb. ‘die Ernte einbringen’ (Anfang 16. Jh.) für mhd. arnen, ernen (s. oben).

Thesaurus

Synonymgruppe
Auslese · Ernte · Ernteertrag · Lese

Typische Verbindungen zu ›Ernte‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Ernte‹.

Verwendungsbeispiele für ›Ernte‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Zur Zeit erfolgt die Ernte noch durch Ausziehen mit der Hand. [o. A.: Ratgeber für den Feingemüsebau im Freiland, Berlin: VEB Dt. Landwirtschaftsverl 1962, S. 397]
Das verspricht eine gute Ernte, und so ist es auch. [Bodenreuth, Friedrich [d.i. Jaksch, Friedrich]: Alle Wasser Böhmens fließen nach Deutschland, Berlin: Büchergilde Gutenberg 1938 [1937], S. 62]
Und dann gibt es wieder solche, da fällt die Ernte gut aus. [Die Zeit, 14.10.1999, Nr. 42]
Nach der Ernte verbrenne man die Pflanzen – das Gold bleibt zurück. [Die Zeit, 08.10.1998, Nr. 42]
Im Hinblick auf die vollmechanisierte Ernte zeichnet sich noch kein Weg ab. [o. A.: Ratgeber für den Feingemüsebau im Freiland, Berlin: VEB Dt. Landwirtschaftsverl 1962, S. 469]
Zitationshilfe
„Ernte“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Ernte>.

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