Eroberung, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Eroberung · Nominativ Plural: Eroberungen
WorttrennungEr-obe-rung (computergeneriert)
Wortbildung mit ›Eroberung‹ als Erstglied: ↗Eroberungsabsicht · ↗Eroberungsdrang · ↗Eroberungsfeldzug · ↗Eroberungsgeist · ↗Eroberungsgelüst · ↗Eroberungsgelüste · ↗Eroberungsgier · ↗Eroberungskrieg · ↗Eroberungsplan · ↗Eroberungspolitik · ↗Eroberungssucht · ↗Eroberungswille · ↗Eroberungszug · ↗eroberungslustig · ↗eroberungslüstern · ↗eroberungssüchtig
 ·  mit ›Eroberung‹ als Letztglied: ↗Welteroberung
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
das Erobern
Beispiele:
die Eroberung eines fremden Landes, eines Stützpunktes
das Zeitalter der Eroberungen
bildlich
Beispiel:
die Eroberung des Weltmarktes, von Neuland
2.
umgangssprachlich, scherzhaft das Eroberte, für sich Gewonnene
Beispiele:
er betrachtete seine Eroberung
es überlief mich eiskalt neben dieser meiner Eroberung [HeyseI 3,311]
eine Eroberung, Eroberungen machenLiebe erwecken
Beispiele:
sie hat viele Eroberungen gemacht
da wird er bestimmt manche Eroberung machen
auf Eroberungen ausgehenBekanntschaften des anderen Geschlechts zu machen suchen
Beispiel:
er, sie geht auf Eroberungen aus
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

erobern · Eroberung · Eroberer
erobern Vb. ‘fremdes Gebiet durch Waffengewalt in seinen Besitz bringen’, übertragen ‘für sich gewinnen’, präfigierte Bildung wie ahd. giobarōn in der Bedeutung ‘überwinden, hinauszögern’ (9. Jh.), mhd. geoberen ‘die Oberhand gewinnen’ (neben unpräfigiertem ahd. obarōn ‘verzögern, aufhalten’, 9. Jh., mhd. oberen ‘die Oberhand haben, siegen’) zu der unter ↗ober (s. d.) behandelten Komparativform. Die eigentliche Bedeutung aller Verben ist ‘der Obere bleiben, werden’. Die mit er- präfigierte Bildung begegnet zuerst in (vereinzelt) mhd. eroberen ‘gewinnen’, dann frühnhd. erober(e)n ‘übertreffen, überwinden, erlangen’. Im 16. Jh. wird der Gebrauch auf den militärischen Bereich (eine Stadt, ein Land erobern) eingeengt. Aus dieser Verwendung entwickelt sich in nhd. Zeit übertragener Gebrauch (das Herz, Sympathien erobern), wobei die alte Bedeutung ‘gewinnen’ wieder in den Vordergrund tritt. Eroberung f. in militärischer Verwendung zuerst im 15. Jh., übertragen seit etwa 1700. Eroberer m. (16. Jh.).

Thesaurus

Militär, Politik
Synonymgruppe
(gewaltsame) Inbesitznahme · ↗Aneignung · ↗Angliederung · ↗Annektierung · ↗Annexion · ↗Besetzung · Eindringen · ↗Einmarsch · ↗Einzug · Eroberung · Gebietsaneignung · ↗Invasion · ↗Okkupation
Oberbegriffe
  • Feldzug · Kampfhandlungen · ↗Waffengang · bewaffnete Auseinandersetzung · bewaffneter Konflikt · die Fortsetzung der Politik mit anderen Mitteln · kriegerische Auseinandersetzung · kriegsähnliche Zustände · militärisch ausgetragener Konflikt · militärische Auseinandersetzung  ●  ↗Krieg  Hauptform · ↗Orlog  veraltet · militärische Option  verhüllend
Unterbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

All Belagerung Besiedlung Enklave Entdeckung Festung Kaukasus Kolonisierung Kontinent Lebensraum Nutzlose Osmane Schutzzone Südpol Territorium UN-Schutzzone UNO-Schutzzone Unterwerfung Weltall Weltmarkt Weltraum Westjordanland Zitadelle gewaltsam kolonial kriegerisch normannisch osmanisch serbisch territorial

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Eroberung‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Über ein dominierendes Label zur Eroberung des Netzes verfügen die deutschsprachigen Historiker bisher nicht.
Süddeutsche Zeitung, 15.04.2003
Dessen ungeachtet setzte sich Judds Eroberung des Raumes weiter fort.
Der Tagesspiegel, 24.06.2002
Zu militärischen Eroberungen kam es hier in den wenigsten Fällen.
Heine, Peter: Asien, Islam in. In: Lexikon des Islam, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1991], S. 139
Nach nur einjährigem Kampf schien die Eroberung Chinas fast abgeschlossen zu sein.
Langer, Paul F.: Japan zwischen den Kriegen. In: Propyläen Weltgeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1960], S. 14781
Das Ziel muß also sein, sich alle die Gebiete, die für uns wehrwirtschaftlich von besonderem Interesse sind, durch Eroberung zu sichern.
o. A.: Sechzehnter Tag. Montag, 10. Dezember 1945. In: Der Nürnberger Prozeß, Berlin: Directmedia Publ. 1999 [1945], S. 28922
Zitationshilfe
„Eroberung“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Eroberung>, abgerufen am 21.02.2019.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
erobern
Eroberer
Ernüchterung
ernüchtern
Erntezeit
Eroberungsabsicht
Eroberungsdrang
Eroberungsfeldzug
Eroberungsgeist
Eroberungsgelüst