Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Erschöpfungssyndrom, das

Grammatik Substantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Erschöpfungssyndroms · Nominativ Plural: Erschöpfungssyndrome · wird selten im Plural verwendet
Aussprache [ɛɐ̯ˈʃœpfʊŋszʏnˌdʀoːm]
Worttrennung Er-schöp-fungs-syn-drom
Wortzerlegung Erschöpfung Syndrom
Dieses Stichwort finden Sie im DWDS-Themenglossar zur COVID-19-Pandemie.
ZDL-Verweisartikel

Bedeutungen

1.
Synonym zu Burnout (1)
Kollokationen:
als Akkusativobjekt: ein Erschöpfungssyndrom diagnostizieren
in Präpositionalgruppe/-objekt: jmdn. wegen eines Erschöpfungssyndroms krankschreiben; sich wegen eines Erschöpfungssyndroms zurückziehen; unter einem Erschöpfungssyndrom leiden
Beispiele:
Je mehr aber […] Resilienz fehlt, umso eher reagiert er [der Mensch] auf Krisen mit unterschiedlichen psychosomatischen Symptomen – mit Angststörungen oder Depressionen, aber auch mit Erschöpfungssyndromen bis hin zu einem Burnout. [Fränkischer Tag, 20.10.2020]
In einer Studie von Medizinsoziologen der Universitätskliniken Hamburg und Düsseldorf klagten 22 Prozent der befragten Chirurgen über negativ wahrgenommenen Stress, der zum Erschöpfungssyndrom führen kann. [Die Welt, 17.07.2018]
In der Regel bezeichnet Burnout ein Erschöpfungssyndrom, das im Zusammenhang mit einer länger andauernden beruflichen oder auch privaten Überforderungssituation steht. [Schweriner Volkszeitung, 23.09.2014]
Von einem Erschöpfungssyndrom wird dann gesprochen, wenn ein Mensch mindestens sechs Monate lang von einer geistigen und körperlichen Lähmung befallen ist, die ein normales Leben nicht mehr ermöglicht. [Süddeutsche Zeitung, 12.05.1997]
Andererseits gibt es eine Menge Stereotype, die den Wert dieser Gruppe am Arbeitsmarkt schrumpfen lassen: je älter, desto weniger belastbar, desto häufiger krank, desto skeptischer gegenüber Neuem. Nicht von ungefähr nehmen die Erschöpfungssyndrome in diesem Alter signifikant zu, während gleichzeitig immer mehr aussteigen wollen. [Der Standard, 13.12.2014] ungewöhnl. Pl.
2.
Phrasem:
chronisches, Chronisches Erschöpfungssyndrom (= das Nervensystem und das Immunsystem betreffende Erkrankung mit vielfältigen Ursachen, die sich in einer Vielzahl von Symptomen äußert, vor allem aber in einem andauernden Gefühl der Müdigkeit und Antriebslosigkeit)
Synonym zu Fatigue, Fatigue-Syndrom (2), siehe auch Long Covid
Beispiele:
Die häufigsten Langzeitfolgen einer Covid‑Erkrankung sind Atemnot, chronisches Erschöpfungssyndrom (chronisches Fatigue‑Syndrom) sowie Gelenk‑ und Muskelschmerzen. [Basler Zeitung, 03.08.2021]
Schmerzen, Schwäche, Nervenprobleme: Finden Ärzte keine Ursache für so unterschiedliche Beschwerden, wird oft ein Chronisches Erschöpfungssyndrom diagnostiziert. [Was das Alzheimer-Risiko steigert und wie du vorbeugst, 21.09.2021, aufgerufen am 21.09.2021]
Das Chronische Erschöpfungssyndrom […] kann bislang nicht geheilt werden, und auch seine Ursache ist unbekannt. [Berliner Zeitung, 30.07.1997]
Erschöpft – Etwa 800.000 Deutsche leiden nach Experten‑Schätzung am chronischen Erschöpfungssyndrom […]. Besonders betroffen seien Menschen in jüngerem und mittlerem Alter, die eigentlich gesund, aktiv und ohne psychische Anfälligkeiten waren. Die Anzeichen: geistige und körperliche Ermüdung, verbunden mit erheblicher Leistungsminderung über längere Zeit. [Berliner Zeitung, 27.08.1994]

letzte Änderung:

Typische Verbindungen zu ›Erschöpfungssyndrom‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Erschöpfungssyndrom‹.

Zitationshilfe
„Erschöpfungssyndrom“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Ersch%C3%B6pfungssyndrom>.

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