Erwerb, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Erwerb(e)s · Nominativ Plural: Erwerbe · wird meist im Singular verwendet
Aussprache
WorttrennungEr-werb (computergeneriert)
Grundformerwerben
Wortbildung mit ›Erwerb‹ als Erstglied: ↗Erwerbsarbeit · ↗Erwerbsausfall · ↗Erwerbsbiografie · ↗Erwerbsbiographie · ↗Erwerbseinkunft · ↗Erwerbsgier · ↗Erwerbsleben · ↗Erwerbsminderung · ↗Erwerbsmittel · ↗Erwerbsmöglichkeit · ↗Erwerbsperson · ↗Erwerbsquelle · ↗Erwerbssinn · ↗Erwerbsstreben · ↗Erwerbstrieb · ↗Erwerbstätigkeit · ↗Erwerbswirtschaft · ↗Erwerbszweig · ↗erwerbsfähig · ↗erwerbsgemindert · ↗erwerbslos · ↗erwerbsmäßig · ↗erwerbstätig · ↗erwerbsunfähig
 ·  mit ›Erwerb‹ als Letztglied: ↗Broterwerb · ↗Eigentumserwerb · ↗Ersterwerb · ↗Fremdsprachenerwerb · ↗Gelderwerb · ↗Grundstückserwerb · ↗Immobilienerwerb · ↗Kompetenzerwerb · ↗Landerwerb · ↗Nahrungserwerb · ↗Nebenerwerb · ↗Neuerwerb · ↗Schriftspracherwerb · ↗Spracherwerb · ↗Wissenserwerb · ↗Zweitsprachenerwerb
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
das Erwerben
a)
das Verdienen, der Gewinn durch Arbeit
Beispiele:
der Erwerb des Lebensunterhaltes
auf Erwerb bedacht sein
seinem Erwerb nachgehen
Verdienstmöglichkeit
Beispiele:
sich einen Erwerb sichern
sich einen neuen Erwerb suchen
b)
Kauf
Beispiele:
der Erwerb eines Besitzes, eines Grundstückes
Der Erwerb Ihrer Waldparzelle ist uns von ziemlicher Wichtigkeit [PolenzBüttnerbauer1,69]
c)
Aneignung durch Lernen
Beispiele:
der Erwerb von Fertigkeiten, Fähigkeiten
durch den Erwerb gewisser Kenntnisse ist der Schüler in der Lage, selbständig zu arbeiten
2.
das Erworbene
a)
Lohn, Verdienst
Beispiele:
das Geschenk ist vom Erwerb abgespart
von seinem Erwerb leben, etw. kaufen
der Erwerb zerrann ihm unter den Fingern
b)
das Gekaufte, die Erwerbung
Beispiele:
einen Erwerb wieder veräußern
ein schwer errungener Erwerb
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

werben · Werbung · bewerben · erwerben · Erwerb
werben Vb. ‘jmdn. zu gewinnen suchen, Reklame machen’. Das stark flektierende gemeingerm. Verb ahd. (h)werban ‘sich drehen, wenden, umkehren, einhergehen, sich bemühen’ (8. Jh.), mhd. werben, werven ‘bewegen, drehen, sich bemühen, tätig sein, sich bewerben, ausrichten, betreiben’, asächs. hwerƀan ‘hin und her gehen, wandeln, sich wohin wenden’, mnd. werven, warven ‘sich drehen, tätig sein, betreiben, ausrichten, vollführen’, mnl. werven, warven ‘drehen, entstehen, zunehmen, bewirken, tun, anwerben’, nl. werven, aengl. hweorfan ‘drehen, wenden’, anord. hverfa ‘sich wenden, gehen, fahren’, schwed. värva ‘(an)werben’, got. ƕaírban ‘wandeln’ (germ. *hwerban) läßt sich vielleicht mit aind. śū́rpam ‘Getreideschwinge, Korb zum Worfeln des Getreides’, griech. karpós (καρπός) ‘Handwurzel’, kýrbis (κύρβις) ‘drehbarer Pfeiler mit Gesetzestafeln’ vergleichen und auf ie. *ku̯erp- ‘sich drehen’ zurückführen (s. auch ↗Werft und ↗Wirbel). Bei der Bedeutungsentwicklung ist von ‘(sich) drehen’ auszugehen, das über ‘sich hin und her bewegen, geschäftig sein’ bereits früh die noch heute üblichen Verwendungen ‘sich um etw., jmdn. bemühen, zu erreichen, erlangen suchen, jmdn. für einen Dienst, eine Arbeit, ein Amt gewinnen wollen’ entwickelt; vgl. ‘Soldaten anwerben’ (17. Jh.), ‘Reklame machen’ (Ende 19. Jh.). Werbung f. ‘Bemühung um die Gunst einer Person, militärische Anwerbung, Propaganda’, mhd. werbunge ‘Wirbel, Umkreis, Kreislauf, das Tun, Tätigkeit’; in der Bedeutung ‘kaufmännische Anpreisung’ (Anfang 20. Jh.) älteres Reklame ablösend. bewerben Vb. reflexiv ‘sich (um eine Stelle) bemühen’, ahd. bi(h)werban ‘vollbringen, sich bemühen, vermeiden, umgehen’ (8. Jh.), mhd. bewerben ‘erwerben, anwerben’. erwerben Vb. ‘erlangen, in den Besitz von etw. kommen’, ahd. ir(h)werban ‘durch Bemühung erlangen’ (8. Jh.), mhd. erwerben ‘durch tätiges Handeln zu Ende bringen, ausrichten, erlangen, gewinnen’. Erwerb m. ‘Anschaffung, Kauf, Verdienst, Beruf’ (17. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Aneignung · ↗Anschaffung · Erwerb · ↗Erwerbung · ↗Investition · ↗Kauf
Synonymgruppe
Anschaffung · ↗Beschaffung · ↗Besorgung · ↗Einkauf · Erwerb
Oberbegriffe
Unterbegriffe
  • Kompensationskauf  ●  ↗Frustkauf  ugs., salopp
Ökonomie
Synonymgruppe
Akquisition · ↗Aufkauf · Erwerb · ↗Kauf · ↗Zukauf · ↗Übernahme
Oberbegriffe
Unterbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Aktie Aktienpaket Anteil Bebauung Besitz Bestimmung Beteiligung Eigenheim Eigentumswohnung Errichtung Führerschein Grundbesitz Grundstück Immobilie Inbetriebnahme Lizenz Mehrheitsbeteiligung Option Staatsangehörigkeit Staatsbürgerschaft UMTS-Lizenz Vermietung Verwaltung Verwertung Veräußerung Wertpapier Wohneigentum gutgläubig redlich unerlaubt

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Erwerb‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Wie das Unternehmen mitteilte, will es damit den Erwerb neuer Beteiligungen finanzieren.
Der Tagesspiegel, 16.09.1998
Zu dieser Integration zählt auch der Erwerb der deutschen Sprache.
Süddeutsche Zeitung, 11.08.1998
Der Erwerb des Schutzes einer gewerblichen Bezeichnung gewährt ihrem Inhaber ein ausschließliches Recht.
o. A.: Gesetz über den Schutz von Marken und sonstigen Kennzeichen (Markengesetz - MarkenG). In: Schönfelder: Deutsche Gesetze : Sammlung des Zivil-, Straf- und Verfahrensrechts (Ergänzungslieferung), München: Beck 1997
Nun ist leider bloß der Erwerb, nicht der Besitz von Wissen lustbetont und belebend.
Gehlen, Arnold: Urmensch und Spätkultur, Bonn: Athenäum 1956, S. 27
Erwerb und Verlust der S. bestimmen sich nach staatlichem Recht.
Kaiser, J. H.: Staatsangehörigkeit. In: Die Religion in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1962], S. 37273
Zitationshilfe
„Erwerb“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Erwerb>, abgerufen am 15.12.2018.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
Erweiterungsrunde
Erweiterungsprozeß
Erweiterungsplan
Erweiterungsmöglichkeit
Erweiterungsinvestition
erwerbbar
erwerben
Erwerber
Erwerbsarbeit
Erwerbsausfall