Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Erwerb, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Erwerb(e)s · Nominativ Plural: Erwerbe · wird meist im Singular verwendet
Aussprache 
Worttrennung Er-werb (computergeneriert)
Grundformerwerben
eWDG

Bedeutungen

1.
das Erwerben
a)
das Verdienen, der Gewinn durch Arbeit
Beispiele:
der Erwerb des Lebensunterhaltes
auf Erwerb bedacht sein
seinem Erwerb nachgehen
Verdienstmöglichkeit
Beispiele:
sich einen Erwerb sichern
sich einen neuen Erwerb suchen
b)
Kauf
Beispiele:
der Erwerb eines Besitzes, eines Grundstückes
Der Erwerb Ihrer Waldparzelle ist uns von ziemlicher Wichtigkeit [ PolenzBüttnerbauer1,69]
c)
Aneignung durch Lernen
Beispiele:
der Erwerb von Fertigkeiten, Fähigkeiten
durch den Erwerb gewisser Kenntnisse ist der Schüler in der Lage, selbständig zu arbeiten
2.
das Erworbene
a)
Lohn, Verdienst
Beispiele:
das Geschenk ist vom Erwerb abgespart
von seinem Erwerb leben, etw. kaufen
der Erwerb zerrann ihm unter den Fingern
b)
das Gekaufte, die Erwerbung
Beispiele:
einen Erwerb wieder veräußern
ein schwer errungener Erwerb
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

werben · Werbung · bewerben · erwerben · Erwerb
werben Vb. ‘jmdn. zu gewinnen suchen, Reklame machen’. Das stark flektierende gemeingerm. Verb ahd. (h)werban ‘sich drehen, wenden, umkehren, einhergehen, sich bemühen’ (8. Jh.), mhd. werben, werven ‘bewegen, drehen, sich bemühen, tätig sein, sich bewerben, ausrichten, betreiben’, asächs. hwerƀan ‘hin und her gehen, wandeln, sich wohin wenden’, mnd. werven, warven ‘sich drehen, tätig sein, betreiben, ausrichten, vollführen’, mnl. werven, warven ‘drehen, entstehen, zunehmen, bewirken, tun, anwerben’, nl. werven, aengl. hweorfan ‘drehen, wenden’, anord. hverfa ‘sich wenden, gehen, fahren’, schwed. värva ‘(an)werben’, got. ƕaírban ‘wandeln’ (germ. *hwerban) läßt sich vielleicht mit aind. śū́rpam ‘Getreideschwinge, Korb zum Worfeln des Getreides’, griech. karpós (καρπός) ‘Handwurzel’, kýrbis (κύρβις) ‘drehbarer Pfeiler mit Gesetzestafeln’ vergleichen und auf ie. *ku̯erp- ‘sich drehen’ zurückführen (s. auch Werft und Wirbel). Bei der Bedeutungsentwicklung ist von ‘(sich) drehen’ auszugehen, das über ‘sich hin und her bewegen, geschäftig sein’ bereits früh die noch heute üblichen Verwendungen ‘sich um etw., jmdn. bemühen, zu erreichen, erlangen suchen, jmdn. für einen Dienst, eine Arbeit, ein Amt gewinnen wollen’ entwickelt; vgl. ‘Soldaten anwerben’ (17. Jh.), ‘Reklame machen’ (Ende 19. Jh.). Werbung f. ‘Bemühung um die Gunst einer Person, militärische Anwerbung, Propaganda’, mhd. werbunge ‘Wirbel, Umkreis, Kreislauf, das Tun, Tätigkeit’; in der Bedeutung ‘kaufmännische Anpreisung’ (Anfang 20. Jh.) älteres Reklame ablösend. bewerben Vb. reflexiv ‘sich (um eine Stelle) bemühen’, ahd. bi(h)werban ‘vollbringen, sich bemühen, vermeiden, umgehen’ (8. Jh.), mhd. bewerben ‘erwerben, anwerben’. erwerben Vb. ‘erlangen, in den Besitz von etw. kommen’, ahd. ir(h)werban ‘durch Bemühung erlangen’ (8. Jh.), mhd. erwerben ‘durch tätiges Handeln zu Ende bringen, ausrichten, erlangen, gewinnen’. Erwerb m. ‘Anschaffung, Kauf, Verdienst, Beruf’ (17. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Synonymgruppe
Oberbegriffe
Ökonomie
Synonymgruppe
Ankauf · Anschaffung · Aufkauf · Einkauf · Erwerb · Erwerbung · Kauf · Übernahme  ●  Akquise  ugs. · Akquisition  geh.
Oberbegriffe

Typische Verbindungen zu ›Erwerb‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Erwerb‹.

Verwendungsbeispiele für ›Erwerb‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Es bleibt also nur noch die Frage des Erwerbes zu lösen. [Berliner Tageblatt (Morgen-Ausgabe), 03.03.1912]
Der Erwerb des Schutzes einer gewerblichen Bezeichnung gewährt ihrem Inhaber ein ausschließliches Recht. [o. A.: Gesetz über den Schutz von Marken und sonstigen Kennzeichen (Markengesetz - MarkenG). In: Schönfelder: Deutsche Gesetze : Sammlung des Zivil-, Straf- und Verfahrensrechts (Ergänzungslieferung), München: Beck 1997]
Und darum rate ich Ihnen vom Erwerb meines neuen Buches ab. [konkret, 1991]
Denn anders als der Erwerb lässt sich der Konsum der Waren bisher nicht delegieren. [Die Zeit, 22.12.2007, Nr. 52]
Mit zehn Jahren jedoch ist es mit dieser Art des Erwerbs definitiv vorbei. [Die Zeit, 06.03.2006, Nr. 10]
Zitationshilfe
„Erwerb“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Erwerb>.

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