Erz, das

GrammatikSubstantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Erzes · Nominativ Plural: Erze
Aussprache
Wortbildung mit ›Erz‹ als Erstglied: ↗Erzabbau · ↗Erzader · ↗Erzaufbereitung · ↗Erzbergbau · ↗Erzbergwerk · ↗Erzbrocken · ↗Erzbunker · ↗Erzfund · ↗Erzförderung · ↗Erzgang · ↗Erzgehalt · ↗Erzgewinnung · ↗Erzgrube · ↗Erzknappe · ↗Erzlager · ↗Erzlagerstätte · ↗Erzmikroskop · ↗Erzprobe · ↗Erzrevier · ↗Erzschiff · ↗Erzstock · ↗Erzvorkommen · ↗Erzwäsche · ↗Erzzug · ↗erzarm · ↗erzhaltig · ↗erzreich
 ·  mit ›Erz‹ als Letztglied: ↗Bleierz · ↗Chromerz · ↗Eisenerz · ↗Kobalterz · ↗Kupfererz · ↗Manganerz · ↗Nickelerz · ↗Platinerz · ↗Rotgüldigerz · ↗Rotgültigerz · ↗Silbererz · ↗Uranerz · ↗Zinkerz
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
in der Natur vorkommendes Mineral, aus dem durch Verhüttung Metall gewonnen wird
Beispiele:
nach Erz schürfen
Erz brechen
hochwertiges Erz unter Tage, über Tage abbauen
Erz waschen (= nass aufbereiten)
Erz rösten (= schwefelhaltiges Erz unter Luftzutritt erhitzen)
Erz verhütten
Erz schmelzen
gediegenes Erz (= Erz, das ein Metall in nahezu reiner Form enthält)
das gewonnene Metall
Beispiele:
Erz gießen, aus dem Hochofen ablassen
flüssiges Erz
2.
nur im Singular
bronzeartige Legierung
Beispiele:
eine Glocke aus Erz
tönendes Erz
das Bild ist in Erz getrieben
das Denkmal, Standbild ist aus Erz
er stand da, wie in, aus Erz gegossen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Erz · erzen
Erz n. ‘Metall enthaltendes Mineral’, ahd. aruz m. ‘Roherz, Erzklumpen’ (9. Jh.), aruzzi, arizzi n., auch ‘verarbeitetes Erz, Stahl’ (10. Jh.), mhd. arze, erze, asächs. arut. Weitere germ. Anknüpfungen fehlen; die Verbindung mit anord. ørtog, ertog, ærtog ‘kleine Münze’ (aus *aruti-taugō ‘Erzfaden’?) bleibt zweifelhaft. Keine Verwandtschaft besteht mit der alten, im Nhd. untergegangenen Bezeichnung für ‘Erz, Metall’ ahd. ēr, mhd. ēr(e) (s. ↗ehern). Herkunft ist dunkel; am ehesten ist in vorhistorischer Zeit vermittelte Entlehnung aus sumer. urud ‘Kupfer’ zu erwägen. Erz gilt vor allem für ‘metallhaltiges Gestein’, entsprechend den daraus zu gewinnenden Metallen oft in Komposita wie Eisen-, Kupfer-, Mangan-, Zinkerz. Früher oft ‘Bronze’, in frühnhd. Zeit auch ‘Kupfergestein’ und ‘Kupfer’. erzen Adj. ‘aus Erz’, im 16. und 17. Jh. ertzin, ertzen; heute selten, üblicher ist ehern.

Thesaurus

Geologie
Synonymgruppe
Erz [Hinweis: weitere Informationen erhalten Sie durch Ausklappen des Eintrages]
Oberbegriffe
Unterbegriffe
  • Coltan · Koltan
Assoziationen
  • Felsgestein · ↗Felstrümmer · ↗Gestein · ↗Stein
  • Berg- und Hüttenwesen · ↗Bergbau  ●  Montanwesen  lat.
  • Columbeisen · Columbit · ↗Niobit
  • Bleiapatit · Braunbleierz · Buntbleierz · Grün Bleyerz · Grünbleierz · Phosphorblei · Phosphorbleyspat · Phosphorsaures Blei · Phosphorsäurehaltiges Blei · Polychrom · Pseudokampylith · ↗Pyromorphit · Sexangulit
  • Arsenikbleispath · Arsensaures Blei · Flockenerz · Gorlandit · Grünbleierz · ↗Mimetesit · Mimetit · Traubenblei  ●  pollachites arsenicus  lat.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Aufbereitung Ausgangsstoff Baumwolle Buntmetall Erdöl Getreide Goldgehalt Hochofen Kohle Koks Konzentrat Kupfer Lagerstätte Metall Metallabfall Mineral Roheisen Schelle Schmelzen Schrott Verhüttung Zink eisenarm goldhaltig lothringisch minderwertig schwefelhaltig schürfen tönend verhütten

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Erz‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Er schenke das Erz, doch dafür erwarte er, geehrt zu werden.
Der Tagesspiegel, 04.07.2004
China ist reich an Uran, kann das begehrte Erz sogar exportieren.
Der Spiegel, 04.02.1980
Die Bewohner des Ortes lebten vom Wald und vom Erz, das in den Bergen ringsum gefunden wurde.
Gerlach, Harry: Schmalkalden und Umgebung, Berlin-Leipzig: VEB Tourist-Verlag 1978, S. 34
Das Erz hatte sich im mittleren Teil festgebacken und mußte mit gesteigerter Glut heruntergeholt werden.
Marchwitza, Hans: Roheisen, Berlin: Verlag Tribüne Berlin 1955, S. 402
Sie waren aus Erz, dröhnten und leuchteten, er dachte Sätze, über die er noch vor ein paar Tagen gelacht hätte.
Walser, Martin: Ehen in Philippsburg, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1997 [1957], S. 201
Zitationshilfe
„Erz“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Erz>, abgerufen am 17.12.2018.

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