Erzähler, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Erzählers · Nominativ Plural: Erzähler
Aussprache 
Worttrennung Er-zäh-ler
Wortzerlegung erzählen-er
Wortbildung  mit ›Erzähler‹ als Erstglied: ↗Erzählerfigur · ↗Erzählerin · ↗Erzählerkunst · ↗Erzählertalent · ↗erzählerisch
 ·  mit ›Erzähler‹ als Letztglied: ↗Anekdotenerzähler · ↗Geschichtenerzähler · ↗Ich-Erzähler · ↗Icherzähler · ↗Märchenerzähler
eWDG, 1967

Bedeutung

jmd., der etw. erzählt
a)
jmd., der etw. in mündlicher Form erzählt
Beispiele:
er ist ein guter, lebendiger, prachtvoller Erzähler
umgangssprachlicher ist ein blendender Erzähler, alle hören ihm gern zu
er ist der geborene Erzähler
der fiktive Erzähler im Roman
b)
jmd., der etw. in schriftlicher Form erzählt; Verfasser erzählender Dichtung
Beispiele:
ein zeitgenössischer Erzähler
daß der Erzähler mehr zu tun hat als der Dramatiker [ Th. Mann11,26]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

erzählen · Erzählung · Erzähler
erzählen Vb. ‘(mündlich oder schriftlich) mit Worten ausführlich wiedergeben’. Ahd. irzellen (8. Jh.), mhd. erzel(le)n steht zunächst (ähnlich wie ahd. zellen, mhd. zeln, s. ↗zählen) für ‘zählen, (der Reihe nach) aufzählen’, auch bei der Darstellung von Ereignissen und Taten, daher (im Rechtswesen) ‘öffentlich hersagen und verkünden’ und allgemein ‘mündlich mitteilen, berichten’. Die letztere Bedeutung ist dann allein auf erzählen übergegangen, während nhd. zählen auf den rechnerischen Bereich eingeschränkt wird; doch hält sich die alte Bedeutung ‘aufzählen’ gelegentlich bis ins 18. Jh. Erzählung f. ‘in Worten dargestellte Begebenheit’, spätmhd. erzelunge, auch ‘Aufzählung’; heute besonders ‘einfache Kunstform der erzählenden Dichtung’. Erzähler m. ‘wer in mündlicher oder schriftlicher Form erzählt, Verfasser erzählender Dichtung’ (17. Jh.).

Thesaurus

Linguistik/Sprache
Synonymgruppe
Erzähler · narrative Instanz

Typische Verbindungen zu ›Erzähler‹

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Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Erzähler‹.

Verwendungsbeispiele für ›Erzähler‹

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Mal ist der Erzähler ganz nah dran, mal ganz weit weg.
Die Welt, 24.09.2005
Mit ihren Schicksalen macht uns der Erzähler in einer barocken Fülle von Geschichten vertraut.
Der Tagesspiegel, 28.07.2000
Das erzählte Märchen ist eine Form der Dichtung und trotz allen Wechsels im Munde verschiedener Erzähler durchaus formaler Analyse zugängig.
Franke, Herbert: Sinologie, Bern: A. Francke 1953, S. 91
Er sei einer der spannendsten und farbigsten Erzähler der deutschen Literatur.
Reich-Ranicki, Marcel: Mein Leben, Stuttgart: Deutsche Verlags-Anstalt 1999, S. 31
Er berichtete in trockenen, beamtenhaften Wendungen, umständlich, er war kein guter Erzähler.
Feuchtwanger, Lion: Die Geschwister Oppermann, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 2001 [1933], S. 260
Zitationshilfe
„Erzähler“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Erz%C3%A4hler>, abgerufen am 29.10.2020.

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