Erzbischof, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum)
Aussprache
WorttrennungErz-bi-schof
Wortzerlegungerz-Bischof
Wortbildung mit ›Erzbischof‹ als Erstglied: ↗erzbischöflich
eWDG, 1967

Bedeutung

Religion erster Bischof, Leiter einer Kirchenprovinz
Beispiel:
der Erzbischof von Köln, Freising
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Bischof · bischöflich · Bistum · Erzbischof
Bischof m. ‘oberster geistlicher Würdenträger eines bestimmten kirchlichen Gebietes’ (Bistum, Diözese), ahd. biscof (8. Jh.), mhd. bischof, aengl. bisceop, engl. bishop, asächs. biskop, afries. mnl. biskop, nl. bisschop, anord. (aus dem Aengl.) biskup, schwed. biskop, got. aípiskaúpus setzen griech. epískopos (ἐπίσκοπος), kirchenlat. episcopus ‘Aufseher, Bischof’ fort, zu griech. episkopeῖn (ἑπισκοπεῖν) ‘umherschauen, sich umsehen, betrachten’. Nur die got. Form bietet den direkten Anschluß; in den germ. Sprachbereich dringt das frühe, noch vorfrk. Lehnwort aus dem Roman. durch das römisch-rheinische Christentum ein, wobei nach Abfall des anlautenden e- (über vlat. *biscopus?) Angleichung an die in den germ. Sprachen häufige Vorsilbe bi- erfolgt. bischöflich Adj. ‘zum Bischof gehörend, ihn betreffend’, mhd. bischoflich, entsprechend gleichbed. kirchenlat. episcopālis. Bistum n. ‘Amtsbereich eines Bischofs’, ahd. bistuom (Hs. 12./13. Jh.), mhd. bistuom; gekürzt und lautlich angeglichen aus ahd. biscoftuom (9. Jh.), aengl. bisceopdōm, anord. biskupdōmr. Erzbischof m. erster Bischof einer Kirchenprovinz, Ehrentitel eines verdienten Bischofs, ahd. erzibiscof (Hs. 12. Jh.), mhd. erzebischof (s. ↗Erz-).

Typische Verbindungen
computergeneriert

Bamberger Bischof Bischöfin Diözese Ernennung Erzbischof Friedensnobelpreisträger Fuldaer Kapstädter Kardinal Kurfürst Kölner Landesbischof Metropolit Nuntius Paderborner Patriarch Prager Prima Primas Weihbischof Wiener anglikanisch ernennen griechisch-orthodox katholisch südafrikanisch verstorben weihen zelebrieren

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Erzbischof‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Erst ab 1825 durften die Erzbischöfe wieder ihren Sitz in der Stadt nehmen.
Süddeutsche Zeitung, 30.09.2004
In der Tat, so hatte der Erzbischof das alles nicht gemeint.
Die Zeit, 10.02.1964, Nr. 06
Er verschenkte seine Habe; seine erboste Frau zeigte ihn beim Erzbischof an, die Nachbarn hielten ihn für verrückt.
Borst, Arno: Religiöse und geistige Bewegungen im Hochmittelalter. In: Propyläen Weltgeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1963], S. 2982
Der Erzbischof von Köln leitete darauf den kirchlichen Prozeß gegen ihn ein.
Hirschberger, Johannes: Geschichte der Philosophie, Bd. 1: Altertum und Mittelalter. In: Mathias Bertram (Hg.) Geschichte der Philosophie, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1948], S. 5134
Aber dies schien den Zorn des Erzbischofs nur noch zu vermehren.
Weismantel, Leo: Die höllische Trinität, Berlin: Union-Verl.1966 [1943], S. 301
Zitationshilfe
„Erzbischof“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Erzbischof>, abgerufen am 09.12.2019.

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