Erzieher, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Erziehers · Nominativ Plural: Erzieher
Aussprache  [ɛɐ̯ˈʦiːɐ]
Worttrennung Er-zie-her
Wortzerlegung erziehen -er
Wortbildung  mit ›Erzieher‹ als Erstglied: Erzieherin · Erzieherlaufbahn · erzieherisch
 ·  mit ›Erzieher‹ als Letztglied: Heilerzieher · Heimerzieher · Horterzieher · Jugenderzieher · Kunsterzieher · Körpererzieher · Leibeserzieher · Prinzenerzieher · Sprecherzieher
eWDG und ZDL

Bedeutungen

1.
pädagogisch ausgebildete Fachkraft, die in Kindertageseinrichtungen, Wohn- und Erziehungsheimen Kinder oder Jugendliche betreut und für deren pädagogische Förderung verantworlich ist   Berufsbezeichnung
Kollokationen:
mit Adjektivattribut: ausgebildete, gelernte, qualifizierte, geschulte Erzieher; ein liebevoller, vorbildlicher, besorgter, überforderter Erzieher
als Akkusativobjekt: Erzieher beraten, ausbilden, einstellen, beschäftigen
als Dativobjekt: Kinder, Jugendliche einem Erzieher anvertrauen
in Präpositionalgruppe/-objekt: zum Erzieher umschulen, fortbilden; Ausbildung, Umschulung zum Erzieher; Bezahlung, Weiterbildung von, Studiengang, Fortbildung, Tarifverhandlungen für Erzieher
hat Präpositionalgruppe/-objekt: Erzieher in Kindertagesstätten, Kitas, Horten, Internaten, Heimen
in Koordination: Erzieher und Sozialpädagogen, Sozialarbeiter, Grundschullehrer; Erzieher und Eltern
Beispiele:
Wie die 6. Kammer des Landesarbeitsgerichts Hamm ausgeführt hat […], beobachten Erzieher das Verhalten und Befinden von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen, betreuen und fördern sie, analysieren die Ergebnisse nach pädagogischen Grundsätzen und beurteilen zum Beispiel Entwicklungsstand, Motivation und Sozialverhalten. [LAG Hamm, Urteil, 13.06.2020, aufgerufen am 07.12.2020]
Aus Mangel an Erziehern stellen die Johanniter ab April weniger Kindergartenplätze zur Verfügung. [Leipziger Volkszeitung, 14.02.2020]
Seine Qualitäten als Erzieher hat er in den vergangenen vier Jahren beweisen können: Marcel W[…] ist seit Anfang September Leiter des Kindergartens […]. [Kieler Nachrichten, 08.10.2020]
Erzieher werden auch in Heimen für Kinder und Jugendliche, in Familienberatungsstellen sowie in Tagesstätten oder Wohnheimen für Menschen mit Behinderung beschäftigt. [Mittelbayerische, 26.09.2019]
Mein Beruf als Erzieher ist sehr schön und erfüllt mich, weil ich etwas Sinnvolles tue. [Mittelbayerische, 13.07.2017]
18,9 Prozent der Erzieher fühlen sich in ihrem Beruf extremem Stress ausgesetzt und laufen Gefahr, an einem Burn‑out zu erkranken. [Hamburger Abendblatt, 19.10.2013]
2.
Person, die als Erziehungsberechtigte ihre bzw. die ihr anvertrauten Kinder erzieht (1)
Beispiele:
Eltern sind Erzieher. Erzieher müssen nicht immer gemocht werden. […] Was sollten solche Eltern, die sich beispielsweise als Freunde sehen und nicht als Erzieher, Ihrer Ansicht nach konkret ändern? Gegenüber dem Kind auch mal hart sein. Ein Nein bedeutet ein Nein, und nicht nach fünf Minuten Quengeln ein Ja. […] [Die Welt, 04.02.2020]
Weil Eltern sich inzwischen oft eher als Alleinunterhalter statt als Erzieher sehen, verlernen viele Kinder, einfach mal nichts zu tun. [Münchner Merkur, 07.08.2019]
Dass die Kinder schlechtere Noten bekommen als früher und das Klassenklima den Bach hinuntergeht, liegt natürlich aus Sicht der Eltern auf keinen Fall an den Kindern oder gar an ihren eigenen Qualitäten als Erzieher, sondern einzig und allein an der Lehrerin. [Rhein-Zeitung, 10.11.2016]
Er war der Vater, der Erzieher und der Entdecker der genialen Begabung seines Sohnes Wolfgang Amadé Mozart, zudem ein begnadeter Musikpädagoge, »Manager« europaweiter Konzertreisen, ein – lange Zeit unterschätzter – Komponist sowie lebenslang ein Bürger der Reichsstadt Augsburg. [Augsburg – wo Leopold Mozart zum Aufklärer wurde, 24.04.2019, aufgerufen am 01.09.2020]
Für Eltern, die schnell den Familienfrieden gefährdet sehen, ist jeder laute Streit eine Nervenbelastung. Sie glauben vielleicht, als Erzieher versagt zu haben. […] [Wölfl, Norbert: Die wiedergefundene Zärtlichkeit. Genf [u. a.]: Ariston 1995 [1983], S. 234]
a)
besonders historisch Person, die in einem fremden (gutbürgerlichen oder adeligen) Haushalt für die Erziehung, meist auch für die Unterrichtung der Kinder angestellt ist
siehe auch Hauslehrer
Kollokationen:
mit Genitivattribut: Erzieher des Prinzen, der jungen Adeligen
als Prädikativ: im Schloss, am Hofe als Erzieher tätig sein
Beispiele:
seine Erzieher (= Lehrer) waren immer streng, nachsichtig mit ihmWDG
Marie Antoinette wird zwar als attraktives, lebenslustiges und unkompliziertes Mädchen beschrieben, das seine Intelligenz aber vor allem dazu einsetzte, sich ihren Erziehern am Wiener Hof zu entziehen. [Die Welt, 07.04.2017]
Ludwig Forwerk wurde vor 200 Jahren, am 29. August 1816, als Sohn eines Kammerdieners in Dresden geboren. […] Nachdem er acht Jahre das »Wendische Seminar St. Petri« in Prag besucht hatte, wurde er am 14. November 1839 zum Priester geweiht. 1845 wurde er zum Hofkaplan berufen sowie zum geistlichen Erzieher der jüngeren Kinder des Prinzen und späteren Königs Johann. [Dresdner Neueste Nachrichten, 29.08.2016]
Schließlich nahm Delbrück 1874 im Hause des preußischen Kronprinzen, des späteren Kaiser Friedrich, eine Stelle als Erzieher für den kleinen Prinzen Waldemar an, eine Tätigkeit, von welcher sich vor allem Delbrücks Mutter eine glättende Wirkung auf ihren Sohn erhoffte, die indessen nur zum Teil eintrat. [Delbrück, Hans, Geschichte der Kriegskunst im Rahmen der politischen Geschichte. Berlin: Directmedia Publ. 2002 [1972], S. 13]
Chiron (griech. xeiron), Sohn des Kronos und der Okeanostochter Philyra, weiser Kentaur, Erzieher vieler griech. Helden, darunter Achilleus, Jason und Theseus, Meister der Heilkunst, Musik und Gymnastik. [Olbrich, Harald (Hg.): Lexikon der Kunst. Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1987], S. 5511]
b)
veraltend, übertragen Person, die auf Bildung und Selbstverständnis einer Gesellschaft nachhaltigen Einfluss nimmt
Beispiele:
In einem Brief von 1919 flehte ein Student [den Soziologen Max] Weber […] an, das Land anzuführen: »Ich hätte nichts so gewünscht, … als Sie auf dem Reichskanzlerposten zu sehen … Wir brauchen jetzt einfach einen Erzieher, der das ganze Volk diese Dinge so verarbeiten lehrt, daß es etwas daraus macht.« [Max Weber: »Wir finden nimmer seinesgleichen«, 22.04.2020, aufgerufen am 01.09.2020]
Typisch hierfür war der Bestseller Rembrandt als Erzieher von Julius Langbehn von 1890, in dem der Verfasser mit Bezug auf Rembrandt die Deutschen zum Widerstand gegen Oberflächlichkeit und Materialismus aufrief und damit die Heimatkunstbewegung um die Worpsweder Künstlergruppe beeinflußt hatte. [Schwanitz, Dietrich: Bildung. Frankfurt a. M.: Eichborn 1999, S. 286]
[…] der [tschechische Philosoph und Politiker Tomáš Garrigue] Masaryk war mehr als ein erfolgreicher Politiker der Weltkriegszeit und als eine ehrwürdige Gestalt an der Spitze eines jungen Staates. Er war zuerst und vor allem Wissenschaftler, Philosoph, Erzieher seines Volkes und – so abgegriffen das Wort auch sein mag, hier steht es zu Recht – Europäer. [Die Zeit, 09.03.1950]
Nicht mehr in offizieller Stellung, fühlt sich Roosevelt als Erzieher seines Volkes, mit rückhaltloser Sprache, brutal geprägten Schlagworten und heißblütiger Ueberzeugung brandmarkt er die Politik seines Gegners Wilson als schwächlich und daher unehrenhaft, als kompromißsüchtig und daher unehrlich. [Berliner Tageblatt (Morgen-Ausgabe), 11.03.1917]

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Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

ziehen · ungezogen · abziehen · Abzug · abzüglich · anziehen · Anzug · anzüglich · aufziehen · Aufzug · ausziehen · Auszug · beziehen · Beziehung · beziehungsweise · Bezug · bezüglich · erziehen · Erzieher · Erziehung · nachziehen · Nachzügler · überziehen · Überzieher · Überzug · umziehen · Umzug · verziehen · Verzug · vollziehen · Vollzug · vorziehen · Vorzug · vorzüglich · zuziehen · zuzüglich
ziehen Vb. ‘mit Kraft zu sich her oder hinter sich her bewegen, zerren, zu ganzer Länge ausdehnen, aufziehen, züchten, sich fortbewegen’, reflexiv ‘sich dehnen, in die Länge erstrecken’; zusammen mit einem Substantiv dient ziehen häufig zur Umschreibung eines Verbalbegriffs, vgl. in Zweifel ziehen ‘bezweifeln’ (16. Jh.), Lehren ziehen ‘lernen’ (18. Jh.); ahd. ziohan (8. Jh.), mhd. ziehen, asächs. tiohan, mnd. tēn, tīen, mnl. tīen, afries. tiā, aengl. tēon, anord. (nur Part. Prät.) toginn ‘gezogen’, got. tiuhan ‘führen’ (germ. *teuhan). Außergerm. vergleichen sich griech. dadýssesthai (δαδύσσεσθαι) ‘zerrissen werden’, dé͞ukein (δεύκειν) ‘denken, nachdenken, Sorge tragen’, lat. dūcere ‘ziehen, schleppen, führen, leiten’, mkymr. dygaf (aus *dukami) ‘bringe’. Zugrunde liegt ie. *deuk- ‘ziehen’. Dazu gehören aus dem germ. Sprachbereich die unter Zaum, Zeug, Zeuge, zögern, Zögling, Zucht, zucken, zücken, Zug, Zügel behandelten Wörter sowie auch Herzog (eigentlich ‘Heerführer’, s. d.). Zum Part. Prät. gezogen in der Bedeutung ‘erzogen’ gehört ungezogen Adj. ‘unartig, ungehorsam’, ahd. ungizogan ‘noch nicht erzogen, unbändig’ (8. Jh.), mhd. ungezogen ‘ohne gehörige Bildung, unartig, zuchtlos’. abziehen Vb. ‘durch Ziehen entfernen, herunterziehen, wegnehmen, weggehen, vermindern, subtrahieren’, ahd. abaziohan (9. Jh.), mhd. abeziehen; Abzug m. ‘Vorgang, Ergebnis des Abziehens, Weggang, abgezogener Betrag, Vorrichtung zum Ableiten’, mhd. abezuc; abzüglich Präp. (besonders in der Kaufmannssprache) ‘mit Abzug von, abgerechnet’ (19. Jh.), vgl. schon (md.) abezogelich (15. Jh.). anziehen Vb. ‘an sich heranziehen, straff ziehen, Kleidung anlegen’, mhd. aneziehen, auch ‘anklagen, beschuldigen’ (eigentlich ‘etw. als Beweis heranziehen’); Anzug m. ‘Vorwurf, Beschuldigung, Anmarsch, Ankunft’ (15. Jh.), im Anzuge sein ‘im Anmarsch sein, bevorstehen, beginnen’ (16. Jh.), ‘Kleidung’ (Ende 16. Jh., geläufig seit 18. Jh.), dann speziell ‘Jacke und Hose’, spätmhd. anzuc ‘Anzug (im Schachspiel)’; anzüglich Adj. ‘auf Unangenehmes, Peinliches anspielend, ungehörig, zweideutig’ (16. Jh.), vgl. anzügliche und schimpfliche Wort (17. Jh.), zu frühnhd. anzug ‘Vorwurf, Beschuldigung’ (s. oben); daneben auch im Sinne von ‘anziehend’ (Anfang 16. Jh., noch bei Goethe). aufziehen Vb. ‘durch Ziehen öffnen, in die Höhe ziehen, großziehen, erziehen, eine Feder spannen, ins Werk setzen, necken’, ahd. ūfziohan ‘emporziehen’ (um 1000), mhd. ūfziehen ‘sich erheben, in die Höhe ziehen, emporheben, auf-, erziehen, fördern, pflegen’; Aufzug m. ‘Vorrichtung zum Hochziehen, Hochfahren’, dann (ab 17. Jh.) ‘Aufmarsch, Festzug, Prozession’, mhd. ūfzuc ‘Vorrichtung zum In-die-Höhe- Ziehen, Aufschub, Anziehung, Einfluß’; Aufzug im Sinne von ‘Aufmachung’ (17. Jh.) ist eigentlich ‘die Art und Weise, wie man vor anderen aufzieht’, dann eingeschränkt auf ‘Kleidung’; die Bedeutung ‘Schauspielakt’ (seit 17. Jh.) stammt aus dem feierlichen Auftritt der Schauspieler zu Beginn eines Aktes. ausziehen Vb. ‘herausziehen, in die Länge ziehen, auseinanderziehen, ablegen, aus-, entkleiden, ausplündern, einen Auszug machen, exzerpieren, wegziehen, wegmarschieren, die Wohnung aufgeben’, ahd. ūʒziohan (9. Jh.), mhd. ūʒziehen ‘aus-, herausziehen, sich entfernen, in den Krieg ziehen, entkleiden, ausnehmen, befreien’; Auszug m. ‘das Ausziehen, Abmarsch, Auswanderung, Teilabschrift, Exzerpt, Extrakt’, mhd. ūʒzuc ‘Auszug, Einwand, Widerrede, Ausflucht, Ausnahme’. beziehen Vb. ‘auf, über etw. ziehen, (be)spannen, regelmäßig erhalten, in einen bestimmten Zusammenhang bringen’, reflexiv ‘sich berufen auf, verweisen auf’, ahd. biziohan ‘festbinden, über-, zusammenziehen, zusammenfügen, wegnehmen’ (8. Jh.), mhd. beziehen ‘zu etw. kommen, erreichen, überziehen, ein Kleid besetzen, füttern, an sich nehmen, einziehen’; Beziehung f. ‘Verbindung, innerer Zusammenhang, wechselseitiges Verhältnis, Bezug(nahme), Anspielung, Hinsicht’ (17. Jh.); beziehungsweise Konj. ‘oder vielmehr, genauer gesagt, im anderen Fall’ (Mitte 18. Jh.), älter beziehlicher Weise (17. Jh.); Bezug m. ‘Bezugnahme, Hinsicht, Beziehung, das Beziehen (von Waren), Überzug’ (Anfang 18. Jh.; Einzelbeleg schweiz. 1483); vgl. ahd. bizog ‘Decke’ (Hs. 11./12. Jh.), mhd. bezoc ‘Unterfutter’; bezüglich Adj. ‘sich auf etw. beziehend’ (vereinzelt 16. Jh., häufig seit Ende 18. Jh.); auch Präp. (19. Jh.). erziehen Vb. ‘jmdn., besonders ein Kind, geistig und charakterlich formen, seine Neigungen und Fähigkeiten entfalten’, ahd. irziohan ‘ziehen, aufziehen, erziehen’ (8. Jh.), mhd. erziehen, eigentlich ‘herausziehen’; die Bedeutung des Verbs steht seit ahd. Zeit unter dem Einfluß von lat. ēducāre ‘auf-, großziehen, ernähren, erziehen’; Erzieher m. (17. Jh., vereinzelt 15. Jh.), Erziehung f. (um 1500). nachziehen Vb. ‘hinter sich herziehen, fester anziehen, nachzeichnen, verstärken, nachfolgen’, ahd. nāhziohan (um 1000), mhd. nāchziehen; Nachzügler m. ‘wer verspätet eintrifft, Nachkömmling’, zuerst (1792) bei Goethe im Sinne von ‘hinter dem Heere zurückbleibender Soldat, Marodeur’, gebildet zu heute nicht mehr gebräuchlichem Nachzug ‘Nachhut eines Heeres’. überziehen Vb. (in trennbarer Verbindung) ‘ein Kleidungsstück über den Körper ziehen, (über etw. anderes) anziehen’ (17. Jh.); vgl. die Wendung jmdm. eins, ein paar überziehen ‘jmdm. einen Hieb, Hiebe versetzen, jmdn. schlagen’ (um 1600); (in untrennbarer Verbindung) ‘mit einem Überzug versehen, bedecken, bespannen’, auch mit Krieg überziehen ‘zum Kriegsschauplatz machen’, das Konto überziehen ‘mehr abheben, als auf dem Konto steht’; ahd. ubarziohan ‘verziehen’ (Hs. 12. Jh.), mhd. überziehen ‘über etw. ziehen, an sich ziehen, gewinnen, bedecken, überfallen, besetzen, übertreffen’; Überzieher m. ‘leichter Herrenmantel’ (Mitte 19. Jh.), früher ‘Überziehrock der Männerkleidung’ (18. Jh.); Überzug m. ‘auswechselbare Hülle, Bezug, dünne Decke, Schicht, Auflage’, auch frühnhd. überzog ‘Überfall, feindlicher Angriff’ (15. Jh.), ahd. ubarzug ‘Kleidungsstück’ (Hs. 13. Jh.). umziehen Vb. (trennbar) ‘in eine andere Wohnung ziehen, den Wohnsitz wechseln, ein anderes Kleid, einen anderen Anzug anziehen, die Kleidung wechseln’ (18. Jh.), älter ‘herum-, umherziehen, -schweifen, -wandern’ (Anfang 16. Jh.), (untrennbar) ‘sich um … herumbewegen, ziehend umkreisen, mit etw. rings umgeben, bedecken’, reflexiv ‘sich bewölken, beziehen’, mhd. umbeziehen ‘umgeben, -zingeln, überfallen, herumziehen’; Umzug m. ‘das Umherziehen, (feierlicher) Aufzug, Festzug’ (Anfang 16. Jh.), ‘Wohnungswechsel’ (19. Jh.). verziehen Vb. ‘durch Ziehen in eine vom Normalen, Üblichen abweichende Form bringen, verzerren, die Wohnung, den Wohnort wechseln, falsch, nicht in der richtigen Weise erziehen, verwöhnen, zu dicht stehende junge Pflanzen herausziehen, vereinzeln’, reflexiv ‘allmählich weiterziehen und verschwinden, sich (unauffällig) entfernen’, ahd. firziohan ‘wegnehmen, entziehen, falsch erziehen’ (8. Jh.), mhd. verziehen ‘auseinanderziehen, herausziehen, entfernen, hinziehen, aufschieben, verzögern’; Verzug m. ‘Verzögerung, Rückstand im Erfüllen einer Verpflichtung’, mhd. verzuc, verzoc, auch ‘Einspruch, Einwand’. vollziehen Vb. ‘in die Tat umsetzen, ausführen, vollstrecken’, reflexiv (seit 19. Jh.) ‘vor sich gehen, geschehen, ablaufen’, ahd. fol(l)aziohan ‘unterstützen helfen, vollenden’ (8. Jh.), mhd. vol(le)ziehen ‘vollständig ziehen, ausführen, unterstützen, gemäß verfahren, genügen, befriedigen’, eigentlich ‘etw. bis zum Ende, zum Ziele ziehen’; Vollzug m. ‘Verwirklichung, Ausführung, Vollstreckung’, mhd. volzuc. vorziehen Vb. ‘nach vorn ziehen, hervorziehen, vor etw. ziehen, bevorzugen, lieber mögen, für später Vorgesehenes auf einen früheren Zeitpunkt legen, zuerst in Angriff nehmen’, ahd. furiziohan ‘hervorziehen, vorbringen, etw., jmdn. vorziehen’ (10. Jh.), mhd. vür-, vorziehen (frühnhd. für-, vorziehen) ‘vorführen (Pferd), darlegen, anführen, geltend machen, vorenthalten’; Vorzug m. ‘Vergünstigung, Vorteil, Vorrang, Vorrecht’, mhd. vürzuc, vürzoc (frühnhd. Für-, Vorzug); auch im Sinne von ‘wertvolle, vortreffliche Eigenschaft, Vorzüglichkeit, gute Seite’ (seit 17. Jh.); vorzüglich Adj. ‘hervorragend, ausgezeichnet, vortrefflich’ (18. Jh.). zuziehen Vb. ‘durch Heranziehen schließen, zusammenziehen, festziehen, herbeirufen, von auswärts an den hiesigen Ort ziehen’, sich etw. zuziehen (z. B. etw. Übles, eine Krankheit, 18. Jh.), ahd. zuoziohan ‘anziehen, (die Bogensehne) spannen’ (um 1000), mhd. zuoziehen ‘zuziehen, zufügen, schließen, entgegenziehen, jmdm. zusetzen’; zuzüglich Präp. (besonders in der Kaufmannssprache) ‘hinzukommend, hinzuzurechnen’ (20. Jh.), wohl nach abzüglich (s. oben) gebildet.

Thesaurus

Synonymgruppe
Erzieher (Kindergarten)  männl. · Erzieherin (Kindergarten)  weibl. · Kindergärtner  veraltet, männl. · Kindergärtnerin  weibl., veraltet
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Erzieher‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Erzieher‹.

Zitationshilfe
„Erzieher“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Erzieher>.

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