Esel, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Esels · Nominativ Plural: Esel
Aussprache 
Wortbildung  mit ›Esel‹ als Erstglied: ↗Eselfuhrwerk · ↗Eselsbank · ↗Eselsbrücke · ↗Eselsfuhrwerk · ↗Eselskarren · ↗Eselsmilch · ↗Eselsohr · ↗Eselsrücken · ↗Eselstreiber · ↗Eselstritt · ↗Eselswiese · ↗Eselwiese · ↗eselartig · ↗eselhaft · ↗eselig
 ·  mit ›Esel‹ als Letztglied: ↗Drahtesel · ↗Dukatenesel · ↗Goldesel · ↗Halbesel · ↗Hausesel · ↗Lastesel · ↗Maulesel · ↗Packesel · ↗Wildesel
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
zur Gattung der Pferde gehörendes Haustier, das kleiner als das Pferd ist und lange Ohren, eine kurze Mähne und meist graues Fell hat
Beispiele:
ein störrischer, bockiger Esel
den Esel als Lasttier, Reittier verwenden
umgangssprachlicher war bepackt, beladen wie ein Esel
bildlich
Beispiele:
saloppder Esel geht voran, nennt sich zuerst (= kritische Äußerung über jmdn., der einem anderen nicht den Vortritt lässt, sich zuerst bedient oder sich zuerst nennt)
saloppdich hat wohl der Esel im Galopp verloren? (= was bist du denn eigentlich für einer?)
sprichwörtlichwenn's dem Esel zu wohl wird, geht er aufs Eis tanzen (= wenn es jmdm. zu gut geht, wird er übermütig)
sprichwörtlichwenn man den Esel nennt, kommt er (schon) gerennt (= wird gesagt, wenn jmd. erscheint, von dem gerade die Rede war)
sprichwörtlichden Sack schlägt man, den Esel meint man (= wird gesagt, wenn über jmdn. Nachteiliges gesagt wird, was eigentlich einem anderen gelten soll)
2.
Schimpfwort Sinnbild der Einfalt und Dummheit   Dummkopf
Beispiele:
so ein alter, dummer Esel!
du Esel!
ein weiterer fünfzehn‑ oder sechzehnjähriger Junge ... ein kapitaler Esel offenbar [ Th. MannZauberb.2,159]
Die Götter wählen keinen Esel zum Schiedsrichter [ HagelstangeSpielball41]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Esel · Eselei · Eselsbrücke · Eselsohr
Esel m. zur Gattung der Pferde gehörendes, graues langohriges Haustier, Sinnbild der Torheit und Störrischkeit, ahd. esil (9. Jh.), mhd. esel, asächs. esil, mnd. mnl. ēsel, nl. ezel, aengl. esol, eosol und got. asilus beruhen auf einer sehr frühen Entlehnung (germ. *asiluz) aus lat. asinus ‘Esel’ (kaum aus dem gleichbed. Deminutivum lat. asellus). Dagegen geht aengl. assa, engl. ass über kelt., anord. asni über afrz. Vermittlung auf lat. asinus zurück. Der lat. Name und auch griech. ónos (ὄνος) ‘Esel’ stammen wohl durch thrak.-illyr. Vermittlung aus einer kleinasiat. Sprache im Süden des Schwarzen Meeres. Eselei f. ‘große Dummheit’, mhd. eselīe. Eselsbrücke f. ‘vereinfachende Gedächtnisstütze bei Merkschwierigkeiten’ (16. Jh.), Übersetzung von mlat. pons asinorum, einem Ausdruck der scholastischen Philosophie für eine schematische Zeichnung, die logische Begriffsverhältnisse veranschaulicht. Eselsohr n. ‘Ohr eines Esels’ (um 1500), bildlich ‘umgeknickte Ecke einer Buchseite’ (17. Jh.), aus dem Vergleich mit dem herabhängenden Ohr eines Esels.

Thesaurus

Synonymgruppe
Kleingeist · ↗Tor  ●  armer Tropf  veraltend · ↗Einfaltspinsel  ugs. · Esel  ugs. · ↗Idiot  ugs. · ↗Kamel  ugs. · ↗Simpel  ugs.
Oberbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
Esel · Strafesel
Oberbegriffe
  • Spanischer Bock · Spanischer Reiter · Spanisches Pferd
Synonymgruppe
Dämlack · Halbgescheiter · Minderbemittelter · ↗Tölpel  ●  ↗Dummerjan  veraltet · ↗Dummkopf  Hauptform · Gonzo  abwertend · ('ne) hohle Nuss  ugs. · (eine) geistige Null  ugs. · Armer im Geiste (bibl.)  geh. · ↗Armleuchter  ugs. · Bekloppter  ugs. · Blitzbirne  ugs., ironisch · ↗Blödel  ugs. · ↗Blödi  ugs. · ↗Blödian  ugs. · ↗Blödmann  ugs. · ↗Dackel  ugs., schwäbisch, abwertend · Denkzwerg  ugs. · ↗Depp  ugs. · Dolm  ugs., österr. · Dulli  ugs. · ↗Dummbart(el)  ugs. · ↗Dummrian  ugs. · ↗Dumpfbacke  ugs. · Dumpfbatz  derb · ↗Dussel  ugs. · ↗Dämel  ugs., regional · ↗Dödel  derb · ↗Dösbaddel  ugs., norddeutsch · ↗Döskopp  ugs., norddeutsch · Eierkopp  ugs., norddeutsch · Eiernacken  ugs. · ↗Einfaltspinsel  ugs. · Esel  ugs. · ↗Flachpfeife  ugs. · ↗Flachwichser  vulg. · ↗Flitzpiepe  ugs., abwertend · Halbdackel  derb, schwäbisch, stark abwertend · Hein Blöd  ugs., regional · ↗Heini  ugs., veraltet · ↗Hirni  ugs. · ↗Hohlbirne  ugs. · ↗Hohlfigur  ugs. · ↗Hohlkopf  ugs. · ↗Holzkopf  ugs. · ↗Honk  ugs. · ↗Hornochse  ugs. · ↗Horst  ugs. · ↗Idiot  derb · ↗Klappspaten  ugs. · ↗Knallcharge  geh. · Knallidiot  ugs. · ↗Knallkopf  ugs. · ↗Kretin  geh., franz. · ↗Lapp  derb, österr. · ↗Napfsülze  ugs. · ↗Narr  geh. · ↗Niete  ugs., fig. · Nullchecker  ugs., jugendsprachlich · Pannemann  ugs. · ↗Pappnase  ugs. · Pfeifenwichs(er)  vulg. · ↗Piesepampel  ugs. · ↗Rindvieh  ugs. · Sacklpicker  ugs., österr. · ↗Schnellmerker  ugs., ironisch · ↗Schwachkopf  ugs. · ↗Schwachmat  ugs. · Spacko  ugs. · ↗Spast  ugs., jugendsprachlich · ↗Spasti  derb · ↗Spaten  ugs. · ↗Spatzenhirn  ugs. · ↗Stoffel  ugs. · ↗Strohkopf  ugs. · ↗Tepp  ugs. · Todel  ugs., österr. · ↗Torfkopf  ugs. · ↗Torfnase  ugs., ostfriesisch · ↗Trottel  ugs. · Tuppe  ugs., kärntnerisch · Volldepp  ugs. · ↗Vollhorst  ugs. · ↗Vollidiot  derb · ↗Vollpfosten  ugs. · Vollspast  derb · ↗Volltrottel  derb · armer Irrer  ugs. · dumme Gans  ugs. · dumme Nuss  ugs. · dummes Huhn  ugs. · dummes Schaf  ugs. · dämlicher Hund  ugs., veraltend · en Beschmierten  ugs., ruhrdt. · geistiger Tiefflieger  ugs. · ↗keine Leuchte  ugs. · ↗taube Nuss  ugs. · ↗trübe Tasse  ugs.
Unterbegriffe
  • Religiot · religiöser Idiot
Assoziationen
Zoologie
Synonymgruppe
Esel · ↗Grautier · ↗Hausesel  ●  Equus asinus  fachspr., lat.
Oberbegriffe
Unterbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Esel‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Esel‹.

Verwendungsbeispiele für ›Esel‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Was jetzt auftauchte, war nur ein fahrender Händler mit seinem von einem Esel gezogenen Karren.
Die Welt, 21.09.2005
Die Touristen kämen mit Eseln nach oben, und im Dorf bliebe es ruhig.
Der Tagesspiegel, 10.08.2001
Nur mit den Ohren nicht wackeln, sonst wachsen sie dir lang, wie bei einem Esel.
Süddeutsche Zeitung, 18.02.1995
Jetzt waren sie eben an dem dunklen Haus mit dem Esel vorüber.
Matthiessen, Wilhelm: Das Rote U. In: ders., Das Rote U, Bayreuth: Loewes 1980 [1932], S. 20
Aber der Esel war noch für Saul das charakteristische Tier.
Weber, Max: Die Wirtschaftsethik der Weltreligionen. In: Weber, Marianne (Hg.) Gesammelte Aufsätze zur Religionssoziologie, Bd. III, Tübingen: Mohr 1921 [1920-1921], S. 58
Zitationshilfe
„Esel“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Esel>, abgerufen am 29.11.2020.

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