Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Eskimo, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Eskimo(s) · Nominativ Plural: Eskimo(s)
Aussprache 
Worttrennung Es-ki-mo
Wortbildung  mit ›Eskimo‹ als Erstglied: Eskimohund · Eskimorolle · Eskimoschlitten
 ·  mit ›Eskimo‹ als Grundform: eskimoisch
Herkunft Genaue Herkunft unsicher; wohl über eskimodän oder esquimaufrz aus einer indigenen nordostamerikanischen Algonkin-Sprache (Innu-aimun bzw. Montagnais), vermutlich mit einer ursprünglichen Bedeutung ‘Schneeschuh-Knüpfer’. Eine zunächst angenommene ursprüngliche Bedeutung ‘Esser von rohem Fleisch’ gilt als widerlegt, war aber der Grund, die Bezeichnung Eskimo als abwertend einzuschätzen.
DWDS-Vollartikel

Bedeutung

selten diskriminierend Angehöriger eines der eingesessenen Völker in der nördlichen Polarregion vom nordöstlichen Sibirien über Alaska und Kanada bis nach Grönland
Die Bezeichnung Eskimo wird insbesondere von den Angehörigen der sich selbst als Inuiteskim (Singular: Inukeskim ‘Mensch’) bezeichnenden Völker Kanadas und Grönlands zum Teil als diskriminierend angesehen, während andere, verwandte Völkergruppen in Alaska und Sibirien (Yupik und Iñupiat) sie weiterhin als Selbstbezeichnung verwenden.
Kollokationen:
als Genitivattribut: die Lebensweise, Sprache, Kunst, Welt der Eskimos
Beispiele:
Der Name dieser Stadt [Inuvik im Nordwesten Kanadas] bedeutet »Ort der Menschen«. Auf Inuktitut, der Sprache seiner Bewohner, die sich Eskimos nennen – nur die junge Generation besteht auf den korrekten ethnischen Ausdruck: Inuvialuit. [Die Zeit, 18.10.2012]
Die ersten, die ihre Augen [mit speziellem Gerät] vor grellem Sonnenlicht schützten, waren die Eskimos. […] [Die Zeit, 05.05.2011]
Mit der Verständigung freilich ist es schwierig, denn der 52‑jährige Inuk, der beleidigt ist, wenn man ihn einen Eskimo nennt, spricht nur Grönländisch. [Der Spiegel, 05.12.2006 (online)]
Bislang wurde das Gebiet [Nunavut in der kanadischen Ostarktis] […] von dem Territorialparlament in Yellowknife regiert, in dem die früher mit dem indianischen Begriff Eskimos bezeichnete Urbevölkerung der Inuit erst seit kurzer Zeit vertreten war. [Archiv der Gegenwart, 2001 [1999]]
Fellmützen, Schlitten, Iglus, Tran – sehr viel mehr ist es nicht, was einem Mitteleuropäer einfällt, wenn er das Wort »Eskimo« hört. Dabei sind die Assoziationen, die ihm bei diesem Wort kommen, durchaus nicht unfreundlich[…]. [Die Zeit, 25.11.1966]
salopp, veraltend
Phrasem:
das haut den stärksten Eskimo vom Schlitten (= das ist umwerfend, ein starkes Stück)! (= Ausdruck einer starken Beeindruckung, der Überwältigung durch bestimmte Reize)
Beispiele:
Das haut den stärksten Eskimo vom Schlitten [Überschrift] Vom Mondschein‑Vergnügen bis zum Airboard‑Spaß: Strecken‑Tipps und neue Trends für Rodel‑Freunde [Süddeutsche Zeitung, 15.01.2004]
Sie [die Wissenschaft] mißt seine [des Lärms] Stärke nach »Phon« und hat festgestellt, daß […] eine Detonation mit 130 Phon schon körperliche Schmerzen verursacht und, wie es in einer einschlägigen Veröffentlichung einmal hieß, »den stärksten Eskimo vom Schlitten haut«. [Oheim, Gertrud: Das praktische Haushaltsbuch, Gütersloh: Bertelsmann 1967 [1954], S. 76]

letzte Änderung:

Typische Verbindungen zu ›Eskimo‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Eskimo‹.

Zitationshilfe
„Eskimo“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Eskimo>.

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