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Estrade, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Estrade · Nominativ Plural: Estraden
Aussprache 
Worttrennung Es-tra-de · Est-ra-de
Herkunft Französisch
Wortbildung  mit ›Estrade‹ als Erstglied: ↗Estradenkonzert · ↗Estradenprogramm  ·  mit ›Estrade‹ als Letztglied: ↗Blumenestrade
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
veraltend erhöhter Teil des Fußbodens (am Fenster, im Erker), Podium
Beispiele:
auf die Estrade treten
auf der Estrade sitzen
vor der Kirche, auf dem Platz wurde eine Estrade errichtet
Hinten ... war die Estrade für die Musikanten gezimmert [ FedererBerge433]
2.
DDR volkstümliche künstlerische Veranstaltung mit gemischtem Programm von Musik, Tanz und Artistik
Beispiele:
eine bunte Estrade
die Estrade findet im großen Saal, im Freien statt
Die erfolgreichsten Teilnehmer beim Wettbewerb erhalten die Möglichkeit, in einer Estrade junger Talente aufzutreten [ Tageszeitung1961]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Estrade f. ‘erhöhter Teil des Fußbodens, Podium’, Entlehnung (zuerst Estrades Plur., 17. Jh.) von gleichbed. frz. estrade, das über span. estrado ‘Tritt, erhöhter (mit einem Teppich belegter) Platz, Sitz, Empfangszimmer’ auf lat. strātum ‘Decke, Lager, Sattel, Pflaster, Estrich’ (eigentlich ‘das Hingebreitete’), substantiviertes Neutrum des Part. Perf. von lat. sternere ‘hinbreiten, streuen, ebnen, bedecken’, zurückgeht. Die seit den 60er Jahren des 20. Jhs. aufkommende Bedeutung ‘volkstümliche künstlerische Veranstaltung mit gemischtem Programm’ folgt dem Gebrauch von ebenfalls aus dem Frz. entlehntem russ. ėstráda (эстрада).

Typische Verbindungen zu ›Estrade‹

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Verwendungsbeispiele für ›Estrade‹

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Als Eva kam, streckte sie sich auf dieser Estrade lang aus und schlief viel.
Klemperer, Victor: [Tagebuch] 1945. In: ders., Ich will Zeugnis ablegen bis zum letzten, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 1999 [1945], S. 33
Ihr sei doch die leichte Muse der Estrade sowieso näher als die Klassik.
Die Welt, 18.09.2003
Den Wohnungen sieht man wegen der Estraden ihre Größe kaum an.
Der Tagesspiegel, 26.03.1999
An beiden Seiten der Estrade befanden sich die Sitze der besonders bevorzugten Gäste.
Heyking, Elisabeth von: Tschun. In: Deutsche Literatur von Frauen, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1914], S. 8590
Ein Schemel wurde vor die Estrade gerückt, die Frau kniete dort zusammengekauert hin.
Klemperer, Victor: [Tagebuch] 1924. In: ders., Leben sammeln, nicht fragen wozu und warum, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 2000 [1924], S. 85
Zitationshilfe
„Estrade“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Estrade>, abgerufen am 25.11.2020.

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