Estrich, der
GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Estrichs · Nominativ Plural: Estriche
Aussprache
WorttrennungEst-rich (computergeneriert)
Wortbildung mit ›Estrich‹ als Letztglied: ↗Gipsestrich · ↗Lehmestrich · ↗Steinholzestrich · ↗Zementestrich
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
fugenloser Fußboden, der durch Auftragen einer breiigen Masse, die später erhärtet, hergestellt wird
Beispiele:
den Estrich legen
den Estrich kehren, scheuern
ein schalldämpfender, wärmedämmender, schwimmender Estrich
ein Estrich aus Gips, Zement
Neuer Lehm wird ... geholt und ein Estrich gewalzt, auf dem man tanzen könnte [Suderm.6,120]
2.
schweizerisch Raum unter dem Dach, Boden
Beispiele:
den Estrich entrümpeln
Im übrigen ist es ein großer ... Raum, etwas wie ein Estrich [FrischStiller473]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Estrich m. ‘(Stein)fußboden’, ahd. astrī̌h, estrī̌h (9. Jh.), mhd. esterī̌ch, estrich, mnd. est(e)rik, mnl. estric, nl. estrik, als Wort des Steinhausbaus entlehnt aus gleichbed. vlat. *astracum, *astracus, *astricum, *astricus (vgl. mlat. astracus, astricus). Bei Entlehnungen aus Formen mit -ac- wäre nach dem Vorbild der einheimischen Suffixe -ik, -i(c)h das a der lat. Endung durch Umlaut bewirkendes i ersetzt worden. Ausgangspunkt ist letztlich (vgl. dazu FEW 7, 441) griech. óstrakon (ὄστρακον) ‘Tonziegel, Scherbe’, da mit Ziegeln und Scherben gepflastert wurde.

Thesaurus

Architektur
Synonymgruppe
Dachboden · ↗Dachkammer · ↗Dachstube  ●  ↗Balken  ugs., westfälisch · ↗Boden  ugs., niederrheinisch, ostdeutsch, norddeutsch · ↗Bühne  ugs., schwäbisch, badisch · ↗Speicher  ugs. · ↗Söller  ugs., veraltet, niederrheinisch · ↗Unterdach  ugs., südtirolerisch, walliserisch
Oberbegriffe
Assoziationen
  • Heim  ●  ↗Haus  Hauptform · ↗Behausung  ugs. · ↗Bude  ugs. · ↗Hütte  ugs.
  • Dachgeschossausbau  ●  Dachbodenausbau  österr.
Synonymgruppe
Unterlagsboden  schweiz.
DWDS-Wortprofil

Typische Verbindungen
computergeneriert

Belag Beton Bodenbelag Fliesen Fußböden Herstellung Putz aufgebracht blanken geglättet gegossen nackter schwimmenden verlegt

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Estrich‹.

DWDS-Beispielextraktor

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Wer bleibt da schon noch mit beiden Beinen auf dem Estrich?
Süddeutsche Zeitung, 10.11.2001
Glas im Dach läßt weiches Licht auf den Estrich fallen, unter dem die Gleise nicht mehr zu sehen sind.
Die Zeit, 06.08.1993, Nr. 32
Wer eintritt, stürzt gleich einem Blinden in die Löcher des Estrichs.
Weismantel, Leo: Die höllische Trinität, Berlin: Union-Verl.1966 [1943], S. 460
Er schob alle schweigend beiseite und setzte sich vor den Kamin aufs Estrich.
Kolbenheyer, Erwin Guido: Paracelsus, München: J. F. Lehmanns 1964 [1917], S. 201
Ich stand allein mit nackten Füßen auf dem Estrich, das Laken eng um mich geschlungen, trotzig und lachend.
Müller-Jahnke, Clara: Ich bekenne. In: Deutsche Literatur von Frauen, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1904], S. 9224
Zitationshilfe
„Estrich“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Estrich>, abgerufen am 21.09.2017.

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