Ethik, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Ethik · Nominativ Plural: Ethiken · wird meist im Singular verwendet
Aussprache 
Wortzerlegung ethisch-ik
Wortbildung  mit ›Ethik‹ als Erstglied: ↗Ethiker · ↗Ethikrat · ↗Ethikunterricht
 ·  mit ›Ethik‹ als Letztglied: ↗Arbeitsethik · ↗Bereichsethik · ↗Berufsethik · ↗Bioethik · ↗Diskursethik · ↗Gesinnungsethik · ↗Hackerethik · ↗Individualethik · ↗Medienethik · ↗Sexualethik · ↗Situationsethik · ↗Sozialethik · ↗Tugendethik · ↗Unternehmensethik · ↗Verantwortungsethik · ↗Werteethik · ↗Wertethik
Herkunft zu gleichbedeutend ēthikágriech, ēthikḗgriech (ἠθικά, ἠθική) < ḗthosgriech (ἦθος) ‘Charakter, Wesensart, Sitte, Herkommen’
eWDG

Bedeutung

philosophische Lehre vom sittlichen Wollen und Handeln des Menschen
Beispiele:
die christliche, sozialistische Ethik
Weißt du ... daß es Situationen gibt, in denen alle Ethik versagt [ RinserMitte66]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Ethos · Ethik · ethisch
Ethos n. ‘sittliche Haltung des Menschen, sein Handeln bestimmende Gesinnung’. Griech. ḗthos (ἦθος) ‘Charakter, Wesensart, Sitte, Herkommen’ sowie (im Plur.) ‘gewohnter Aufenthaltsort’ wird im 18. Jh. von deutschen Schriftstellern aufgenommen, erlangt aber erst im 20. Jh. den heute vorherrschenden Sinn ‘als Triebkraft für das eigene Handeln akzeptierte Moralnormen der Mitglieder einer bestimmten gesellschaftlichen Gruppe’. Das auch ins Lat. entlehnte (griech.-lat. ēthos) griech. Substantiv steht als dehnstufige Bildung neben griech. éthos (ἔθος) ‘Gewohnheit, Sitte’ (aus *ϝέθος) und führt mit aind. svadhā́ ‘Eigenheit, Charakter, Gewohnheit, Sitte, Wohnsitz’, lat. sodālis ‘Kamerad, Gefährte, Tischgenosse’ auf ie. *su̯ē̌dh-, eine Erweiterung des Reflexivstammes ie. *se-, *s(e)u̯e- (s. ↗sich). Ethik f. ‘philosophische Lehre vom Sittlichen, vom moralischen Bewußtsein und Verhalten der Menschen’, Entlehnung des 16. Jhs. von lat. ēthica f., ēthicē f. ‘Moralphilosophie’ nach gleichbed. griech. ēthiká, ēthikḗ (ἠθικά, ἠθική); diese Formen sind Substantivierungen (Neutr. Plur. bzw. durch ein gedanklich zu ergänzendes Substantiv veranlaßtes Fem. Sing.) des von griech. ḗthos (s. oben) abgeleiteten Adjektivs griech. ēthikós (ἠθικός) ‘den Charakter betreffend, sittlich’. ethisch Adj. ‘sittlich, moralisch, auf die Ethik bezüglich’; im Anschluß an gleichbed. lat. ēthicus, griech. ēthikós (s. oben) im 17. Jh. aufkommend.

Thesaurus

Synonymgruppe
Ethik · ↗Moral · Moralvorstellungen · ↗Sittlichkeit · ↗Wertesystem · Wertmaßstäbe · Wertvorstellungen · moralische Werte · sittliche Werte
Oberbegriffe
  • handlungsleitende Norm(en)
Unterbegriffe
  • (das) Schlechte · ↗Übel  ●  Malum  sehr selten
  • (das) Gute  ●  Bonum  sehr selten
Assoziationen
Synonymgruppe
Ethik · ↗Morallehre · ↗Sittenlehre · ↗Tugendlehre
Unterbegriffe

Typische Verbindungen zu ›Ethik‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Ethik‹.

Verwendungsbeispiele für ›Ethik‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Dem Leser steigt der säuerliche Geruch protestantischer Ethik in die Nase.
Die Zeit, 26.03.2001, Nr. 13
Es gibt aber eine Idee hinter allem, sogar eine Ethik.
Süddeutsche Zeitung, 10.10.2000
Nur mit Hilfe der Religionen schaffen wir eine universelle Ethik.
Alt, Franz: Liebe ist möglich, München: Piper 1985, S. 184
Zwei Jahre später habilitierte er sich mit einer Arbeit über katholische Ethik.
Der Tagesspiegel, 03.04.2005
Das Prinzip von Verantwortung überhaupt - der Beginn der Ethik - wurde noch nicht gezeigt.
Jonas, Hans: Das Prinzip der Verantwortung, Frankfurt a. M.: Insel-Verl. 1979, S. 75
Zitationshilfe
„Ethik“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Ethik>, abgerufen am 11.05.2021.

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