Etikett, das

GrammatikSubstantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Etikett(e)s · Nominativ Plural: Etikette/Etiketts
Aussprache
WorttrennungEti-kett
HerkunftFranzösisch
Wortbildung mit ›Etikett‹ als Erstglied: ↗Etikettenaufschrift  ·  mit ›Etikett‹ als Letztglied: ↗Aufklebeetikett · ↗Aufklebetikett · ↗Flaschenetikett · ↗Namensetikett · ↗Preisetikett · ↗Warenetikett
eWDG, 1967

Bedeutung

(beschrifteter) Zettel, (beschriftetes) Schildchen zum Aufkleben auf bestimmte Gegenstände, zum Anhängen an bestimmte Waren
Beispiele:
Flaschen, Einweckgläser, Dosen, Schachteln mit Etiketten bekleben
das Etikett auf dem Heftdeckel, am Karteikasten hatte sich gelöst
nach dem Kauf die Etiketts (= Preis-, Warenschildchen) von einem Kleidungsstück abmachen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Etikett · Etikette · etikettieren
Etikett n. nur selten noch Etikette f. ‘an einem Gegenstand befestigtes, ihn kennzeichnendes Schildchen aus Papier’. Das Substantiv erscheint um 1700 im Dt. als Übernahme von frz. étiquette f. ‘Schildchen’, vorher auch ‘Verzeichnis, Aufstellung’ und ‘an einer Prozeßakte angebrachte Aufschrift’, das auf ein nur in den Mundarten Nordfrankreichs nachzuweisendes mfrz. estiquette ‘in die Erde gesteckter, als Ziel dienender Pfahl’ zurückgeht, eine Ableitung von nordafrz. estiqu(i)er, afrz. estechier, estichier ‘hineinstecken, stechen’. Das afrz. Verb ist aus dem Germ. entlehnt, es ist verwandt mit ↗Stich (s. d.) und schließt sich wahrscheinlich an mnl. stēken ‘stechen, stoßen’ bzw. die zugehörige Intensivbildung mnl. sticken ‘hineinstechen, feststecken, sticken’ an (s. ↗stechen, ↗stecken, ↗sticken). Wie das frz. Vorbild ist Etikette zunächst Fem., in der 1. Hälfte des 19. Jhs. wird daneben das erst in der Gegenwart vorherrschende neutrale Genus üblich. Aus einer anderen Verwendung von frz. étiquette geht Etikette f. ‘zur Förmlichkeit erstarrte Anstandsregeln, auf Konvention beruhende Norm höflichen Benehmens’ hervor, Anfang des 18. Jhs. mit Bezug auf höfisches Zeremoniell, seit Mitte des 18. Jhs. in allgemeinerem Gebrauch (im 18. Jh. öfter Neutr.). Frz. étiquette, zuvor schon im Sinne von ‘Verzeichnis’ belegt (s. oben), bezeichnet nämlich seit Beginn des 17. Jhs. auch (nach dem Muster von span. etiqueta) die strenge Regelung der Rangordnung und aller Gepflogenheiten bei Hofe, wie sie durch Philipp den Guten von Burgund eingeführt und dann von den Höfen in Wien und Madrid nachgeahmt wurde. etikettieren Vb. ‘mit einem Papierschildchen versehen’ (1. Hälfte 19. Jh.) nach gleichbed. frz. étiqueter.

Thesaurus

Synonymgruppe
Aufkleber · Etikett · Klebeetikett · Klebeschild · ↗Klebezettel  ●  Bapperl  bair. · ↗Pickerl  österr. · ↗Sticker  engl.
Unterbegriffe
  • Prüfplakette  ●  Begutachtungsplakette  österr. · ↗Pickerl  ugs., österr.
  • Autobahnvignette · Mautvignette  ●  ↗Vignette  franz. · Autobahnpickerl  ugs., österr. · Mautpickerl  ugs., österr. · ↗Pickerl  ugs., österr.
  • Preisetikett · ↗Preisschild · selbstklebendes Preisschild
Assoziationen
  • haften · ↗kleben  ●  ↗klatschen  ugs. · ↗pappen  ugs.
  • Haftie · ↗Haftnotiz  ●  Post-it  Markenname · Sticky Note  engl. · gelber Klebezettel  ugs. · gelber Zettel  ugs.
Synonymgruppe
Etikett · ↗Lasche · ↗Schlaufe · ↗Streifen · ↗Öse
Synonymgruppe
Aufdruck · Etikett · ↗Label
Computer
Synonymgruppe
Etikett · ↗Kennzeichnung · ↗Schlagwort · ↗Zusatzinformation  ●  ↗Auszeichnung (Informatik)  fachspr. · Markup  fachspr., engl. · ↗Tag (Informatik)  fachspr., engl., Jargon, Hauptform
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Bierflasche Flasche Weinflasche abstreifen anhaften anheften anhängen ankleben aufdrücken aufgeklebt aufkleben bekleben draufkleben falsch firmieren griffig haften höfisch irreführend kleben modisch pappen prangen schmeichelhaft schmücken umhängen verkaufsfördernd vermerken versehen werbewirksam

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Etikett‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Welcher Vater gab den Samen - aufs Etikett auch seinen Namen.
Süddeutsche Zeitung, 26.07.2000
Sie sollen Käufern helfen, die Informationen auf dem Etikett besser zu verstehen.
Der Tagesspiegel, 03.05.1999
Bei verschnittenen Weinen darf aber außer »deutsch« keine andere geographische Bezeichnung auf dem Etikett stehen.
o. A.: Die grosse Welt der Getränke, Hamburg: Tschibo Frisch-Röst-Kaffee Max Herz 1977, S. 157
Dieser Wein wird auf dem Etikett den Namen des Händlers tragen.
Weber, Annemarie (Hg.), Die Hygiene der Schulbank, Wiesbaden: Falken-Verl. 1955, S. 234
Mit einem roten Etikett, dann ist es das richtige Garn.
Brief von Irene G. an Ernst G. vom 11.05.1943, Feldpost-Archive mkb-fp-0270
Zitationshilfe
„Etikett“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Etikett>, abgerufen am 26.04.2019.

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