Etymologe, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum)
Aussprache
WorttrennungEty-mo-lo-ge (computergeneriert)
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Etymologie · Etymon · Etymologe · etymologisch
Etymologie f. ‘Lehre von der Herkunft und Entwicklung der Wörter, historisch-vergleichende Wortforschung’, auch ‘formale und semantische Herleitung eines Wortes aus seiner ältesten erreichbaren Vorstufe’. Griech. etymología (ἐτυμολογία), lat. etymologia ‘Erklärung der Wörter aus ihrem Wortstamm, Lehre von der Wortableitung’ wird in den 20er Jahren des 16. Jhs. ins Dt. übernommen (frühnhd. etymologei, ethimologey), doch bleiben noch im 17. Jh. lat. Form und Flexion vorherrschend. Das griech.-lat. Substantiv weist wie die anderen Vertreter dieser Wortfamilie (s. unten) als erstes Kompositionsglied griech. étymos (ἔτυμος) ‘wahr, wahrhaftig’, eine Nebenform von gleichbed. griech. eteós (ἐτεός), auf (zum zweiten Glied s. ↗-logie), ist also (entsprechend der noch im Mittelalter verbreiteten Auffassung, daß die Kenntnis der ursprünglichen Wortbedeutung zu Erkenntnissen über das Wesen der bezeichneten Sache führen könne) eigentlich als ‘Lehre vom wahren Sinn der Wörter’ zu verstehen. Griech. tó étymon (τὸ ἔτυμον) ‘der wahre Sinn eines Wortes, das zugrundeliegende Stammwort’, das substantivierte Neutrum des Adjektivs griech. étymos, wird seit dem 17. Jh. auch in dt. Texten als sprachwissenschaftlicher Terminus Etymon n. ‘ursprüngliche, meist durch Vergleich verwandter Wörter in verschiedenen Sprachen lautgesetzlich erschlossene Wortform’ gebraucht. Etymologe m. ‘auf dem Gebiet der historisch-vergleichenden Wortforschung tätiger Wissenschaftler’ (18. Jh.), nach griech.-lat. etymologos ‘wer Etymologie treibt’ (s. ↗-loge); anfangs auch Etymologist (18. Jh., wohl unter Einfluß von frz. étymologiste). etymologisch Adj. ‘die Etymologie betreffend’ (17. Jh.), im Anschluß an gleichbed. griech. etymologikós (ἐτυμολογικός), lat. etymologicus.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Die Etymologen behaupten, das Wort leite sich von dem Namen eines Kirchenvaters her.
Die Zeit, 25.10.1985, Nr. 44
Tote Worte gibt es nur auf den Seziertischen der Etymologen und in den Wörterbüchern.
Mauthner, Fritz: Wörterbuch der Philosophie. In: Bertram, Mathias (Hg.) Geschichte der Philosophie, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1910], S. 26203
Eine neue Variante hat freilich kürzlich der Münchner Etymologe Theo Vennemann aufgezeigt.
Süddeutsche Zeitung, 18.06.1994
Keinen anderen Autor gibt es, der so sehr wie Herburger zugleich Enzyklopädist und Höhlenforscher wäre, Etymologe und Mystiker.
Die Zeit, 25.11.1999, Nr. 48
Germanisten müssen sich neu orientieren, Etymologen werden die zwillingsartige Wahlverwandschaft der Worte "Würde" und "Würste" ergründen.
Süddeutsche Zeitung, 21.05.1999
Zitationshilfe
„Etymologe“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Etymologe>, abgerufen am 18.10.2019.

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