Etymologie, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Etymologie · Nominativ Plural: Etymologien
Aussprache
WorttrennungEty-mo-lo-gie
HerkunftGriechisch
Wortbildung mit ›Etymologie‹ als Letztglied: ↗Volksetymologie
eWDG, 1967

Bedeutung

Sprachwissenschaft
1.
Herkunft und ursprüngliche Bedeutung eines Wortes, einer Wortfamilie
Beispiele:
die Etymologie des Wortes ›Almanach‹ ist unsicher
eine Untersuchung, Abhandlung über die Etymologie eines Wortes, einer Wortfamilie
2.
Wissenschaft von 1
Beispiel:
die Etymologie ist ein Zweig der vergleichenden Sprachwissenschaft
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Etymologie · Etymon · Etymologe · etymologisch
Etymologie f. ‘Lehre von der Herkunft und Entwicklung der Wörter, historisch-vergleichende Wortforschung’, auch ‘formale und semantische Herleitung eines Wortes aus seiner ältesten erreichbaren Vorstufe’. Griech. etymología (ἐτυμολογία), lat. etymologia ‘Erklärung der Wörter aus ihrem Wortstamm, Lehre von der Wortableitung’ wird in den 20er Jahren des 16. Jhs. ins Dt. übernommen (frühnhd. etymologei, ethimologey), doch bleiben noch im 17. Jh. lat. Form und Flexion vorherrschend. Das griech.-lat. Substantiv weist wie die anderen Vertreter dieser Wortfamilie (s. unten) als erstes Kompositionsglied griech. étymos (ἔτυμος) ‘wahr, wahrhaftig’, eine Nebenform von gleichbed. griech. eteós (ἐτεός), auf (zum zweiten Glied s. ↗-logie), ist also (entsprechend der noch im Mittelalter verbreiteten Auffassung, daß die Kenntnis der ursprünglichen Wortbedeutung zu Erkenntnissen über das Wesen der bezeichneten Sache führen könne) eigentlich als ‘Lehre vom wahren Sinn der Wörter’ zu verstehen. Griech. tó étymon (τὸ ἔτυμον) ‘der wahre Sinn eines Wortes, das zugrundeliegende Stammwort’, das substantivierte Neutrum des Adjektivs griech. étymos, wird seit dem 17. Jh. auch in dt. Texten als sprachwissenschaftlicher Terminus Etymon n. ‘ursprüngliche, meist durch Vergleich verwandter Wörter in verschiedenen Sprachen lautgesetzlich erschlossene Wortform’ gebraucht. Etymologe m. ‘auf dem Gebiet der historisch-vergleichenden Wortforschung tätiger Wissenschaftler’ (18. Jh.), nach griech.-lat. etymologos ‘wer Etymologie treibt’ (s. ↗-loge); anfangs auch Etymologist (18. Jh., wohl unter Einfluß von frz. étymologiste). etymologisch Adj. ‘die Etymologie betreffend’ (17. Jh.), im Anschluß an gleichbed. griech. etymologikós (ἐτυμολογικός), lat. etymologicus.

Thesaurus

Linguistik/Sprache
Synonymgruppe
Etymologie · ↗Wortforschung · Wortherkunft
Unterbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Definition Herkunft Mythologie Namen Semantik Wort falsch griechisch lehren umstreiten unsicher

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Etymologie‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Das paßt, das ist Etymologie, hat mit den Affen erst einmal überhaupt nichts zu tun.
Die Welt, 21.05.2005
So präsentiert sich in jeder Sprache eine eigene hausgemachte Etymologie.
Süddeutsche Zeitung, 16.01.2001
Die Fehler der gegenwärtig üblichen Etymologie sind freilich anderer Art.
Mauthner, Fritz: Wörterbuch der Philosophie. In: Bertram, Mathias (Hg.) Geschichte der Philosophie, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1910], S. 18368
Seine Etymologie wurde wahrscheinlich allmählich vergessen, wie dies gewöhnlich ist!
Peters, Carl: Im Goldland des Altertums, München: Lehmann 1902, S. 233
In der Deutung von Götternamen ist die Etymologie gewöhnlich hilflos.
Unbegaun, B. O.: Slawische Religion. In: Die Religion in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1962], S. 22727
Zitationshilfe
„Etymologie“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Etymologie>, abgerufen am 22.05.2019.

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