Eule, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Eule · Nominativ Plural: Eulen
Aussprache 
Worttrennung Eu-le
Wortbildung  mit ›Eule‹ als Erstglied: ↗Eulenflucht · ↗Eulennest · ↗Eulenruf · ↗Eulenschrei · ↗Eulenvogel · ↗eulenartig · ↗eulenhaft · ↗eulenähnlich · ↗eulenäugig
 ·  mit ›Eule‹ als Letztglied: ↗Fernseheule · ↗Forleule · ↗Gammaeule · ↗Graseule · ↗Leicheneule · ↗Nachteule · ↗Saateule · ↗Schleiereule · ↗Schnee-Eule · ↗Schneeeule · ↗Sumpfohreule · ↗Waldeule · ↗Waldohreule · ↗Ypsiloneule
Mehrwortausdrücke Eulen nach Athen bringen · ↗Eulen nach Athen tragen
eWDG

Bedeutung

meist in Wäldern lebender, nächtlicher Raubvogel mit kurzem, krummem Schnabel, großen, scharfen Augen und meist bräunlichem weichem Gefieder, der als Sinnbild der Weisheit gilt
Beispiele:
der Schrei einer Eule
saloppsie sieht aus wie eine Eule (= sieht hässlich aus)
salopp, abwertendso eine alte Eule! (= Bezeichnung für eine hässliche, unwirsche Frau)
Die größte unserer heimischen Eulen ist der fast sagenhaft gewordene Uhu [ Natur u. Heimat1962]
übertragen
Beispiel:
Eulen nach Athen tragen (= etw. Überflüssiges tun)
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Eule · Eulenspiegel
Eule f. Der nachts auf kleine Wirbeltiere Jagd machende Vogel heißt ahd. ūwila (9. Jh.), hūwila (um 1000), asächs. ūwila, mhd. iuwel, iule, spätmhd. auch hiuwel, hūwel (aus germ. *ū̌wwilōn), mnd. mnl. aengl. ūle, engl. owl, nl. uil, anord. ugla (aus germ. *ū̌wwalōn). Diese germ. Bildungen werden als Deminutiva zu einem den Eulenruf nachahmenden Femininum germ. *ū̌wwōn ‘Eule, Uhu’ gestellt; belegt ist allerdings nur maskulines ahd. hūwo (9. Jh.), asächs. hūo, mhd. hūwe ‘Uhu’, jünger noch schweiz. Huw ‘Uhu, Eule’. Gleichfalls onomatopoetischen Ursprungs sind germ. *ūf- in aengl. ūf ‘Uhu, Eule’, anord. ūfr ‘Bergeule’, ahd. ūvo (9. Jh.), bair.-öst. Auf ‘Uhu’ sowie das seit dem Frühnhd. übliche ↗Uhu (s. d.); weiterhin vergleichen sich außergerm. Bezeichnungen wie aind. úlūkaḥ ‘Eule’, griech. býās (βύας) ‘Uhu’, lat. ulula ‘Käuzchen’, būbo ‘Uhu’, lett. ūpis ‘Uhu’, kslaw. vypь ‘Möwe’, russ. vyp, vyp’ (вып, выпь) ‘Rohrdommel’. Eine Familie von Schmetterlingen wird im Dt. wegen ihrer nächtlichen Lebensweise ebenfalls Eulen genannt (so schon mnd. ūle, ūleke ‘Nachtschmetterling’; hd. seit dem 18. Jh.). Auf Ähnlichkeit im Aussehen beruht ferner nd. (besonders westnd.) Ūle ‘Besen mit weichen Borsten’, vom 18. Jh. an auch als hd. Eule bezeugt (dazu Hand-, Kehreule). Davon abgeleitet ist das Verb nd. ūlen (gelegentlich hd. eulen) ‘fegen, reinigen’, das zur Erklärung von Eulenspiegel m. ‘wer hintergründige Späße treibt’ herangezogen wird. Der zum Appellativum gewordene Name des bäuerlich-plebejischen Schalksnarren aus dem 14. Jh., im Volksbuch 1515 in der Form Dyl Ulenspiegel überliefert (mnd. Ūlenspēgel als Familienname bereits im 15. Jh.), gilt nämlich jetzt meist als Satzname, zusammengewachsen aus dem Imperativ von ūlen und dem Akkusativ des Substantivs ↗Spiegel (s. d., mnd. spēgel) in der seit dem Frühnhd. belegbaren, heute noch in der Jägersprache weiterlebenden Bedeutung ‘Hinterteil, Gesäß’.

Typische Verbindungen zu ›Eule‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Eule‹.

Verwendungsbeispiele für ›Eule‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Ich trieb sogar noch ein Foto auf von der Eule.
Bild, 01.02.2002
Vielleicht sollten wir uns das mit der Eule noch mal überlegen.
Der Tagesspiegel, 08.10.1999
Nachdem mich ein Löwe angegähnt hatte, ließ ich mich leichtsinnigerweise mit einer Eule ein.
Grass, Günter: Die Blechtrommel, Darmstadt: Luchterhand 1959, S. 125
So sahen die Eulen auf den alten Bildern der Hexen aus.
Koeppen, Wolfgang: Das Treibhaus. In: ders., Drei Romane, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1972 [1953], S. 256
Wenn jemand kommt, schreit ihr dreimal wie eine Eule, aber nicht zu laut.
Held, Kurt: Die rote Zora und ihre Bande, Aarau: Sauerländer 1989 [1941], S. 76
Zitationshilfe
„Eule“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Eule#1>, abgerufen am 16.06.2021.

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Eule, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Eule · Nominativ Plural: Eulen
Aussprache 
Worttrennung Eu-le
Wortbildung  mit ›Eule‹ als Letztglied: ↗Handeule · ↗Kehreule
eWDG

Bedeutung

norddeutsch Besen mit weichen Borsten
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Eule · Eulenspiegel
Eule f. Der nachts auf kleine Wirbeltiere Jagd machende Vogel heißt ahd. ūwila (9. Jh.), hūwila (um 1000), asächs. ūwila, mhd. iuwel, iule, spätmhd. auch hiuwel, hūwel (aus germ. *ū̌wwilōn), mnd. mnl. aengl. ūle, engl. owl, nl. uil, anord. ugla (aus germ. *ū̌wwalōn). Diese germ. Bildungen werden als Deminutiva zu einem den Eulenruf nachahmenden Femininum germ. *ū̌wwōn ‘Eule, Uhu’ gestellt; belegt ist allerdings nur maskulines ahd. hūwo (9. Jh.), asächs. hūo, mhd. hūwe ‘Uhu’, jünger noch schweiz. Huw ‘Uhu, Eule’. Gleichfalls onomatopoetischen Ursprungs sind germ. *ūf- in aengl. ūf ‘Uhu, Eule’, anord. ūfr ‘Bergeule’, ahd. ūvo (9. Jh.), bair.-öst. Auf ‘Uhu’ sowie das seit dem Frühnhd. übliche ↗Uhu (s. d.); weiterhin vergleichen sich außergerm. Bezeichnungen wie aind. úlūkaḥ ‘Eule’, griech. býās (βύας) ‘Uhu’, lat. ulula ‘Käuzchen’, būbo ‘Uhu’, lett. ūpis ‘Uhu’, kslaw. vypь ‘Möwe’, russ. vyp, vyp’ (вып, выпь) ‘Rohrdommel’. Eine Familie von Schmetterlingen wird im Dt. wegen ihrer nächtlichen Lebensweise ebenfalls Eulen genannt (so schon mnd. ūle, ūleke ‘Nachtschmetterling’; hd. seit dem 18. Jh.). Auf Ähnlichkeit im Aussehen beruht ferner nd. (besonders westnd.) Ūle ‘Besen mit weichen Borsten’, vom 18. Jh. an auch als hd. Eule bezeugt (dazu Hand-, Kehreule). Davon abgeleitet ist das Verb nd. ūlen (gelegentlich hd. eulen) ‘fegen, reinigen’, das zur Erklärung von Eulenspiegel m. ‘wer hintergründige Späße treibt’ herangezogen wird. Der zum Appellativum gewordene Name des bäuerlich-plebejischen Schalksnarren aus dem 14. Jh., im Volksbuch 1515 in der Form Dyl Ulenspiegel überliefert (mnd. Ūlenspēgel als Familienname bereits im 15. Jh.), gilt nämlich jetzt meist als Satzname, zusammengewachsen aus dem Imperativ von ūlen und dem Akkusativ des Substantivs ↗Spiegel (s. d., mnd. spēgel) in der seit dem Frühnhd. belegbaren, heute noch in der Jägersprache weiterlebenden Bedeutung ‘Hinterteil, Gesäß’.

Typische Verbindungen zu ›Eule‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Eule‹.

Verwendungsbeispiele für ›Eule‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Ich trieb sogar noch ein Foto auf von der Eule.
Bild, 01.02.2002
Vielleicht sollten wir uns das mit der Eule noch mal überlegen.
Der Tagesspiegel, 08.10.1999
Nachdem mich ein Löwe angegähnt hatte, ließ ich mich leichtsinnigerweise mit einer Eule ein.
Grass, Günter: Die Blechtrommel, Darmstadt: Luchterhand 1959, S. 125
So sahen die Eulen auf den alten Bildern der Hexen aus.
Koeppen, Wolfgang: Das Treibhaus. In: ders., Drei Romane, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1972 [1953], S. 256
Wenn jemand kommt, schreit ihr dreimal wie eine Eule, aber nicht zu laut.
Held, Kurt: Die rote Zora und ihre Bande, Aarau: Sauerländer 1989 [1941], S. 76
Zitationshilfe
„Eule“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Eule#2>, abgerufen am 16.06.2021.

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